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Wiederwahl-Strategie: Zwei Sätze, eine Botschaft: Warum Trump kein "Mr. Nice Guy" sein will

US-Präsident Donald Trump gibt sich selten präsidial. Daraus scheint sein Wahlkampf-Team nun Kapital für den nächsten Urnengang schlagen zu wollen, wie ein neuer Kampagnen-Clip nahelegt.

US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump

AFP

Donald Trump macht vieles anders als seine Amtsvorgänger. Wie anders, führte zuletzt ein Videovergleich vor Augen. Darin zu sehen sind zwei US-Präsidenten, die jeweils den Tod eines Terroristen verkünden – der Unterschied könnte kaum größer sein.

2011 informiert Barack Obama über die Tötung des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden. Geradezu emotionslos skizziert er "eine gezielte Operation", spricht unaufgeregt von dem tödlichen "Schusswechsel" und erklärte, dass bin Ladens "Leiche in Gewahrsam genommen" worden sei. Vergangene Woche verkündet sein Nachfolger, dass der Anführer des sogenannten "Islamischen Staats" getötet wurde. Es sei "viel geschossen und viel gesprengt" worden, erklärt Trump. Aber schließlich sei Abu Bakr al Bagdadi, "ein feiges Tier", "wie ein Hund gestorben."

Diplomatisch klingt anders. Für viele Beobachter waren Trumps Ausführungen eher gefährlich; eine Provokation

Donald Trump und Barack Obama

Aber so ist er nun mal: alles, außer gewöhnlich. Das soll zumindest die Botschaft eines neuen Wahlkampfwerbespots sein. "Nun wissen wir exakt, wie Donald Trump versuchen wird, wiedergewählt zu werden", überschrieb CNN eine Analyse des Clips. 

Donald Trump, kein "Mr. Nice Guy"

Entlarvend seien nicht die Erfolge, die Trump erzielt habe und in dem Spot aufgezählt werden – sondern zwei Sätze, die nach der Selbstbehudelung fallen:

Er ist kein Mr. Nice Guy. Aber manchmal braucht es einen wie Donald Trump um Washington zu verändern.

Es dürfte unumstritten sein, dass Trump wahrlich kein "Mr. Nice Guy" ist – einem, dem für seine entwaffnende Art bedingungslose Liebe entgegenschlagen würde. Diese Feststellung hält der US-Sender zunächst für ein Eingeständnis des Trump-Teams: "Er wird nicht als freundlich wahrgenommen. Oder nett. Oder empathisch. Nicht einmal als jemand, mit dem man einige Zeit verbringen will."

Dahinter verberge sich jedoch ein Narrativ, das Trump als Gegenentwurf zum "Establishment" positionieren soll: Um den Politikbetrieb in Washington zu verändern, brauche es nun mal jemanden, der sich nicht darum schert, ob er gemocht wird. Sondern jemanden, für den nur das Ergebnis zählt. Nach der selbstlosen Prämisse: Einer muss es ja machen. 

Das "unterschwellige Argument" sei klar: Viel zu lange hätten die Wählerinnen und Wähler Politiker auf Kuschelkurs gewählt, ohne Ecken und Kanten, Amtsträger die an ihre Karrieren statt an die Bedürfnisse der Bürger denken würden. "Demokraten mögen ihn nicht? Sogar einige Republikaner? Die Medien sind außer sich? Gut! Das sollten sie – das ist der springende Punkt", meint CNN.

Trump ist anders als alle anderen: Das soll hängen bleiben. Gäbe es einen entsprechenden Sticker für die Autostoßstange, schreibt CNN, würde darauf stehen: "Ja, er ist ein Trottel. Aber ein Trottel mit Ergebnissen!" 

Quellen: CNN

fs