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Eingeständnisse im Atomstreit Nordkoreas Beschlüsse werden weltweit begrüßt


Nordkorea setzt Atomtests und die Urananreicherung aus. Die Nachbarn atmen auf. Bundesaußenminister Westerwelle sieht Anzeichen für eine hoffnungsvolle Bewegung. Die Welt erwartet jetzt Taten.

Neue Hoffnung auf Entspannung im Konflikt mit Nordkorea. Mit Erleichterung haben die Nachbarländer Nordkoreas die Zugeständnisse der neuen Führung in Pjöngjang im Atomstreit aufgenommen. Nach den USA äußerten auch Südkorea, China, Japan und Russland am Donnerstag die Erwartung, dass ihre Verhandlungen mit Nordkorea über den Abbau seines Atomwaffenprogramms wiederaufgenommen werden könnten.

In Berlin erklärte das Auswärtige Amt, Außenminister Guido Westerwelle sehe "in der Ankündigung Nordkoreas, Atomtests und Urananreicherung aussetzen zu wollen, erste Anzeichen einer hoffnungsvollen Bewegung". Nordkorea werde ermutigt, der Ankündigung Taten folgen zu lassen.

Die Schritte hatte Nordkorea am Mittwoch zeitgleich mit einer entsprechenden Erklärung der USA angekündigt. Eine Vereinbarung beider Länder sieht auch ein Moratorium für den Test von Langstreckenraketen in Nordkorea vor. Inspekteure der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA sollen wieder in das sozialistische Land zurückkehren können, um den Stopp der Urananreicherung im Atomzentrum Yongbyon zu überprüfen. In hochangereicherter Form kann Uran für Atombomben verwendet werden.

Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche möglich

Trotz der Spannungen zwischen Nordkorea und dem US-Verbündeten Südkorea waren Washington und Pjöngjang zuletzt wieder aufeinander zugegangen. Die südkoreanische Nachrichtenagentur berichtete am Donnerstag unter Berufung auf diplomatische Kreise, der nordkoreanische Atomunterhändler Ri Yong Ho werde wahrscheinlich in diesem Monat die USA besuchen. Er sei zu einem Sicherheitsforum der Syracuse-Universität in New York eingeladen worden.

Das südkoreanische Außenministerium äußert die Hoffnung, dass die Vereinbarungen zwischen den USA und Nordkorea "gewissenhaft umgesetzt werden". Seoul habe besonders die Tatsache zur Kenntnis genommen, dass Nordkorea "erste Schritte" unternommen habe, ein günstiges Umfeld für die Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Atomgespräche zu schaffen. Diese Schritte seien von Südkorea und den USA gefordert worden. Nordkorea hatte die Gespräche mit den USA, China, Südkorea, Japan und Russland im April 2009 offiziell abgebrochen.

US-Außenministerin Hillary Clinton hatte bereits am Mittwoch die Einigung mit Nordkorea einen "moderaten Schritt in die richtige Richtung" bezeichnet. Im Gegenzug zum Einlenken Pjöngjangs wollen die USA dem verarmten, aber hochgerüsteten Land mit Nahrungsmitteln helfen. Die Rede war von 240 000 Tonnen. Die Hilfe wird von Beobachtern als wichtig für den Sohn und Nachfolger des kürzlich gestorbenen langjährigen nordkoreanischen Alleinherrschers Kim Jong Il, Kim Jong Un, gesehen, um seine Macht weiter festigen zu können.

Zugeständnisse sind "wichtiger Schritt"

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief alle beteiligten Parteien auf, den Konflikt friedlich zu lösen. China ermutige die USA und Nordkorea, ihre Beziehungen zu verbessern , sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking. Russland begrüßte die Ankündigung Nordkoreas als "ein positives Beispiel dafür, wie Anstrengungen verschiedener Parteien, die ein gemeinsames Ziel verfolgen, zu einer für alle Seiten akzeptablen Lösung in einer sehr schwierigen Situation führen können".

Die Zugeständnisse Nordkoreas seien ein "wichtiger Schritt" zur Lösung der Probleme auf der koreanischen Halbinsel, sagte Japans Außenminister Koichiro Gemba in Tokio. Für eine Fortsetzung der Sechser-Gespräche ist es nach Ansicht Tokios jedoch noch genauso zu früh wie für eine Wiederaufnahme des bilateralen Dialogs.

kave/DPA dpa

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