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Ungebrochener Flüchtlingsstrom: UNHCR rechnet mit 1,4 Millionen Mittelmeer-Flüchtlingen bis Ende 2016

Die Flüchtlingskrise hält die Weltpolitik weiter in Atem. Angesichts unveränderter Ausgangslagen in den Krisenregionen des globalen Südens rechnet die UN damit, dass die Flüchtlingswelle auch 2016 nicht abreißen wird.

Flüchtlingsboote auf dem Mittelmeer vor einem Schiff der britischen Marine

Die gefährliche Überfahrt über das Mittelmeer gilt als beliebte Route bei Schutzsuchenden, die sich auf den Weg nach Europa machen

Mehr als 1,4 Millionen Asylsuchende könnten nach Schätzungen des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) von Anfang 2015 bis Ende 2016 über das Mittelmeer nach Europa kommen. Das geht aus einem stark noch oben korrigierten Hilfsappell des UNHCR an Geberstaaten hervor, der am Donnerstag in Genf bekannt wurde. Darin bittet die Organisation nun um 128 Millionen Dollar (114 Millionen Euro) allein für ihre Hilfseinsätze im Mittelmeerraum - gut viermal mehr als in der ersten Fassung.

"Angesichts der dramatischen Entwicklung in den letzten Wochen haben wir die Bedarfsschätzungen des Hilfsappells vom 8. September stark erhöhen müssen", sagte UNHCR-Sprecher William Spindler der Deutschen Presse-Agentur. Im der ersten Fassung war die UN-Organisation noch von jeweils etwa 450 000 Flüchtlingen ausgegangen, die 2015 sowie 2016 auf dem Seeweg nach Europa kommen würden.

Dem nun ergänzten Appell zufolge sind seit Jahresbeginn bis zum 28. September bereits 520 957 Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa gekommen. Das UNHCR rechnet nun für 2015 mit insgesamt rund 700 000 Mittelmeer-Flüchtlingen. "Möglicherweise werden es aber 2016 weit mehr sein, aber wir gehen bei den Planungen vorerst von der Zahl für 2015 aus", hieß es beim UNHCR.

lst/DPA