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US-Präsident dementiert "Schob mir Zunge in den Hals" – Ex-Model wirft Donald Trump sexuellen Übergriff 1997 vor

Amy Dorris; Donald Trump
Das ehemalige Model Amy Dorris wirft Donald Trump (Aufnahme aus 1997) Übergriffe vor
© Screenshot / Youtube / "The Guardian", Timothy A. Clary / AFP / EPA / DPA / Picture Alliance
Das Ex-Model Amy Dorris erhebt schwere Vorwürfe gegen Donald Trump. Er soll gegen die damals 24-Jährige während der US Open 1997 massiv übergriffig geworden sein.

US-Präsident Donald Trump ist erneut eines sexuellen Übergriffs beschuldigt worden: Das ehemalige Model Amy Dorris warf Trump in einem Interview mit der britischen Zeitung "The Guardian" vor, sie während des Tennisturniers US Open in New York 1997 begrapscht und gewaltsam geküsst zu haben. Der Präsident ließ die Anschuldigungen über seine Anwälte zurückweisen.

"Er schob mir einfach seine Zunge in den Hals, und ich stieß ihn weg", schilderte Dorris den Vorfall in Trumps VIP-Suite. Dann habe der damalige Immobilien-Mogul sie fester umgriffen, so dass sie sich nicht mehr befreien konnte. "Seine Hände waren überall. Auf meinem Hintern, meinen Brüsten, meinem Rücken, überall", berichtete die 48-Jährige. Sie habe ihn aufgefordert aufzuhören, aber "das war ihm egal".

Donald Trump ließ Vorwürfe zurückweisen

Das Ex-Model war zum Zeitpunkt des mutmaßlichen Übergriffs 24 Jahre alt. Trump war damals 51 und mit seiner zweiten Frau Marla Maples verheiratet. Die 48-Jährige legte dem "Guardian" mehrere Fotos vor, auf denen sie in Gesellschaft Trumps zu sehen ist. Zudem bestätigten mehrere Menschen aus Dorris' Umfeld, dass das Model ihnen damals von dem Vorfall erzählt habe.

Auf die Frage, warum sie sich in den Tagen danach weiterhin in Trumps Nähe aufhielt, antwortete Dorris: "Das passiert, wenn etwas Traumatisches passiert – man erstarrt." Sie habe sich nun entschlossen, an die Öffentlichkeit zu gehen, da sie ein Vorbild für ihre Zwillingstöchter im Teenager-Alter sein wolle. "Ich bin es leid, dass er damit durchkommt", sagte Dorris.

Trumps Anwälte wiesen die Vorwürfe gegenüber der Zeitung zurück. Sie bezeichneten Dorris' Version als unglaubwürdig und erklärten, falls sich der Vorfall so zugetragen hätte, hätte es weitere Zeugen geben müssen. Die Rechtsberaterin von Trumps Wahlkampfteam, Jenna Ellis, erklärte auf Anfrage: "Die Anschuldigungen sind völlig falsch." Es handele sich um einen weiteren "erbärmlichen Versuch", Trump kurz vor der Wahl am 3. November anzugreifen. Das Team des Präsidenten will rechtlich gegen die Veröffentlichung des "Guardians" vorgehen.

Mehrere Frauen haben dem Republikaner sexuelle Übergriffe vorgeworfen – teilweise im Wahljahr 2016, als Trump Präsidentschaftskandidat war. Sie hatten unter anderem berichtet, dass Trump ihnen in der Vergangenheit Küsse aufgezwungen oder sie begrapscht habe. Die Autorin E. Jean Carroll wirft Trump vor, sie Mitte der 90er Jahre vergewaltigt zu haben. Andere Frauen berichteten von vergangenen Affären mit dem heutigen Präsidenten. Trump hat die Vorwürfe stets bestritten.

wue DPA AFP

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