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Nachfolger von al-Bagdadi: Geheimdienste: Das ist der neue IS-Chef

Im Oktober 2019 haben die USA den IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi getötet. Laut einem Bericht sind Geheimdienste nun sicher, wer sein Nachfolger an der Spitze des Islamischen Staates ist.

Amir Mohammed Abdul Rahman al Mawli al Salbi soll der neue Chef des Islamischen Staates sein

Amir Mohammed Abdul Rahman al Mawli al Salbi soll der neue Chef des Islamischen Staates sein

Beim neuen Chef der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) soll es sich anders als bisher angenommen um das Gründungsmitglied der Miliz, Amir Mohammed Abdul Rahman al-Mawli al-Salbi, handeln. Das berichtete die britische Zeitung "The Guardian" unter Berufung auf ungenannte Geheimdienstvertreter. Demnach ist al-Salbi ein ranghoher IS-Vertreter und organisierte unter anderem die Versklavung der jesidischen Minderheit im Irak.

Wenige Tage nach der Tötung des IS-Anführers Abu Bakr al-Bagdadi bei einem US-Militäreinsatz im vergangenen Oktober hatte die Dschihadistenmiliz den Namen ihres neuen Chefs mit Abu Ibrahim al-Haschimi al-Kuraischi angegeben. Experten hatten jedoch daran gezweifelt, dass es sich bei al-Kuraischi tatsächlich um den neuen Chef des IS handelte.

Ein Nicht-Araber in der IS-Führung

Dem Bericht des "Guardian" zufolge soll al-Salbi bereits wenige Stunden nach dem Tod al-Bagdadis zum neuen IS-Anführer bestimmt worden sein. Al-Kuraischi war demnach nur ein Pseudonym.

Standbild einer Aufnahme des US-Militärs zeigt die Operation, die zum Tod von IS-Führer Abu Bakr al-Bagdadi führte.

Laut dem Bericht soll al-Salbi aus einer Familie ethnischer Turkmenen im Irak stammen und im nordwestirakischen Tal Afar geboren sein. Demnach wäre al-Salbi einer der wenigen nicht-arabischen Vertreter in der obersten Führungsebene des IS. Er soll aber im Denken al Baghdadi sehr ähneln und eine große Loyalität zu der extremistischen Gruppe haben.

Islamischer Gelehrter

Al-Salbi soll einen Abschluss in islamischem Recht von der Universität Mossul haben. Sein Hintergrund als islamischer Gelehrter soll seinen Aufstieg innerhalb des IS begünstigt haben. 

2004 geriet er dem "Guardian" zufolge im Irak in US-Militärgefangenschaft. Im Militärgefängnis Bucca lernte er demnach al-Bagdadi kennen. Noch vor dessen Tod soll das US-Außenministerium ein Kopfgeld in Höhe von fünf Millionen US-Dollar auf al-Salbi und zwei weitere führende IS-Mitglieder ausgesetzt haben. Schon damals galt al-Salbi als potenzieller Nachfolger von al-Bagdadi. Allerdings hat es mehrere Monate gedauert, bis Geheimdienste diese Information nun tatsächlich bestätigen können.

Quellen: AFP,  "The Guardian".