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Israel Leichen der vermissten Jugendlichen gefunden


18 Tage lang suchte die israelische Armee nach drei vermissten Teenagern. Jetzt herrscht traurige Gewissheit: Die Jugendlichen wurden erschossen und ihre Leichen unter einem Steinhaufen vergraben.

Die seit mehr als zwei Wochen im Westjordanland vermissten israelischen Jugendlichen sind tot. Ihre Leichen seien unter einem Steinhaufen auf einem Feld in der Nähe von Hebron gefunden worden, berichtet das israelische Fernsehen. Schüler einer nahe gelegenen Feldschule, die sich an der breit angelegten Suchaktion beteiligt hatten, seien auf den Steinhaufen unter einem Gebüsch aufmerksam geworden.

Israel beschuldigt die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas, hinter der Entführung der Teenager zu stehen. Die Jugendlichen seien offenbar schon kurz nach der Entführung erschossen worden, hieß es in dem Bericht. Die Jagd nach den mutmaßlichen Entführern dauere noch an. Der Geheimdienst hat zwei Hamas-Mitglieder als Tatverdächtige genannt. Seit dem Verschwinden der Jugendlichen auf dem Heimweg am 12. Juni hat die israelische Armee bei Razzien nach eigenen Angaben etwa 420 Palästinenser festgenommen, die meisten davon Hamas-Mitglieder.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu drohte der Hamas eine harte Reaktion an: "Die Hamas ist verantwortlich und die Hamas wird bezahlen", sagte Netanjahu am Abend zu Beginn einer Dringlichkeitssitzung seines Sicherheitskabinetts. Zuvor hatte bereits Vize-Verteidigungsminister Danny Danon die Palästinenserbewegung verantwortlich gemacht und eine "lange Operation zur Ausrottung der Hamas" angekündigt.

Präsident Mahmud Abbas berief eine Dringlichkeitssitzung der Palästinenserführung für Dienstag ein. Dabei solle es um die Auswirkungen der jüngsten Entwicklungen gehen, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur "Wafa".

Schusswechsel mit Palästinensern

Nördlich der Stadt Hebron seien starke Truppenverbände im Einsatz, berichtete der israelische Rundfunk am Montagabend. Es sei zu Schusswechseln mit Palästinensern gekommen. Auch im Gebiet der Kleinstadt Chalchul habe es gewaltsame Konfrontationen zwischen der Armee und Palästinensern gegeben, hieß es. Die Stadt Hebron wurde abgeriegelt.

Auch im Gazastreifen eskaliert die Gewalt. Israel und militante Palästinenser liefern sich dort einen immer heftigeren Schlagabtausch. Militante Palästinenser feuerten am Montag knapp 20 Kleinraketen auf Israel ab. Polizeisprecher Mickey Rosenfeld sprach von einer "Rekordzahl" binnen zwölf Stunden seit dem letzten großen Schlagabtausch zwischen Israel und der Hamas im November 2012.

Netanjahu sagte: "Wenn die Ruhe, die nach der Operation "Säule der Verteidgung" herrschte, durch Raketenangriffe gestört wird, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder die Hamas stoppt sie oder wir werden sie stoppen." Netanjahu hatte am Sonntag bereits mit einer Ausweitung der Einsätze im Gazastreifen gedroht.

Steinmeier fordert Friedensgespräche

Die israelische Luftwaffe hatte am Sonntag ein Mitglied der militanten Kassam-Brigaden getötet, der Miliz der Hamas. Nach Angaben der Armee war der Mann dabei, Raketen auf Israel abzufeuern. Hamas veröffentlichte anschließend eine Stellungnahme, nach der sie um das Mitglied der Kassam-Brigaden trauerte. In Israel wurde dies als Beweis gewertet, dass Hamas sich erstmals seit fast zwei Jahren wieder an Raketenangriffen beteiligt.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) forderte Israel zu einer Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit den Palästinensern auf. Bei einem Besuch des israelischen Außenministers Avigdor Lieberman am Montag in Berlin bezeichnete Steinmeier die Lage im Nahen und Mittleren Osten als "Besorgnis erregend". "Ich hoffe, dass der Nahost-Friedensprozess nicht zu Ende ist", sagte Steinmeier. "Am Ende gibt es keine Alternative als eine Lösung am Verhandlungstisch."

mad/mod/DPA DPA

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