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Italien: Massenproteste gegen Montis Sparprogramm

Sie wollen nicht, dass das Sozialsystem beschnitten wird: In Rom haben circa 200.000 Menschen gegen das Sparprogramm ihres Ministerpräsidenten demonstriert.

Rund 200.000 Menschen haben nach Angaben der Organisatoren am Samstag in Rom gegen die Sparpolitik des italienischen Ministerpräsidenten #Link;http://www.stern.de/politik/ausland/mario-monti-90247165t.html;Mario Monti# protestiert. "Wir sind hier, weil das Programm der Regierung zur Vertiefung der Rezession in unserem Land führt", sagte Susanna Camusso, Chefin der größten Gewerkschaft des Landes. Sie und andere Demonstranten forderten die Regierung auf, nicht das Sozialsystem des Landes zu beschneiden, um Schulden abzubauen. Sie solle sich stattdessen darauf konzentrieren, angesichts einer Arbeitslosenquote von über zehn Prozent neue Jobs zu schaffen.

Monti warnte davor, dass sich Italien wieder auf ein wirtschaftliches Desaster zubewege. "Wir waren schon vom Abgrund zurückgetreten", sagte er in der Nähe von Mailand. "Das Loch wird aber größer und droht uns zu verschlingen. Wir stecken wieder in einer Krise."

Monti hat das Amt des Ministerpräsidenten im November von #Link;http://www.stern.de/politik/ausland/silvio-berlusconi-90249635t.html;Silvio Berlusconi# übernommen und führt seitdem eine überparteiliche Technokratenregierung. Sie hat ein Sparprogramm in Angriff genommen, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen und einen Zusammenbruch wie in Griechenland zu verhindern. Die Maßnahmen haben die Refinanzierungskosten Italiens kurzfristig reduziert. Die Ankündigung von Hilfsmaßnahmen für die spanischen Banken und ein drohender Euro-Austritt Griechenlands haben die Renditen für zehnjährige italienische Staatsanleihen aber wieder auf über sechs Prozent ansteigen lassen. Renditen von über sieben Prozent zwangen Griechenland, Irland und Portugal unter den internationalen Rettungsschirm.

Reuters / Reuters