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Kampf gegen IS: Saudi-Arabien startet islamische Anti-Terror-Allianz

Ist das das Engagement, das die USA seit langem fordern? Unter der Führung Saudi-Arabiens wollen sich 34 islamische Staaten zu einer Militärallianz zur Bekämpfung des Terrors zusammenschließen. Der große Konkurrent der Saudis, der Iran, ist nicht dabei.

Saudische F-15-Kampfjets, einer landet, ein anderer im Vordergrund am Boden

Saudische F-15-Kampfjets auf der Khamis Mushayt Militärbasis: Riad hat 34 islamische Staaten zu einer militärischen Anti-Terror-Allianz zusammengerufen

Saudi-Arabien will zusammen mit Dutzenden islamischer Staaten eine Militärallianz zur Bekämpfung des Terrorismus bilden. Insgesamt würden dem Bündnis 34 Nationen angehören, darunter die Türkei, Ägypten, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Malaysia und Pakistan, teilte das Königreich in einer über die staatliche Nachrichtenagentur SPA verbreiteten Erklärung am Dienstag mit.

Das sunnitische Saudi-Arabien werde die Führung der Allianz übernehmen. Der schiitische Iran, der mit Saudi-Arabien um Einfluss in der Region buhlt, tauchte unter den genannten Teilnehmerstaaten nicht auf. In der Hauptstadt Riad werde ein gemeinsames Zentrum zur Koordinierung und Unterstützung von Militäreinsätzen eingerichtet.

Nicht nur gegen den IS

Das Bündnis solle vor allem gegen Terrorismus im Irak, Syrien, Libyen, Ägypten und in Afghanistan vorgehen, sagte der Kronprinz und Verteidigungsminister des Landes, Mohammed bin Salman, auf einer Pressekonferenz. Aktionen vor allem in Syrien und im Irak würden international abgestimmt. Das neue Bündnis solle nicht nur gegen die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) vorgehen, sondern mit "jeder terroristischen Organisation, mit der wir konfrontiert werden."

Die USA haben wiederholt ein stärkeres Engagement der Golfstaaten bei der Bekämpfung der radikalen IS-Miliz in Syrien und im Irak gefordert. Der IS nutzt verstärkt auch im Jemen das Machtvakuum aus, um sich auszubreiten. Dort kündigte die von Saudi-Arabien geführte Militärallianz für diesen Dienstag eine Waffenruhe an, die zunächst sieben Tage gelten solle. Anlass sei der parallel angesetzte Auftakt der von den Vereinten Nationen vermittelten Friedensgespräche in der Schweiz.

dho/Reuters