Kaukasus-Krieg Merkel auf schwieriger Mission


Bundeskanzlerin Angela Merkel sucht mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew nach Lösungen für den Kaukasus-Konflikt. Die Politiker treffen sich in Sotschi, nur wenig von der georgischen Grenze entfernt. Für Merkel steht auch ein Besuch in der georgischen Hauptstadt Tiflis auf dem Programm.

Bundeskanzlerin Angela Merkel fliegt nach Sotschi am Schwarzen Meer, um mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew über den Georgien-Konflikt zu sprechen. Auch ein Besuch in der georgischen Hauptstadt Tiflis ist bereits geplant.

Mit den beiden Reisen folgt Merkel dem Beispiel des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, der am Dienstag bei Besuchen in Moskau und Tiflis zwischen den Konfliktparteien vermittelt hatte. Merkel wird sich nur wenige Stunden in Sotschi aufhalten und Medwedew in dessen Sommerresidenz treffen. Nach einem eineinhalbstündigen Gespräch sind eine Pressekonferenz und ein gemeinsames Essen geplant. Merkel will mit Medwedew Wege zu einer politischen Lösung des Konflikts wegen der abtrünnigen Regionen Südossetien und Abchasien ausloten.

Russland will bei dem Treffen Beweise für georgische Gräueltaten in Südossetien vorlegen. Der Botschafter Russlands in Berlin, Wladimir Kotenew, sagte der "Bild"-Zeitung": "Die georgischen Truppen haben Frauen und Kinder ermordet, Kirchen voller Flüchtlinge angezündet und ganze Dörfer niedergewalzt. Wir können dafür konkrete Beweise vorlegen." Außerdem wolle der russische Präsident Merkel vor einem zu großen Einfluss der osteuropäischen EU-Staaten auf die EU-Russland-Politik warnen. Kotenew sagte: "Präsident Medwedew will keinen Keil in die EU treiben. Aber er wird der Kanzlerin klarmachen, dass die osteuropäischen EU-Länder nicht allein die Russland-Politik der EU bestimmen dürfen. Das würde eine echte Partnerschaft verhindern."

Zugleich wehrte sich Kotenew gegen die internationale Kritik am Vorgehen Moskaus im Kaukasus. "Wer Russland jetzt an den Pranger stellt, schenkt einem georgischen Regime Glauben, das für einen Völkermord verantwortlich ist. Das verhöhnt die Opfer", sagte Kotenew. Es liege ausschließlich am Westen, "ob es eine neue Eiszeit gibt".

AP/DPA AP DPA

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