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Kompromiss im Atomstreit mit Iran: Staatengemeinschaft bleibt skeptisch

Der Iran hat den vor einer Woche ausgehandelten Kompromissvorschlag zum Austausch von Uran für Reaktorbrennstoff formell der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) vorgelegt. Ein iranischer Diplomat übergab am Montag am Sitz der Organisation in Wien die entsprechenden Dokumente dem IAEA-Chef Yukiya Amano.

Der Iran hat den vor einer Woche ausgehandelten Kompromissvorschlag zum Austausch von Uran für Reaktorbrennstoff formell der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) vorgelegt. Ein iranischer Diplomat übergab am Montag am Sitz der Organisation in Wien die entsprechenden Dokumente dem IAEA-Chef Yukiya Amano. Mit dabei waren auch Vertreter Brasiliens und der Türkei, die den Kompromiss mit dem Iran ausgehandelt hatten.

Die Regierung in Teheran hofft auf eine internationale Anerkennung des geplanten Tauschs, um neue UN-Sanktionen zu vermeiden. Es liege nun bei den Weltmächten, die Spannungen dadurch zu beenden, dass sie den Plan akzeptierten, erklärte der iranische Chefunterhändler Ali Asghar Soltanieh der Nachrichtenagentur AP. "Wir erwarten, dass die anderen jetzt die einzigartige Chance nutzen."

Laut dem Abkommen sollen 1.200 Kilogramm schwach angereichertes Uran innerhalb eines Monats aus dem Iran in die Türkei gebracht und dort unter internationaler Aufsicht aufbewahrt werden. Im Tausch soll der Iran innerhalb eines Jahres höherangereicherte Brennstäbe für den Betrieb eines medizinischen Forschungsreaktors erhalten. Die Brennstäbe sollen in Frankreich hergestellt werden. Die Vereinbarung basiert im Wesentlichen auf einem UN-Entwurf vom Oktober, den der Iran nach anfänglich positiven Signalen letztlich abgelehnt hatte.

Frühere Verhandlungen mit Deutschland und den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates - die USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China -, den Iran generell an der Urananreicherung zu hindern, waren fehlgeschlagen. Die Sechsergruppe reagierte deshalb skeptisch auf den Kompromiss, weil er nur einen Teil des iranischen Urans betrifft.

Der Iran nutzt sein Atomprogramm nach eigenen Angaben allein zu friedlichen Zwecken. Westliche Länder befürchten, dass die Regierung versuchen könnte, auch atomwaffenfähiges Uran zu erlangen. Der Iran nutzt sein Atomprogramm nach eigenen Angaben allein zu friedlichen Zwecken. Westliche Länder befürchten, dass die Regierung versuchen könnte, auch atomwaffenfähiges Uran zu erlangen.

Ungeachtet der Vereinbarung zwischen dem Iran, Brasilien und der Türkei arbeitet der Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen an neuen Sanktionen gegen Teheran. Die fünf ständigen Ratsmitglieder verständigten sich in der vergangenen Woche auf den Entwurf einer entsprechenden Resolution.

Unterdessen hat der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad drei Wochen vor dem ersten Jahrestag der umstrittenen Präsidentenwahl die Unzufriedenheit des Volkes ungewohnt direkt zu spüren bekommen. Bei einer Rede in der Stadt Chorramschahr im Südwesten des Landes wurde er am Montag mehrfach unterbrochen. "Wir sind arbeitslos" riefen etliche unter den Hunderten von Zuhörern. Öffentliche Unmutsbekundungen wie diese sind selten, da Ahmadinedschad seine Auftritte generalstabsmäßig plant. Die iranische Wirtschaft kämpft mit einer Inflation im zweistelligen Bereich und 25 Prozent Arbeitslosigkeit. Neue Sanktionen der Vereinten Nationen dürften die Lage im Land noch verschärfen.

APN / APN