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Konflikt um Tibet: Tote bei neuen Unruhen in China

Bei neuen Unruhen in von Tibetern bewohnten Gebieten in Westchina sind ein Polizist sowie ein tibetischer Mönch getötet worden. China gibt die offizielle Zahl der Toten mit bislang 22 an. Die tibetische Exilregierung stellte indessen eine Bilanz von rund 140 Toten ins Internet.

Bei neuen Unruhen zwischen tibetischen Demonstranten und der Polizei sind in der westchinesischen Provinz Sichuan mindestens zwei Menschen getötet worden. Bei einem der Opfer handelt es sich um einen Polizisten, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Mehrere weitere Polizisten seien verletzt worden. Tibetischen Aktivisten zufolge wurden auch ein buddhistischer Mönch getötet und ein weiterer schwer verwundet.

Die Unruhen begannen am Montag zunächst mit einem friedlichen Protestzug von Mönchen und Nonnen in Garze, einer überwiegend von Tibetern bewohnten Präfektur der Provinz Sichuan. Unterdessen nahm die chinesische Polizei 13 Tibeter wegen eines Protestmarschs vom 10. März in Lhasa fest. Wie die Zeitung "Xizang Ribao" berichtete, waren die Festgenommenen an einer Demonstration in der Nähe des berühmten Jokhang-Tempels im Herzen der tibetischen Hauptstadt beteiligt gewesen.

381 Menschen haben sich Behörden gestellt

Zur Gewalt in der westchinesischen Provinz Sichuan kam es nach Angaben des im indischen Dharamsala ansässigen Tibetischen Zentrums für Menschenrechte und Demokratie, als bewaffnete Polizisten die Menge zerstreuen wollten. Xinhua berichtete weiter, im Bezirk Aba hätten sich 381 Menschen, die an Protesten beteiligt gewesen seien, den Behörden gestellt. Dort waren am 16. März schwere Ausschreitungen gemeldet worden. Bewohner hatten von mindestens 18 durch Polizeischüsse getöteten Demonstranten berichtet.

Wie örtliche Behörden berichteten, habe die Polizei lediglich "Warnschüsse" abgegeben. Dem widersprechen Informationen exiltibetischer Organisationen, wonach in der selben Region im Luhuo- Kreis am Montag mindestens ein 18 Jahre alter tibetischer Mönch von Angehörigen der bewaffneten Polizei (Wujing) erschossen wurde. Die Sicherheitskräfte hätten mehrmals wahllos in die Menge der rund 200 protestierenden Tibeter - unter ihnen viele Nonnen und Mönche - gefeuert, als diese sich einem Behördengebäude näherten. Ein zweiter Mönch befinde sich in kritischem Zustand, wie das Tibetan Center of Human Rights an Democracy (TCHRD) berichtete.

Tibetische Exilregierung spricht von 140 Toten

Die Unruhen in der Himalaya-Region sind eine der größten Herausforderungen für die chinesische Führung seit Jahrzehnten. In Sichuan leben viele Tibeter. Dort kam es nach Beginn der Proteste in der tibetischen Hauptstadt Lhasa am 10. März wiederholt zu heftigen Ausschreitungen wegen der anhaltenden Besatzung Tibets durch China. China hat die offizielle Zahl der Toten mit bislang 22 angegeben. Die tibetische Exilregierung stellte indessen eine Bilanz von rund 140 Toten ins Internet. In einer Pressemitteilung werden die Namen von 40 Tibetern genannt, die seit Beginn der Unruhen ums Leben gekommen sein sollen.

Ferner wird auf die Schwierigkeit hingewiesen, an zusätzliche Informationen zu gelangen. Gleichwohl heißt es dann weiter, insgesamt seien etwa 140 Tibeter getötet worden. Auch in Nepal gab es neue Proteste von Tibetern. In der Hauptstadt Kathmandu löste die Polizei eine Demonstration gewaltsam auf, rund 100 Menschen wurden festgenommen. Die Aktion fand vor dem Visabüro der chinesischen Botschaft statt.

DPA/AP / AP / DPA