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Kritik an Afghanistan-Politik Ex-Pentagon-Chef Gates giftet gegen Obama


Obamas einziges Ziel in Afghanistan - da rauskommen, egal wie. Das behauptet zumindest der ehemalige Chef des Pentagons, der aus dem Ruhestand gegen seinen früheren Boss wettert.

Der ehemalige US-Verteidigungsminister Robert Gates hat in einem Buch scharfe Kritik an Präsident Barack Obamas Afghanistan-Politik geübt. Obama habe nicht "an seine eigene Strategie" in dem Konflikt geglaubt und der Militärführung nicht vertraut, wie US-Zeitungen am Dienstag aus dem Buch zitierten. So sei Obama nach der Aufstockung der Afghanistan-Truppe um mehr als 30.000 US-Soldaten von Zweifeln geplagt gewesen. "Obama war skeptisch, wenn nicht sogar regelrecht überzeugt, dass es scheitern würde", heißt es den Angaben zufolge in dem Buch.

Der Präsident habe nur das eine Ziel: Die Truppen aus Afghanistan abzuziehen. Zudem hält Gates dem Präsidenten extrem scharfe Zentralisierung und Kontrolle in Sicherheitsfragen vor - stärker als in den Zeiten von Präsident Richard Nixon.

Gates hatte von 2006 bis 2009 dem republikanischen Präsidenten George W. Bush gedient. Obama beließ ihn nach seinem Amtsantritt zunächst im Amt, 2011 ging der heute 70-jährige Gates in den Ruhestand. Seine Karriere startete Gates beim Auslandsgeheimdienst CIA, wo er in 27 Jahren insgesamt sechs verschiedenen Präsidenten diente. Von 1991 bis 1993 war er CIA-Chef. Das Buch mit dem Titel "Duty: Memoirs of a Secretary of War" (Die Pflicht: Memoiren eines Kriegsministers) soll kommende Woche erscheinen.

Obama könne Karsai "nicht ausstehen"

Gates schildert nach Berichten der "New York Times" und der "Washington Post" darin etwa ein Treffen im Weißen Haus im März 2011. "Als ich da saß, dachte ich: Der Präsident traut diesem Kommandeur nicht, er kann (den afghanischen Präsidenten Hamid) Karsai nicht ausstehen, glaubt nicht an seine eigene Strategie und betrachtet diesen Krieg nicht als den seinen." Alles, was für Obama gezählt habe, sei "da rauszukommen". Es ist das erklärte Ziel der USA und der NATO-Partner, bis Ende 2014 die Soldaten vom Hindukusch abzuziehen. Lediglich zu Ausbildungs- und Beratungszwecken sollen noch Truppen im Land bleiben.

Die Vorwürfe aus dem Ruhestand überraschen. Gates galt bisher als loyal. In ersten Kommentaren hieß es, Gates hätte angesichts solcher Vorhaltungen gegen den Präsidenten eher zurücktreten müssen, als jetzt nachzutreten.

Allerdings richtete Gates auch Vorwürfe an Bush, der nach dem Terrorangriffen 2001 den Afghanistan-Einmarsch angeordnet hatte. Mit Blick auf den von Bush erhofften Wandel in dem Land meint Gates den Angaben zufolge, seine Ziele seien "auf peinliche Weise ehrgeizig und historisch naiv" gewesen.

vim/DPA/AFP DPA

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