HOME

Liu Xia: Witwe von Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo darf China verlassen

Noch im April hat die deutsche Botschaft der Dichterin Liu Xia Hilfe für eine Ausreise angeboten, nun ist die Witwe des Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo auf dem Weg nach Berlin. Nach acht Jahren unter Hausarrest darf sie China verlassen.

Liu Xia hält ein Foto ihres verstorbenen Mannes Liu Xiaobo

Liu Xia, Witwe des Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo, stand seit 2010 unter Hausarrest

AFP

Seit acht Jahren stand Liu Xia in China unter Hausarrest, nun darf sie ausreisen: Die Witwe des Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo hat gegen 11 Uhr Ortszeit ein Flugzeug in Richtung der finnischen Hauptstadt Helsinki verlassen. Das teilte ein Freund der Familie mit. Anschließend will Liu nach Angaben von Amnesty International nach Deutschland weiterreisen.

Laut der in Taiwan ansässigen Vereinigung für Menschenrechte in China ist Berlin das genaue Ziel von Lius Reise. Der im Berliner Exil lebende chinesische Schriftsteller Liao Yiwu werde Liu in der deutschen Hauptstadt in Empfang nehmen.

Liu Xia: Hausarrest ohne Vergehen

Liu stand seit der Verleihung des Friedensnobelpreises an ihren Mann im Jahr 2010 unter Hausarrest. Die deutsche Botschaft hatte ihr im April Hilfe für eine Ausreise in die Bundesrepublik angeboten. Am Montag hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Chinas Ministerpräsident Li Keqiang zu Gesprächen im Rahmen der Deutsch-Chinesischen Regierungskonsultationen in Berlin empfangen. 

Bislang hatte Peking die Aufhebung des Arrests abgelehnt, obwohl Liu nie eines Vergehens angeklagt wurde. Die Dichterin war gesundheitlich angeschlagen und hatte 2014 nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation einen Herzanfall erlitten.

fri / AFP