Nach dem G20-Gipfel in Toronto Gabriel: Märkte bleiben unreguliert


Lippenbekenntnisse statt schärferer Spielregeln für den internationalen Finanzmarkt. Die Bilanz des G20-Gipfels in Toronto ist ernüchternd - zumindest für Sigmar Gabriel, den Vorsitzenden der deutschen Oppositionspartei SPD.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat die Ergebnisse des G20-Gipfels in Toronto als unzureichend kritisiert. Er sagte am Montag im Deutschlandfunk, die führenden Industrienationen hätten nichts für die Finanzmarktregulierung getan. Die Staats- und Regierungschefs hätten "die Märkte unreguliert gelassen, so dass die nächste Krise kommen kann".

Gabriel kritisierte eine mangelnde europäische Abstimmung, vor allem zwischen Deutschland und Frankreich. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei "ohne abgestimmte Strategie" gewesen. Das Verhältnis vor allem zu Frankreich sei "dermaßen ruiniert, dass die Europäer als Einzelkämpfer dorthin fahren", sagte Gabriel weiter.

Neben dem Schuldenabbau forderte der SPD-Chef mehr Investitionen, vor allem im Bildungsbereich. "Wir haben eine miserable Netto- Investitionsquote. Da haben andere Staaten Recht mit ihrer Kritik an Deutschland."

Die stärksten Volkswirtschaften der Welt (G20) wollen künftig durch Schuldenabbau Arbeitsplätze und Wohlstand schaffen. Auf diese - wenn auch unverbindlichen - Ziele verständigten sich die Staats- und Regierungschefs der G20 im kanadischen Toronto. Sie blieben aber auch im zweiten Jahr nach der schweren Wirtschaftskrise die versprochenen schärferen Spielregeln für die Banken schuldig.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sah die Finanzpolitik Deutschlands und Europas in Toronto bestätigt. "Ehrlich gesagt, ist es mehr als ich erwartet habe (...)." Es sei eine Formel für "wachstumsfreundlichen Defizitabbau" gefunden worden.

DPA DPA

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