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Protestwelle nach Schulmassaker: Diese Firmen unterstützen weiterhin die US-Waffenlobby NRA

Nach dem Amoklauf von Florida mit 17 Toten tobt in den USA wieder einmal die Diskussion um schärfere Waffengesetze. Doch dieses Mal bekommt die Waffenlobby NRA Gegenwind zu spüren - auch wenn manche Firmen weiter zu ihr halten.

In den USA weiterhin frei verkäuflich, Sturmgewehre wie das AR-15 (im Bild).

In den USA weiterhin frei verkäuflich, Sturmgewehre wie das AR-15 (im Bild). Doch der Druck auf die mächtige Waffenlobby NRA wächst.

AFP

Der Amoklauf mit einem Sturmgewehr an einer Schule in Florida am Valentinstag hat erneut die Diskussion um die laschen Waffengesetze in den USA entfacht. Doch diesmal ist etwas anders. Die mächtige Waffenlobby, die National Rifle Association (NRA), bekommt tatsächlich ernste Auswirkungen für ihre sture Blockade-Haltung gegen jedwede Verschärfung des Waffenrechts zu spüren.

Die NRA bietet ihren zahlenden Mitgliedern zahlreiche Vorteile durch Kooperationen mit Unternehmen. So bekommen eingetragene Waffennarren etwa Rabatte auf Mietwagen, Hörgeräte, Umzugswagen oder Wein. Doch zumindest teilweise ist damit nun Schluss. Im Zuge einer breiten Protestwelle in der Bevölkerung teilten einige Firmen mit, dass sie Vergünstigungen für Mitglieder der Organisation streichen werden. Dazu zählen die großen Fluggesellschaften United und Delta Airlines. Beide forderten die NRA am Samstag via Twitter auf, die Rabatt-Angebote von ihrer Webseite zu nehmen.

Auch die Autoverleiher Hertz und Enterprise, der Versicherungsriese MetLife, die Internet-Sicherheitsfirma Symantec und mehrere Hotelketten haben bisherige Vergünstigungen gestrichen. Bereits am Donnerstag hatte die First National Bank im US-Staat Omaha angekündigt, eine NRA-Kreditkarte nicht weiter herauszugeben. Der Grund seien Rückmeldungen von Kunden gewesen, begründete die Bank ihren Schritt.

Diese Firmen halten zur NRA:

Die NRA wiederum reagierte ihrerseits mit einem Statement, diese Firmen würden "auf schändliche Weise ihre politische und bürgerliche Feigheit zur Schau stellen". Da ist es doch gut - zumindest aus NRA-Sicht -, dass es Firmen gibt, die trotz der anhaltenden Boykott-Rufe zu der Waffenlobby halten. Die US-Webseite "Huffington Post" sowie das Portal "Think Progress" haben Listen zusammengestellt, welche Unternehmen unter anderem weiter mit der NRA kooperieren:


  • Beim Paketdienst FedEx bekämen NRA-Mitgliedern bis zu 26 Prozent Rabatt.
  • Der Kredikarten-Dienstleister Clearent bietet auf seiner Webseite "feuerwaffen-freundliche" Dienste an.
  • Die Versicherungsgesellschaft Lockton betreibt über eine Tochterfirma ein NRA-Waffenbesitzer-Versicherung, die eben jenen helfen soll, wenn sie ihre Waffe zur Selbstverteidigung benutzt hätten und das in einem "juristischen Albtraum" ende.
  • Der Reiseanbieter Hotel Planer ermöglicht NRA-Mitgliedern, vergünstigt Zimmer bei großen Hotelketten zu buchen.
  • Midway USA, ein Händler von Outdoor-Artikeln, schreibt auf seiner Homepage: "Keine Firma in Amerika engagiert sich mehr (...) für die Ziele der NRA".
  • Vinesse Wines betreibt den "offiziellen NRA Weinklub".
  • Auf Apple TV, Youtube und Roku können sich Nutzer via NRA TV den ganzen Tag mit Pro-Waffen-Propaganda berieseln lassen.


Die NRA sieht trotz des gestiegenen Drucks und der öffentlichen Distanzierung zahlreicher ehemaliger Partner keinen Handlungsbedarf. "Die NRA unterstützt keinerlei Verbot", sagte ihre Sprecherin Dana Loesch am Sonntag dem Sender ABC News. Sie forderte außerdem, dass Lehrer und Eltern frei entscheiden sollten, ob Lehrer zum Schutz von Schulen bewaffnet werden. 

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