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Proteste in Brasilien: Großdemonstration in Rio de Janeiro erwartet

Hunderttausende haben in Brasilien die Rücknahme der umstrittenen Preiserhöhungen im Nahverkehr erreicht. Doch weitere Proteste werden erwartet. Gewalt überschattet den Confederations Cup.

In Niteroi bei Rio de Janeiro haben Tausende gegen Korruption und Misswirtschaft in Zusammenhang mit der Fußball-WM demonstriert

In Niteroi bei Rio de Janeiro haben Tausende gegen Korruption und Misswirtschaft in Zusammenhang mit der Fußball-WM demonstriert

In Brasilien ist vorerst kein Ende der Masseproteste gegen soziale Ungleichheit in Sicht. Die Demonstranten können zwar einen Teilsieg verbuchen: Landesweit wurden Fahrpreiserhöhung für Busse und U-Bahnen zurückgenommen. Doch für (den heutigen) Donnerstag werden weitere Proteste erwartet - vor allem in Rio de Janiero, wo im Maracanã-Stadion das Spiel Spanien-Tahiti im Confederations Cup ausgetragen wird.

Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke rechnet mit einer Million Demonstranten. Dies sagte der Franzose am Rande des Fußballspiels Brasilien gegen Mexiko. "Wir können nichts tun", sagte Valcke. "Das ist eine unangenehme Situation für alle Beteiligten. Niemand ist damit glücklich." Das Fußballturnier wird zunehmend von den Demonstrationen überschattet. Bei der Eröffnung des Confed Cups gab es laute Buhrufe gegen Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff.

Am Mittwochabend verkündeten São Paulos Gouverneur Geraldo Alckmin und der Bürgermeister Fernando Haddad die Rücknahme der Preiserhöhungen. Beide Politiker sprachen von einem "großen Opfer" und machten klar, dass die Einnahmeausfälle an anderer Stelle eingespart werden müssten. Auch in Rio kündigte Bürgermeister Eduardo Paes die Rücknahme der Tariferhöhung von 2,75 auf 2,95 Reais an. Den gleichen Schritt hatten zuvor bereits sieben andere Städte verkündet.

Tränengas und solidarische Fußballspieler

Die Demonstranten in São Paulo zeigten sich zwar zufrieden mit der Preisrücknahme. Sie befürchten aber nun im Gegenzug andere Einsparungen, etwa im Gesundheits- oder Bildungssystem.

Busse und Bahnen sind für Millionen Brasilianer die einzige Möglichkeit, zur Arbeit zu kommen. Die Tarife waren in São Paulo von 3,00 auf 3,20 Reais (1,10 Euro) angehoben worden. Landesweit waren Hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen. Die Tariferhöhung war ein zentrales Anliegen, doch die Proteste richten sich auch gegen die Milliarden-Kosten für die WM 2014, Misswirtschaft und Korruption.

In Niteroi bei Rio de Janeiro gingen am Mittwochabend erneut Tausende Menschen auf die Straße. Es kam zu Zusammenstößen mit Sondereinheiten der Polizei, die Tränengas einsetzten. Die Demonstranten hatten zuvor eine Brücke besetzt. Einige Randalierer versuchten, einen Bus umzustürzen und in Brand zu setzen. Auch in São Paulo zogen Tausende über die zentrale Avenida Paulista.

In Fortaleza kam es vor dem Anpfiff des Confed-Spiels zwischen Brasilien und Mexiko zu zunächst friedlichen Protesten. Spieler der brasilianischen Nationalmannschaft erklärten sich solidarisch mit friedlichen Demonstranten.

ono/DPA/DPA

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