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Russischer Starmoderator Wladimir Posner: "Es gibt bei uns keine unabhängigen Medien"

Deutliche Worte: Der russische Starmoderator Wladimir Posner hat die russische Führung scharf kritisiert. Der Staat missbrauche die Medien als Propagandainstrument wie zu Sowjetzeiten.

Der russische Starmoderator Wladimir Posner (81) sieht in seiner Heimat das Ende des Journalismus kommen. Das Staatsfernsehen habe nur noch die Aufgabe, die gesellschaftliche Meinung im Sinne der Regierung zu prägen, sagte Posner Medien zufolge am Montag auf einer Konferenz des Menschenrechtsrates beim Kreml.

Er selbst habe schon mehrfach Wunschgäste nicht in seine TV-Sendung einladen können. Als Beispiel nannte er den Oppositionellen Boris Nemzow, der am 27. Februar in Kremlnähe hinterrücks erschossen wurde.

"Noch arbeite ich, aber nach diesem Auftritt vielleicht nicht mehr lange", sagte Posner als Redner der Konferenz. Der Staat missbrauche die Medien wieder als Propagandainstrument. Bereits zu Sowjetzeiten seien Journalisten "Soldaten an der ideologischen Front" gewesen.

Die Führung könne die wenigen unabhängigen Medien heute mit einem Handstreich schließen. "In diesem Sinne gibt es bei uns keine echten unabhängigen Medien", meinte Posner.

Kremlkritischer Sender ist "hirntod"

Zuletzt hatte der Mitbegründer des kremlkritischen Radiosenders Echo Moskwy, Sergej Korsun, einen "Hirntod der Station" beklagt. Nur der Organismus funktioniere noch. Miteigentümer des Senders ist der Staatskonzern Gazprom, der große Teile der Medien in Russland kontrolliert.

tis/DPA / DPA
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