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Präsidentenwahl: Auslandsrumänen drängen zu den Urnen

Stichwahl um das Präsidentenamt: Die Rumänen müssen sich am Sonntag für den deutschstämmige Klaus Iohannis oder den Sozialisten Victor Ponta entscheiden. Zuvor fehlte eine absolute Mehrheit.

An diesem Sonntag entscheidet sich in einer Stichwahl, ob der sozialistische Ministerpräsident Victor Ponta oder sein bürgerlicher Rivale Klaus Iohannis Rumäniens Staatspräsident wird. Im ersten Wahlgang am 2. November hatten die beiden am besten abgeschnitten, aber die absolute Mehrheit verfehlt. Ponta lag dabei um etwa zehn Prozentpunkte vor dem deutschstämmigen Iohannis.

Die im Ausland lebenden Rumänen beteiligen sich offensichtlich rege an der Präsidentenwahl in ihrer Heimat. Schon am frühen Sonntagmorgen bildeten sich lange Schlangen bei den Konsulaten in Berlin, Paris, München und Wien, aber auch in Spanien und Italien, berichtete die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax. Insgesamt gibt es 294 rumänische Wahllokale im Ausland.

In der ersten Runde hatten tausende Auslandsrumänen ihre Stimme nicht abgeben können, weil die Konsulate den Ansturm nicht bewältigen konnten. Pontas Gegner werfen der Regierung vor, den Zugang der Auslandsrumänen absichtlich erschwert zu haben, weil diese erfahrungsgemäß keine Linken wählen.

Armenhaus am Rand der EU

Nach dem gewaltsamen Sturz des kommunistischen Diktators Nicolae Ceausescu 1989 hat sich die wirtschaftliche Lage Rumäniens nur langsam verbessert. Als Probleme gelten bis heute mangelnde Rechtssicherheit, schlechte Infrastruktur, unzureichende Sozialsysteme und Korruption. Trotz wirtschaftlicher Fortschritte sind viele Rumänen noch immer von Armut bedroht. Besonders schwierig ist die Lage der Landbevölkerung. Die nationale Minderheit der Roma ist besonders von Armut und Ausgrenzung betroffen.

2004 trat das südosteuropäische Land mit seinen rund 22 Millionen Einwohnern der Nato bei, seit 2007 ist Rumänien EU-Mitglied. Die von Brüssel verordnete rigide Sparpolitik führte mehrfach zu wütenden Protesten gegen die Regierung. Ein Notkredit von Internationalem Währungsfonds (IWF) und EU hatte das Land 2009 vor dem Bankrott bewahrt. Deutschland ist der mit Abstand wichtigste Handelspartner.

mka/DPA / DPA