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Streit um Raketentest: Nordkorea kündigt Atomgespräche auf

Der Konflikt um Nordkoreas Atomwaffenprogramm eskaliert: Weil der Weltsicherheitsrat das Land wegen eines Raketenstarts verurteilt hat, will Nordkorea "nie wieder" an den Sechs-Nationen-Gesprächen über sein Nuklearprogramm teilnehmen.

Aus Proteste gegen die Verurteilung des nordkoreanischen Raketenstarts durch den UN-Sicherheitsrat will Nordkorea die Sechs-Nationen-Gespräche über sein Atomprogramm beenden. Dies teilte das Außenministerium in Pjöngjang in einer Erklärung mit, die am Dienstag von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreitet wurde. Die Gespräche seien nun nicht mehr nötig, Nordkorea werde "nie wieder" daran teilnehmen. Pjöngjang kündigte gleichzeitig eine Stärkung seiner atomaren Abschreckung an. Nordkorea plane daher die Wiederinbetriebnahme seines Leichtwasser-Reaktors, mit dem waffenfähiges Plutonium hergestellt werden könne.

Der UN-Sicherheitsrat hatte den Raketenstart am Montag in einer Präsidialerklärung nach zähem Ringen verurteilt. Der Start des Flugkörpers habe gegen ein Verbot der Vereinten Nationen verstoßen, befand das Gremium. Der Rat verlangte zudem die Durchsetzung bestehender Sanktionen gegen die Regierung in Pjöngjang. Mit der einstimmig angenommenen Erklärung verlangen die 15 Mitglieder des Sicherheitsrates, dass Nordkorea keine weiteren Raketenstarts vornimmt. Wegen Bedenken Chinas und Russlands kam jedoch keine neue UN-Resolution zustande.

Nordkorea hatte am 5. April eine Rakete gestartet und erklärt, damit einen Fernmeldesatelliten ins All geschossen zu haben. Die USA, Japan und Südkorea werfen Nordkorea jedoch vor, in Wirklichkeit die Technologie für eine militärische Langstreckenrakete getestet zu haben. Sie sehen im Start der Rakete einen von den Vereinten Nationen verbotenen Test. Am Montag hatte Südkorea erklärt, das Nachbarland müsse von "provokativen Aktionen" Abstand nehmen, die den Frieden auf der koreanischen Halbinsel gefährdeten.

Vor zwei Jahren hatten Nordkorea, Südkorea, China, Japan, Russland und die USA vereinbart, dass das nordkoreanische Atomprogramm stufenweise beendet wird. Als Gegenleistung sollte Pjöngjang unter anderem Heizöllieferungen erhalten. Die US-Regierung strich Nordkorea von ihrer Liste der "Schurkenstaaten". Die Umsetzung der Vereinbarung geriet jedoch immer wieder ins Stocken.

DPA/Reuters/AFP / DPA / Reuters