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Botschaft im Internet: Terrormiliz IS bekennt sich zu Anschlag in Tunis

Die Extremistenmiliz IS hat sich selbst des Attentats auf das Nationalmuseum in Tunis mit mindestens 25 Toten bezichtigt. Neun verdächtige Personen wurden bereits festgenommen.

Zu dem Anschlag auf das Nationalmuseum in Tunis mit mindestens 25 Toten hat sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannt. In einer am Donnerstag im Internet verbreiteten Audio-Botschaft drohte der IS zudem mit weiteren Anschlägen. Nach dem Attentat, bei dem am Mittwoch 20 ausländische Touristen getötet wurden, nahmen die tunesischen Behörden neun Verdächtige fest.

Entgegen ersten Angaben tunesischer Behörden geht das Auswärtige Amt in Berlin davon aus, dass unter den Opfern keine Deutschen sind. Deutschland und Frankreich sagten Tunesien ihre Hilfe beim Kampf gegen den Terror zu.

Vier der Gefassten ständen in einer direkten Verbindung zu der Tat, erklärte das tunesische Präsidialamt lokalen Medienberichten zufolge. Fünf weitere Verdächtige sollen demnach Kontakt zu ihnen gehabt haben. Zwei der Angreifer waren beim Eingreifen einer Spezialeinheit am Mittwoch getötet worden.

Merkel sagt Tunesien Unterstützung zu

Die Tat war der schwerste Terroranschlag in Tunesien seit Beginn des arabischen Aufstands vor mehr als vier Jahren. Das Land ist der einzige arabische Staat, der seitdem den Übergang in die Demokratie geschafft hat. Gleichzeitig kämpft Tunesien mit Extremisten. Mit bis zu 3000 Kämpfern stellen Tunesier Schätzungen zufolge die größte Gruppe unter den ausländischen Kämpfern im Irak und in Syrien dar.

Sicherheitsexperten warnen, dass vor allem über die Grenze zum östlich gelegenen Bürgerkriegsland Libyen Syrien-Heimkehrer mit Ausbildung der Terrormiliz IS einsickern können. Kurz vor dem Anschlag hatte sich der in Tunesien bekannte Rapper Maurouane Douiri dem IS angeschlossen.

Papst Franziskus zeigte sich über die Bluttat bestürzt. In einem Telegramm an den Erzbischof von Tunis verurteilte er "jeden Akt gegen den Frieden und gegen die Sakralität des menschlichen Lebens". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) versprach Tunesien weitere deutsche Unterstützung. "Wir werden alles tun, was in unserer Kraft steht, um Tunesien zu helfen", sagte Merkel im Bundestag. Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve will am Freitag zu Anti-Terror-Gesprächen nach Tunesien reisen.

tob/AFP/DPA / DPA