VG-Wort Pixel

Ukraine Zahlreiche Tote bei Beschuss von Wohnviertel in Mariupol


In der Ostukraine sind nach einem Raktenbeschuss mindestens 20 Menschen getötet worden. Wer dahinter steckt, ist noch unklar - auch wenn die Täter für das ukrainische Militär bereits feststehen.

Beim Beschuss eines Vorortes der ostukrainischen Hafenstadt Mariupol sind mindestens 20 Menschen getötet worden. Mehr als 80 Zivilisten seien verletzt worden, teilte das Innenministerium in Kiew am Samstag mit. Ukrainische Medien zeigten Bilder von brennenden Autos. Eine schwarze Rauchsäule stieg in den Himmel auf. Nach Darstellung des ukrainischen Militärs wurde ein Wohnviertel von Grad-Raketen getroffen.

Die ukrainische Führung und die prorussischen Aufständischen im Bürgerkriegsgebiet machten sich gegenseitig für den Angriff verantwortlich. Die Aufständischen wiesen die Anschuldigungen als "Lügen" zurück. Ihre Kämpfer hätten Mariupol nicht beschossen, teilte die Führung in Donezk mit.

An mehreren Orten in der Ostukraine warfen sich die Konfliktparteien erneut gegenseitige Angriffe vor. Die Separatisten hatten am Freitag eine Großoffensive angekündigt. Der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk forderte eine Krisensitzung des UN-Sicherheitsrats zur Lage im Osten des Landes.

OSZE will im Konflikt vermitteln

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) schickte nach eigenen Informationen Beobachter zur Überprüfung des Vorfalls nach Mariupol am Asowschen Meer. In den vergangenen Tagen waren Dutzende Zivilisten bei Gefechten im Bürgerkriegsgebiet Donbass ums Leben gekommen, zuletzt beim Beschuss einer Bushaltestelle in Donezk am Donnerstag. Die OSZE forderte ein sofortiges Ende der Kämpfe in Wohngegenden sowie den Abzug schwerer Waffen, wie ihn Vertreter der ukrainischen Führung und der moskautreuen Separatisten in der weißrussischen Hauptstadt Minsk vereinbart hatten.

Die OSZE sei zu Vermittlungen bereit, hieß es. Die Aufständischen hatten neue Gespräche in Minsk jedoch zunächst abgelehnt. Ihr Anführer Alexander Sachartschenko sagte, er wolle nur noch mit Präsident Petro Poroschenko sprechen. In dem Konflikt wurden nach UN-Angaben seit April 2014 mehr als 5000 Menschen getötet.

kup/DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker