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Krise in der Ostukraine: Rebellen ziehen schwere Waffen von der Front ab

Die ukrainische Regierung und die pro-russischen Rebellen setzen offenbar das Abkommen von Minsk um und ziehen große Anteile ihrer Waffen von der Front ab. Ein Ende der Kämpfe scheint möglich.

Pro-russische Kämpfer und die Regierung der Ukraine ziehen schwere Waffen von der Front ab

Pro-russische Kämpfer und die Regierung der Ukraine ziehen schwere Waffen von der Front ab

Die ukrainische Regierung hat einen umfangreichen Abzug schwerer Waffen durch die pro-russischen Rebellen von der Front im Osten des Landes bescheinigt. Präsident Petro Poroschenko erklärte im Fernsehen, sein Militär habe "den Löwenanteil" seiner Waffen abgezogen. "Die von Russland unterstützen Kämpfer haben ebenfalls eine signifikante Zahl zurückgezogen."

Beide Seiten setzen damit das Abkommen von Minsk um, das ein Ende der Kämpfe zum Ziel hat. Zuvor hatte sich Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zuversichtlich gezeigt, dass sich die Lage im Osten stabilisieren könnte.

64 Tote seit Beginn der Waffenruhe

Seit dem offiziellen Beginn der Waffenruhe mit den prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine am 15. Februar sind nach Angaben von Poroschenko 64 Soldaten getötet worden. Insgesamt seien in dem knapp elfmonatigen Konflikt bisher 1549 Soldaten getötet worden, sagte Poroschenko. Die Vereinten Nationen zählten bislang insgesamt mehr als 6000 Tote, vornehmlich Zivilisten.

Die seit dem 15. Februar geltende Waffenruhe ist Bestandteil des vereinbarten Friedensabkommens. Sie ist relativ stabil, immer wieder gibt es aber kleinere Gefechte. Teil der Vereinbarung ist auch ein Rückzug schwerer Waffen von der Frontlinie.

Poroschenko kündigte an, er habe für Dienstag sein "Kriegskabinett" einberufen. Dieses solle "wichtige Entscheidungen" treffen. Nähere Angaben machte der Präsident nicht.

mka/AFP/Reuters / Reuters
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