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Unglück: Mindestens 100 Tote bei Flugzeugabsturz in Benin

Mindestens 100 Menschen sind in Benin am Donnerstag bei Absturz eines Passagierflugzeugs ums Leben gekommen. An Bord waren viele libanesische Gastarbeiter, die ihren Weihnachtsurlaub bei ihren Familien verbringen wollten.

Beim Absturz eines Charterflugzeugs vor der Küste von Benin sind am Donnerstag nach lokalen Medienangaben mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Die Regierung des westafrikanischen Landes sprach nach einem Bericht des britischen Senders BBC von 18 Überlebenden. An Bord der Boeing 727 waren überwiegend libanesische Gastarbeiter, die über Weihnachten nach Hause reisen wollten. Das Unglück ereignete sich in Benin, das zwischen Togo und Nigeria am Golf von Guinea liegt.

Angeblich 18 Überlebende

18 Menschen hätten den Absturz der Boeing überlebt, sagte die Gesundheitsministerin des westafrikanischen Landes, Celine Segnon, in der Hauptstadt Cotonou. Vier Menschen, die zunächst hatten gerettet werden können, seien im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen. Rettungskräfte arbeiteten in der Nacht im grellen Licht der Scheinwerfer.

Offenbar Fahrwerksprobleme

Nach Angaben des Towers von Cotonou hatte die Maschine, die in die libanesische Hauptstadt Beirut fliegen sollte, offenbar ein Problem mit dem Fahrwerk. Sie habe nach dem Start in Cotonou ein Gebäude gestreift, sei explodiert und ins Meer gestürzt. "Das Heck des Flugzeugs traf ein Gebäude am Ende der Startbahn", sagte der Sicherheitsbeauftragte des Flughafens, Jerome Dandjinou. "Das Flugzeug explodierte, und die Trümmer stürzten ins Wasser." Der Atlantische Ozean ist nur 500 Meter vom Flughafen entfernt. Die Maschine der Fluggesellschaft United Transport Airlines aus Guinea war in Conakry gestartet und nahm in Freetown (Sierra Leone) sowie Cotonou weitere Passagiere mit dem Ziel Beirut auf.

Auf dem Weg nach Beirut

Die Maschine der Fluglinie Union Transport Africaines (UTA) war mit mindestens 31 Passagieren von Conakry in Guinea nach Cotonou geflogen. Dort hatte sie nach Angaben des Towers 63 weitere Passagiere an Bord genommen. Es waren in der Mehrzahl Libanesen, die in Beirut ihre Ferien verbringen wollten. Die Maschine hat Platz für 141 Passagiere und Besatzungsmitglieder.

Ein Flügel in den Meeresboden gerammt

Helfer und Angehörige der in Cotonou zugestiegenen Fluggäste setzten bis in die Nacht hinein die Suche nach Überlebenden und Toten an der Küste fort. Fischer, Marinetaucher und Helfer des Roten Kreuzes beteiligten sich an der Suche. Angehörige versuchten vergeblich, tauchend ein Teil des Rumpfes der Maschine umzudrehen, deren einer Flügel sich in den Meeresboden gerammt hatte. Das abgerissene Cockpit der Maschine lag am Ufer. Trümmerteile des Flugzeugs trieben am Freitag nur etwa 100 Meter vom Strand entfernt auf den Wellen. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AP sah zwischen den Wrackteilen Dutzende von leblosen Körpern, unter ihnen Männer, Frauen, Kinder und Säuglinge.

Keine Chance für Passagiere im vorderen Teil

Der Präsident Benins, Mattieu Kerekou, begab sich an die Absturzstelle und informierte sich über das Unglück. Die meisten der libanesischen Passagiere wollten offenbar zum Weihnachtsurlaub nach Hause. Tausende Libanesen leben und arbeiten in Westafrika. Ein Überlebender, Nabil Haschem, sagte dem libanesischen Fernsehsender El Manar, er habe sich im hinteren Teil des Flugzeugs befunden und sich schwimmend retten können. Für die Passagiere im vorderen Teil habe es kaum eine Chance gegeben. "Möge Gott ihnen gnädig sein", sagte Haschem. "Es war ein schrecklicher Anblick."

Zwischen Hoffen und Bangen

Die Maschine mit der Flugnummer UTA 141 war in Beirut gegen Mitternacht erwartet worden. Auf dem Flughafen dort warteten Angehörige auf Nachricht über das Schicksal ihrer Verwandten. "Wir hoffen, sie leben noch", sagte viele. "Das war mein Sohn, der mich aus Deutschland angerufen hat", erzählte aufgeregt ein Mann. "Er hat mir gesagt, dass er mit seinem Bruder gesprochen hat, der in der Maschine saß. Er lebt. Ich habe erfahren, dass er sich einige Knochen gebrochen hat. Aber was heißt das schon - er lebt."

DPA