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Coronakrise USA und China – angespannte Stimmung und eine wichtige Frage

US-Präsident Donald Trump macht China in der Coronakrise scharfe Vorwürfe
US-Präsident Donald Trump macht China in der Coronakrise scharfe Vorwürfe
© Alex Brandon / DPA
Die USA sind besonders schwer vom Coronavirus betroffen. Die Vorwürfe aus Washington gegen China werden immer lauter – auch wenn sich Chinas US-Botschafter um Entspannung bemüht. Weiterhin geht es auch um die Frage, woher das Virus nun stammt.

Die Coronakrise verschärft die Spannungen zwischen den USA und China. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, sagte am Mittwochabend (Ortszeit): "Im Moment ist es eine Beziehung der Enttäuschung und Frustration." US-Präsident Donald Trump warf China erneut vor, das Coronavirus nicht an seinem Ursprung in Wuhan eingedämmt zu haben. "Es hätte in China gestoppt werden sollen. Es hätte direkt an der Quelle gestoppt werden sollen, und das wurde es nicht", kritisierte Trump im Weißen Haus.  

Der Botschafter Chinas in den USA, Cui Tiankai, schrieb in einem Gastbeitrag in der "Washington Post", es sei an der Zeit, die gegenseitigen Vorwürfe zu stoppen. "China zu beschuldigen, wird die Pandemie nicht stoppen." Der Top-Diplomat dementierte energisch, dass China Erkenntnisse über das Virus zurückgehalten habe. "China hat alles getan, um Informationen über das Virus zu teilen." 

Woher stammt das Coronavirus?

US-Außenminister Mike Pompeo räumte ein, dass die Frage des Ursprungs der Corona-Pandemie nicht geklärt ist. Mit Blick auf den von Trump befeuerten Vorwurf, das Virus stamme womöglich aus einem Forschungslabor in der chinesischen Stadt Wuhan, sagte Pompeo am Mittwoch: "Wir haben keine Gewissheit, ob es in dem Labor oder anderswo begann." Gleichzeitig gebe es "signifikante" Belege dafür, dass jenes Labor der Ausgangsort für die Pandemie sei. 

Das Wuhan-Institut beherbergt die größte Virusbank in Asien, in der mehr als 1500 Virenstämme aufbewahrt werden. In der Anlage befindet sich auch das 2018 eröffnete erste Hochsicherheitslabor des Kontinents, das für den Umgang mit Krankheitserregern der Klasse 4 wie Ebola ausgerüstet ist. Ein weiteres Labor der Sicherheitsstufe 3 ist seit 2012 in Betrieb.

US-Diplomaten hatten bereits früher in Berichten, die die Zeitung "Washington Post" einsehen konnte, ungenügende Sicherheitsstandards beim Umgang mit Fledermaus-Coronaviren in dem Institut bemängelt. 

Das Institut gibt an, am 30. Dezember Proben des damals unbekannten Virus erhalten zu haben. Demnach bestimmten die Forscher am 2. Januar den Genom des Erregers und reichten ihre Informationen am 11. Januar an die WHO weiter. "Ich wette auf mein Leben, dass das neue Coronavirus nichts mit dem Labor zu tun hat", zitierten die staatlichen chinesischen Medien Shi Zhengli, die stellvertretende Leiterin des Hochsicherheitslabors. In einem Interview mit der Zeitschrift "Scientific American" sagte Shi, der Genom von Sars-CoV-2 passe zu keinem der Fledermaus-Coronaviren, die ihr Labor zuvor gesammelt und untersucht habe.

Wissenschaftler haben weder Beweise dafür, dass das neue Virus aus dem Labor stammt, noch für die Theorie, dass es sich über den Markt in Wuhan verbreitete.

Spannungen auch zwischen Berlin und Washington

Die USA wiesen unterdessen einem Medienbericht zufolge Kritik der deutschen Bundesregierung an ihrem Zahlungsstopp für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zurück. "Unsere höchste Priorität gilt dem Schutz von Leben, nicht öffentlichkeitswirksamen Gesten und kleinlicher Politik", hieß es in einem Antwortschreiben von US-Außenminister Mike Pompeo an seinen deutschen Kollegen Heiko Maas (SPD), das der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag) vorlag. 

Maas hatte den von US-Präsident Donald Trump im vergangenen Monat verkündeten Stopp der Zahlungen an die WHO kritisiert. "Eine der besten Investitionen im Kampf gegen die Pandemie ist es, die Vereinten Nationen, allen voran die unterfinanzierte Weltgesundheitsorganisation, zu stärken – zum Beispiel bei der Entwicklung und Verteilung von Tests und Impfstoffen", sagte der SPD-Politiker damals der Nachrichtenagentur DPA. "Gegenseitige Schuldzuweisungen helfen in der Coronakrise nicht."

Trumps Vorwürfe gegen die WHO

Trump wirft China vor, das Virus nicht eingedämmt und den Rest der Welt nicht frühzeitig informiert zu haben. Die WHO beschuldigt er, eine "PR-Agentur für China" zu sein. Kritiker werfen wiederum Trump vor, in der Coronakrise Sündenböcke zu suchen, um von eigenen Versäumnissen beim Kampf gegen das Virus in den USA abzulenken. 

Trump trieb am Mittwoch die Öffnung der US-Bundesstaaten voran, obwohl Prognosen weiter steigende Infektions- und Todeszahlen durch das Coronavirus befürchten lassen. "Es ist an der Zeit, unser Land zu öffnen", sagte er. Bislang sind in den USA Forschern der Universität Johns Hopkins zufolge mehr als 1,2 Millionen Ansteckungen nachgewiesen worden, mehr als 73.000 Menschen kamen infolge einer Infektion mit dem Virus ums Leben. Nach einem Modell, das mehrfach vom Weißen Haus herangezogen worden war, könnte die Zahl der Toten bis zum Hochsommer noch auf mehr als 134.000 ansteigen.

fin DPA AFP

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