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Urteil gefallen Er kritisierte Putins Krieg in der Ukraine: Jetzt muss Ilja Jaschin ins Gefängnis

Kremlkritiker Ilja Jaschin, russischer Oppositioneller
Kremlkritiker Ilja Jaschin, russischer Oppositioneller und ehemaliger Abgeordnete des Krasnoselskij-Bezirks, in einem Glaskäfig im Gerichtssaal
© Dmitry Serebryakov / AP / DPA
Achteinhalb Jahre muss Ilja Jaschin ins Gefängnis, weil der die Verbrechen von Butscha anprangerte. Jaschin ist einer der letzten, der seine Kritik am Kreml in Russland offen kundtut.

Der Kreml-Kritiker Ilja Jaschin ist nach Kritik an der Militäroffensive in der Ukraine wegen Verbreitung von "Falschinformationen" über die russische Armee zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Der 39-Jährige wurde von einem Moskauer Gericht am Freitag für schuldig befunden. Er wurde zu einer Haftstrafe von achteinhalb Jahren verurteilt, wie die Nachrichtenagentur AFP aus dem Gerichtssaal berichtete. Die Staatsanwaltschaft hatte neun Jahre Haft für Jaschin gefordert. Der Kreml-Kritik, der die Verhandlungen in einem Glaskäfig verfolgte, reagierte mit Lachen auf das Urteil.

Jaschin war im Juni festgenommen worden, nachdem er in einem Youtube-Video den "Mord an Zivilisten" im ukrainischen Butscha angeprangert hatte. Die russische Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Russland geschadet und die politischen Spannungen verschärft zu haben. Moskau bestreitet jegliche Übergriffe in dem ukrainischen Ort nahe Kiew.

Ilja Jaschin: Letzter lauter Kritiker in Russland

Jaschin ist einer der letzten noch in Russland verbliebenen lautstarken Kritiker der Führung. Auch seine Festnahme hinderte ihn nicht daran, die Behörden scharf zu kritisieren und die Militärintervention in der Ukraine anzuprangern. Dies tat er zuletzt öffentlich in einem You Tube-Video, indem er die Taten der russischen Armee in Butscha als "Mord an Zivilisten" und Massakerbezeichnete. Seine Haftstrafe soll Jaschin nun in einem Straflager absitzen, wie das Gericht urteilte. Er hat aber zehn Tage Zeit, um Widerspruch gegen das Urteil einzulegen.

Jaschin gilt als Verbündeter des inhaftierten Oppositionsführers Alexej Nawalny und stand auch dem Oppositionspolitiker Boris Nemzow nahe, der 2015 in der Nähe des Kreml ermordet worden war. Auf Twitter schrieb Nawalny über das urteil: "Ein weiteres schamloses und gesetzloses Urteil von Putins Gericht wird Ilya nicht zum Schweigen bringen und sollte die ehrlichen Menschen Russlands nicht einschüchtern."

Nach Beginn des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine hatten die russischen Behörden die Gesetze verschärft, um verstärkt gegen kritische Stimmen vorgehen zu können. Mehrere Menschen wurden wegen des Vorwurfs der Verbreitung von "Falschinformationen" oder der "Diskreditierung" der russischen Armee bereits zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

cl AFP

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