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Diplomatischer Streit: Putin lästert böse über die Amerikaner

Dass US-amerikanische Politiker nicht immer mit exzellenten geografischen Kenntnissen glänzen können, ist bekannt. Für Wladimir Putin Grund genug, seine Kontrahenten in Washington öffentlich zu verspotten.

Wladimir Putin amüsierte sich auf einer Pressekonferenz prächtig auf Kosten von Washington

Wladimir Putin amüsierte sich auf einer Pressekonferenz prächtig auf Kosten von Washington

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Zwischen Russland und den USA tobt bereits seit Monaten ein Streit um diplomatische Vertretungen: Ende des letzten Jahres wurden diplomatische Ferienhäuser Moskaus in der Nähe von Washington und New York beschlagnahmt, russische Diplomaten wurden ausgewiesen. Als Gegenmaßnahme mussten die USA die Zahl ihrer Diplomaten in Russland von etwa 1200 auf 455 reduzieren.Den bisherigen Höhepunkt erreichte die Fehde am vergangenen Samstag, als die US-Regierung die Kontrolle über das russische Konsulat in San Francisco und zwei Gebäude in Washington und New York übernahm. Moskau bewertet das Vorgehen als feindliche Übernahme seiner diplomatischen Objekte. 

Die Empörung über die Konfiszierung konnte selbst Staatschef Wladimir Putin nicht verbergen. Auf einer Pressekonferenz lästerte er böse über seine Kontrahenten in Washington. "Die Amerikaner haben zwar das Recht, die Anzahl unserer diplomatischen Vertretungen zu reduzieren. Aber das Ganze lief auf so eine dreiste Art und Weise ab. Damit können sich unsere amerikanischen Partner nicht gerade schmücken", sagte Putin vor der versammelten Presse.

"Es ist schwierig mit Leuten einen Dialog zu führen, die Österreich mit Australien verwechseln", bemerkte der Kreml-Chef spitz. "Da kann man nichts mehr machen. So sieht offenbar das Niveau der politischen Kultur eines gewissen Teils des amerikanischen Establishments aus", fügte er sarkastisch hinzu.

Wladimir Putin klagt über politisches Nievaeu in Washington 

Damit spielte Putin offenbar auf einen Vorfall aus dem Jahr 2007 an. Damals dankte der ehemalige US-Präsident George Bush dem australischen Premier John Howard für eine Visite bei den "österreichischen Truppen" in Afghanistan. Dabei verwechselte er wohl die englischen Begriffe "austrian" und "australian".  Bis heute ein Anlass für Amüsement.

"Die Amerikaner sind wirklich ein große Nation, wenn sie so viele Leute mit so einem niedrigen Level an politischer Bildung ertragen können", bemerkte Putin nicht ohne Schadenfreude.

"Trump ist nicht meine Braut"

Vor einer direkten Kritik an aktuellem US-Präsidenten hütete sich der Kreml-Chef jedoch. Die Frage eines Reporters, ob er von Trump enttäuscht sei, nannte Putin naiv: "Er ist nicht meine Braut; und ich bin weder seine Braut noch sein Bräutigam", gab er zurück und sorgte für Lacher. Sie beide seien Staatsmänner und verfolgten die Interessen ihrer Länder. Sie trügen große Verantwortung für die internationale Sicherheit, zitierte die russische Nachrichtenagentur Tass Putin.

Im Streit über die diplomatischen Vertretungen behält er sich jedoch weitere Schritte gegen US-Botschaftspersonal vor. Russland könne die Zahl der US-Diplomaten weiter beschränken, werde dies aber nicht jetzt tun, sagte Putin am Dienstag in Xiamen in China. Derzeit hätten beide Länder 455 Diplomaten entsandt. Von 455 Russen in den USA arbeiteten aber 155 bei den Vereinten Nationen. Um diese Zahl könnten die US-Vertretungen in Russland verkleinert werden, rechnete Putin vor.

ivi
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