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Yamin A.Z. aus Königswinter: YPJ-Kämpferinnen sollen deutschen IS-Terroristen getötet haben

Vor zwei Jahren sorgte Yamin A.-Z. mit einem Video für Aufsehen, in dem er gemeinsam mit einem Österreicher zwei Syrer hinrichtet. Jetzt soll der IS-Terrorist aus Königswinter von kurdischen Milizionärinnen getötet worden sein.

Yamin A.-Z. alias Abu Umma al-Almani in einem Propagandavideo des Islamischen Staates

Ex-Azubi aus Königswinter in Diensten des Islamischen Sataates: Yamin A.-Z. alias Abu Umma al-Almani in einem IS-Propagandavideo

Der deutsche IS-Terrorist Yamin A.-Z. ist angeblich tot. Der Dschihadist aus Königswinter bei Bonn und drei seiner Leibwächter seien vergangenen Samstag in der Nähe der syrischen Stadt al Tabqa von Kämpferinnen der kurdischen Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) getötet worden, berichtet die kurdische Nachrichtenseite "Hawar News Agency". Ein von den durch die USA unterstützen kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) veröffentlichtes Video eines Gefechtes soll den Moment zeigen, in dem A.-Z. bei einer Explosion stirbt. Am Ende des Videos wird eine Leiche gezeigt, deren Gesicht allerdings verpixelt ist. Sie kann daher nicht als der Deutsche Yamin A.-Z. identifiziert werden.

Yamin A.-Z. tötete Gefangenen vor laufender Kamera

Eine unabhängige Bestätigung für den Tod von Yamin A.-Z., der in Syrien unter dem Namen Abu Umar al-Almani für den sogenannten Islamischen Staat kämpfte, gibt es nicht. Im vergangenen Jahr hatte der IS die Meldung verbreitet, ein "Ritter" mit Namen Abu Umar al-Almani habe einen Selbstmordanschlag auf die kurdischen Milizen verübt. Auch damals gab es weder für die Meldung noch für die Vermutung, dass es sich bei dem Attentäter um Yamin A.-Z. handeln könnte, überprüfbare Belege.

Yamin A.-Z. hatte im Sommer 2015 für Aufsehen gesorgt, als er zusammen mit dem Österreicher Mohamed Mahmoud in einem Propagandavideo des IS auftrat. A.-Z. und Mahmoud, der sich in Syrien Abu Usama al-Gharib nennt, rufen darin zu Anschlägen gegen die "Ungläubigen" im Westen auf.

"Greift die Kuffar in ihren eigenen Häusern an, tötet sie überall dort, wo ihr sie findet", sagt Yamin A.-Z. in der in der Ruinenstadt Palmyra gefilmten Aufnahme. Mahmoud droht mit "Rache" für die deutschen Waffenlieferungen an kurdische Peschmerga. "Ein großes Messer genügt." Anschließend erschießen die Terroristen mit ihren Sturmgewehren zwei vor ihnen kniende Soldaten der syrischen Armee.

Bei dem Film handelte es sich um das erste IS-Propagandavideo komplett in deutscher Sprache, in dem ein deutscher Islamist vor laufender Kamera einen Gefangenen ermordet.

Telekom informierte Sicherheitsbehörden

Yamin A.-Z. wurde 1986 in Stuttgart geboren. In Deutschland hatte er zuletzt mit seiner Frau in Königswinter bei Bonn gelebt, wo er eine kaufmännische Ausbildung bei der Deutschen Telekom machte. Ende 2013, Anfang 2014 hätten Kollegen und Vorgesetzte Veränderungen bei A.-Z. bemerkt und daraufhin das Gespräch mit ihm gesucht, berichtete der "Bonner General-Anzeiger". "Wir haben versucht, ihn von unseren Werten zu überzeugen", zitierte die Zeitung einen Telekomsprecher. Als A.-Z. offen Sympathien für den IS bekundet habe, habe man die Sicherheitsbehörden informiert. Ein Jahr später sei er schließlich nicht mehr zu seiner Arbeit erschienen. Stattdessen reiste Yamin A.-Z. samt Ehefrau über die Türkei nach Syrien und schloss sich dem IS an.

Jürgen Todenhöfer exklusiv im stern: Seine lebensgefährliche Reise ins Kalifat