VG-Wort Pixel

Zwischenfall an der Grenze Türkei schießt syrischen Helikopter ab


Erneute Auseinandersetzung: Ein syrischer Armeehubschrauber ist von türkischen Kampfjets zum Absturz gebracht worden. Zuvor soll er in den Luftraum der Türkei eingedrungen sein.

Die türkische Luftwaffe hat an der Grenze zum Bürgerkriegsland Syrien einen Militärhubschrauber abgeschossen. Der Helikopter habe die türkische Grenze überflogen und sei mehrfach gewarnt worden, teilte Vizeregierungschef Bülent Arinc am Montag mit. Zuvor war berichtet worden, der Hubschrauber sei auf syrischer Seite der Grenze abgestürzt oder von Rebellenkämpfern beschossen worden.

Der Hubschrauber sei bis zu zwei Kilometer tief in den türkischen Luftraum eingedrungen. "Unsere Luftverteidigung hat mehrfach gewarnt", sagte Arinc nach türkischen Fernsehberichten. Mehrere Kampfflugzeuge seien von einem Stützpunkt in der Provinz Malatya aus aufgestiegen. Der M-17-Hubschrauber - eine Transportmaschine, die aber auch als Waffenträger eingesetzt werden kann - sei um 14.25 Uhr türkischer Zeit von einer Rakete getroffen worden.

Die türkische Luftwaffe habe den nach zahlreichen Zwischenfällen an der Grenze verschärften Einsatzregeln entsprechend gehandelt, sagte Arinc. Die Luftwaffe macht entlang der Grenze verstärkt Kontrollflüge, weil es mehrfach Berichte über Grenzverletzungen gab und immer wieder Geschosse aus Syrien auf türkischer Seite der Grenze einschlagen.

Die Türkei plädiert für einen Militärschlag gegen Syrien

Türkische Fernsehsender berichteten, der Hubschrauber sei auf syrischer Seite 400 Meter von der Grenze entfernt aufgeschlagen. Die beiden Piloten sollen mit Fallschirmen abgesprungen sein. Es gab unterschiedliche Berichte, wonach syrische Rebellen die beiden Piloten getötet oder gefangen genommen haben sollen.

Die türkische Regierung gilt als eine der schärfsten Kritikerinnen von Syriens Staatschef Baschar al-Assad und spricht sich für eine Militärintervention aus. Die syrische Führung hatte erklärt, sie werde Vergeltungsschläge gegen die Türkei führen, falls sich das Land an einem Militäreinsatz gegen Damaskus beteiligen sollte.

Im vergangenen Jahr hatte die syrische Luftverteidigung über dem Mittelmeer ein türkisches Kampfflugzeug abgeschossen. Die Details des Zwischenfalls blieben unklar. Ankara beharrte darauf, dass die Maschine im internationalen Luftraum getroffen worden sei, wobei sie vorher im syrischen Luftraum unterwegs war. Die zuvor schon angespannten Beziehungen zwischen der Türkei und Syrien waren nach dem Abschuss auf einem neuen Tiefpunkt angelangt.

cob/DPA/AFP DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker