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Landtagswahl "Tag der Freude" vs. "Schlag in die Magengrube": Stimmen zur NRW-Wahl

CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet
Der Wahlsieger und designierte Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet (CDU)
© Kay Nietfeld/DPA
CDU und FDP feiern das Ergebnis der Landtagswahl in NRW, bei SPD und Grünen herrscht hingegen Katerstimmung. Die Stimmen der Politik.

Ralf Stegner, SPD

Als "ganz ganz schwarzen Tag" hat Ralf Stegner (SPD) den Ausgang der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen für seine Partei bezeichnet. "Das ist eine wirklich herbe Niederlage", sagte er im ZDF, und fügte hinzu: "Der Boxer SPD hat einen Leberhaken bekommen, aber er steht noch." Mit Blick auf die Bundestagswahl meinte er, die SPD sei schon oft abgeschrieben worden. Jetzt gehe es vor allem um die Frage: Merkel oder Schulz.

Michael Grosse-Brömer, CDU

Die CDU hat ihren Sieg bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen als kräftigen Rückenwind für die Bundestagswahl im September und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gewertet. "In unruhigen Zeiten wird seriöses Regieren und eine vertrauensvoll arbeitende Kanzlerin eben auch geschätzt", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Grosse-Brömer (CDU), in Berlin. Dies habe man außer in NRW auch bei den jüngsten Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und im Saarland gesehen. "Wir gehen sehr, sehr zuversichtlich mit viel Rückenwind in die Bundestagswahl. Und deswegen war das ein riesiger Erfolg in Nordrhein-Westfalen für uns", sagte Grosse-Brömer.

Christian Lindner, FDP

FDP-Chef Christian Lindner sieht im Wahlerfolg seiner Partei in Nordrhein-Westfalen einen Ansporn für die Bundestagswahl. "Wenn eine kleine Partei so stark an Gewicht gewinnt, dann wächst auch ihre Verantwortung", sagte Lindner. "Das Ergebnis des heutigen Abends ist nicht eine Belohnung, sondern ein Auftrag, genau so weiterzumachen wie in den vergangenen Jahren." Mit einem Comeback der FDP im Bund sei zu rechnen. "Wir freuen uns sehr und haben hart gekämpft", sagte Lindner. Ob es für ein Regierungsbündnis mit der CDU reichen könnte, war zunächst unsicher. Der FDP-Vorsitzende sagte, die FDP sei auch bereit, die Rolle der größten Oppositionspartei einzunehmen.

Karl Lauterbach, SPD

Die SPD in Nordrhein-Westfalen hat nach den Worten des stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, ihre "Wahlziele nicht erreicht". In der ARD sagte er: "Es ist eine krachende Niederlage, und wir werden lange brauchen, bis wir das analysiert haben." Allerdings habe die Wahl in NRW nichts mit der bevorstehenden Bundestagswahl zu tun. "Hier ist über die Landespolitik abgestimmt worden, nicht über die Bundespolitik", sagte Lauterbach.

Katarina Barley, SPD

Die Generalsekretärin der SPD, Katarina Barley, hat sich enttäuscht über den Ausgang der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen gezeigt. "Das ist ein ganz bitterer Tag für die SPD", sagte Barley am Sonntag in der ARD. NRW sei sozusagen das Stammland der Sozialdemokraten. "Dort zu verlieren, ist besonders hart."

Marcus Pretzell, AfD

AfD-Spitzenkandidat Marcus Pretzell sieht als Grund für die Abwahl der rot-grünen Regierung in Nordrhein-Westfalen insbesondere deren Sicherheitspolitik. Das Wahlergebnis sei die Reaktion der Bevölkerung darauf, was die rot-grüne Koalition unter SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft im Bereich innere Sicherheit gemacht habe. "Das ist die richtige Quittung, die die Landesregierung bekommen hat", sagte Pretzell.

Katrin Göring-Eckardt, Grüne

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, hat den Wahlausgang in Nordrhein-Westfalen als "deprimierendes Ergebnis" für ihre Partei bezeichnet. "Das ist ein Schlag in die Magengrube", sagte Göring-Eckardt im ZDF. Die Grünen würden das Resultat "mit Demut anschauen". Zugleich kündigte sie einen kämpferischen Bundestagswahlkampf an. "Wir gehen mit Kampfgeist hier raus", betonte sie. Sie verwies darauf, dass die Grünen bei der Wahl in Schleswig-Holstein vor einer Woche ein gutes Ergebnis erzielt hatten.

Hermann Gröhe, CDU

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat den Wahlsieg der CDU in Nordrhein-Westfalen als gutes Vorzeichen für die Union auch im Bund gewertet. "Es gab für uns erkennbar Rückenwind aus der Bundespolitik und für Rot-Grün erkennbar keinen Rückenwind - insofern ist der berühmte Schulz-Effekt ein Thema von vorgestern", sagte Gröhe im ZDF über den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz. "Das ist ein Tag der Freude." Rot-Grün habe eine krachende Niederlage erlitten. Zwar sei es eine Landtagswahl mit Landesthemen gewesen. Auffällig sei jedoch, dass die CDU zuvor auch bei den Landtagswahlen im Saarland und Schleswig-Holstein erfolgreich gewesen sei.

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