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Streit bei der AfD: Petry will nicht mit Lucke brechen

In der AfD ist ein Führungsstreit entfacht. Sprecherin Frauke Petry stellt nun klar: Sie hält an der Zusammenarbeit mit Parteichef Bernd Lucke fest.

Hält an ihrem Bundesvorsitzenden Bernd Lucke fest: AfD-Ko-Sprecherin Frauke Petry

Hält an ihrem Bundesvorsitzenden Bernd Lucke fest: AfD-Ko-Sprecherin Frauke Petry

Trotz des scharfen Führungsstreits in der Partei Alternative für Deutschland (AfD) hält die Ko-Sprecherin Frauke Petry eine Zusammenarbeit mit ihrem Parteichef Bernd Lucke weiterhin für möglich. Petry sagte der "Saarbrücker Zeitung", sie hoffe, dass Lucke auch weiterhin dabei sei. "Das möchte ich. Ich wünsche mir umgekehrt, dass er auch diejenigen, die die Partei ebenso mitgeprägt haben, mehr respektiert."

In der AfD gibt es tiefe Differenzen über die Führungsstruktur in der Partei. Derzeit stehen drei Vorstandssprecher gemeinsam an der Spitze der AfD: Lucke, Petry sowie Konrad Adam. Lucke will aber den alleinigen Vorsitz übernehmen. Medienberichten vom Wochenende zufolge griffen mehrere Funktionäre den Parteivorsitzenden in einem Brief scharf an und warfen ihm unter anderem "Führung nach Gutsherrenart" vor.

Petry riet Lucke nun, die Auseinandersetzung nicht persönlich zu nehmen. "Bernd Lucke fällt dies schwerer als manchem anderen", sagte sie der "Saarbrücker Zeitung". "Ich fände es gut, wenn er die Sache entspannter sehen würde." Lucke habe selbst bekundet, dass er nicht alle Positionen in der Partei vertreten könne. Es stimme auch nicht, dass das bisherige Sprecher-Trio nicht funktioniert habe, fügte Petry hinzu.

Im Zuge des Streits in der eurokritischen Partei war außerdem bekannt geworden, dass Hans-Olaf Henkel, einer der stellvertretenden AfD-Sprecher, Adam in einem Schreiben vorgeworfen hatte, von "Ehrgeiz zerfressen" zu sein. Er hoffe, "der letzte Akt wird bald aufgeführt und sie treten von der Bühne", fügte Henkel hinzu. Adam sagte dazu der Zeitung "Die Welt", er habe die "beleidigende" E-Mail von Henkel vor über einer Woche erhalten und kurz geantwortet. Seitdem gebe es keinen schriftlichen Kontakt mehr zwischen ihnen. Er wundere sich zudem über den "rüden Ton", sagte Adam. Er könne sich aber eine Zusammenarbeit mit Henkel weiterhin vorstellen, wenn dieser "zu angemessenen Umgangsformen zurückfindet".

she/AFP / AFP