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Asylstreit in Marzahn-Hellersdorf: Die Qual der Wahl

Die Rechten pöbeln gegen Asylpolitik, die Linken nerven Anwohner mit Mahnwachen. Die Flüchtlinge in Hellersdorf sind längst zu Statisten und ihre Unterkunft zur Kulisse im Wahlkampf mutiert.

Von Katharina Grimm

Vergangenen Samstag in Berlin-Hellersdorf: Es hätte einfach nur ein beschaulicher Spätsommertag sein können. Anwohner bringen Kinderspielzeug zum Flüchtlingsheim. Die Flüchtlinge verlassen die Unterkunft und gehen einkaufen oder spazieren. Die Polizei dreht gelangweilt in der Mittagshitze ihre Runden um das ehemalige Schulgebäude, das nun das zu Hause der Asylsuchenden ist. Vier Kandidaten der Antifa dösen an der Mahnwache unter einem verblichenen Sonnenschirm. Aber die Ruhe ist trügerisch.

Kaum ein Kilometer Luftlinie trennt das Vorortidyll von einem Aufmarsch der NPD, rund 400 Polizisten in voller Kampfmontur, hunderten Gegendemonstranten und der angereisten Medienmeute. Rund 150 NPDler sind dort, halten abermals ihre Transparente mit Anti-Asyl-Sprüchen in die Höhe, auf der anderen Straßenseite pfeifen 700 Menschen die Parolen der Rechten nieder. In vorderster Reihe stehen die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Renate Künast, und Marina Weisband von der Piraten-Partei. Am Ende kündigt die NPD an wiederzukommen – denn der Streit um das Heim ist in Wahlkampfzeiten eine perfekte Steilvorlage beim Stimmenfang.

Wer nicht dafür ist, muss dagegen sein

Die Diskussionen um die Flüchtlinge haben sich längst vom Heim selbst entfernt. Statt Anwohner und Asylsuchende behutsam zusammenzubringen, haben die verschiedenen Kräfte in Hellersdorf eine Eigendynamik entwickelt. Hier ist jetzt Wahlkampf: Die Rechten machen Stimmung gegen das Heim, während die Linke, die SPD, die Grünen und die Piraten sich gegen die Rechten formieren. In Hellersdorf ist es ganz einfach, klare Kante zu zeigen: Pro oder Contra, wer nicht dafür ist, muss dagegen sein – und anders herum. Dazwischen: Flüchtlinge und Anwohner, die nur eines wollen: endlich Ruhe.

Jenny und Daniel machen am Freitagabend vor dem NPD-Aufmarsch einen Spaziergang mit ihren Hunden. "Zum Glück ist die Antifa fast abgezogen", sagt Daniel. Inzwischen steht noch eine Bank, ein Tisch und ein Sonnenschirm an der Straßenecke gegenüber vom Flüchtlingsheim. Bis Mittwoch war das anders: Party-Pavillon, Decken, große Banner und ein Generator, der das Camp mit Strom versorgte. Für die Musikanlage. "Die haben gesoffen und laut Musik gehört, bis spät in die Nacht. Was das mit den Flüchtlingen zu tun hat, weiß ich nicht", sagt Daniel. Auch andere Anwohner sind gestresst. Hinter vorgehaltener Hand gestehen einige, dass echte Diskussionen nicht möglich waren mit den Aktivisten. "Gläubige missionieren" nennt das eine ältere Frau. Nur wer uneingeschränkt für das Heim ist – und auch keine Ängste mit an den Infopunkt bringt, sei dort willkommen. Alle anderen müssten sich auf scharfe Gespräche einstellen. Oder würden vertrieben werden.

Die Vergessenen von Hellersdorf

Auch einigen Flüchtlingen war die Mahnwache unheimlich. Viele verstanden den Sinn der Aktion nicht: Sie können nicht lesen, was auf den Plakaten steht. "Meine Tante wohnt direkt gegenüber. Die konnte die letzte Woche kaum schlafen", sagt Kevin Krohn. Er selbst ist Anwohner und hatte am Freitagabend alle Hellersdorfer via Facebook aufgerufen, sich zu versammeln. Er ist gegen das Heim – aber unpolitisch, sagt Krohn. "NPD? Links? Ich hab keine Ahnung davon", sagt er. "Die Nazis nutzen die Situation aus. Aber auch die Linken, also die Antifa. Aber ich sollte aufpassen, was ich sage. Sonst gibt es direkt auf die Fresse", sagt er. Sein Aufruf, sich vor dem Heim zu versammeln, verebbte. Es kamen nur sechs Menschen, seine Kumpels.

Sie teilen seine Meinung – und dennoch trennt sie Entscheidendes von den politisch Rechten: Ihre Forderungen greifen nur im Mikrokosmos Hellersdorf. Sie sind gegen das Heim, aber nicht gegen die Flüchtlinge. Das klingt schizophren, zeigt aber nur eine verbreitete Einstellung vor Ort: Mit etwas mehr integrativem Elan hätte die Politik, der Bezirk, diesen Menschen ihre Berührungsangst nehmen können. "Ein gemeinsames Fußballturnier wäre vielleicht zum Kennenlernen gut", sagt ein Freund von Krohn. Oder ein Spielplatz, für Flüchtlingskinder und den Hellersdorfer Nachwuchs.

Ihre Ansichten werfen den Schatten zwar nach rechts. Und doch, Nazis – stumpf, aggressiv und gut vernetzt – sind sie nicht. Sie sind die Vergessenen von Hellersdorf. Ein Ortsname wie ein Brandzeichen: sozialer Abstieg, oder zumindest kaum Aufstiegschancen. Wer es schafft, geht weg. Kevin Krohn und seine Freunde werden bleiben. Die wahrhaftig Rechten, die Anfang der Woche noch pöbelten und den rechten Arm reckten, kommen nicht mehr zum Heim. Sie sind nicht weg, aber nicht mehr sichtbar.

Kein Wahlkampf im Heim

Die Antifa, die seit vergangener Woche Montag eine Mahnwache am Heim veranstalten, sehen ihre Aktion daher gerechtfertigt. "Selbst wenn wir nur Blitzableiter waren", sagt einer von ihnen. Dann habe sich die Wut an ihnen entladen, nicht an den Bewohnern des Heims. Das sei auch irgendwie ein Erfolg. Inzwischen haben die Aktivisten eigene Räume bezogen. Wo genau die neue Bleibe ist, soll geheim bleiben. Initiator Dirk Stegemann befürchtet Übergriffe. Nicht nur von der NPD, auch die sogenannte Bürgerinitiative Hellersdorf macht dem Aktivisten Sorgen. Die Gruppe ist bisher nur anonym im Internet aktiv, vernetzt sich via Twitter und Facebook mit Anhängern gegen das Heim. Inzwischen weitet die Initiative ihre Aktivität auf ganz Berlin aus – und macht unter dem Deckmantel bürgerlicher Empörung über verpennte Integrationspolitik rechte Hetze. Der Verfassungsschutz hat ein Auge auf die Gruppe geworfen. Nach Informationen von stern.de soll einer der führenden Köpfe der Bürgerinitiative für die NPD aktiv sein.

Immerhin: Die Flüchtlinge fassen langsam Vertrauen, verlassen vereinzelt die Unterkunft. Inzwischen auch gemeinsam mit ihren Kindern. Auf der anderen Seite nimmt die Spendenbereitschaft zu. Vor allem Mütter bringen Spielzeug und Kinderkleidung vorbei. Ins Heim selbst dürfen sie nicht. Wie ein Türsteher stellt sich Sicherheitsmann Mike in die Eingangstür, nimmt Teddybären in Empfang und rollt Kinderwagen ins Innere des Plattenbaus. Natürlich, die Anwohner sind neugierig, würden gerne mal einen Blick ins Heim erhaschen. "Wir planen einen Tag der offenen Tür", sagt Franz Allert, Präsident des Landsamts für Gesundheit und Soziales – und somit Verantwortlicher für das Heim. "Aber vor den Wahlen können sie das vergessen. So lange ist die Stimmung auch noch politisch aufgeladen." Nicht nur Anwohner müssen sich gedulden. Allert musste auch schon Anfragen von Politkern abblocken, die gerne das Heim besucht hätten – medienwirksam natürlich.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.