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Bahn-Privatisierung: Transnet unterstützt nun SPD-Modell

Die Gewerkschaft Transnet will die Pläne zur Bahnprivatisierung nicht mehr unterstützen, wenn sich die große Koalition nicht auf das von der SPD angestrebte Volksaktien-Modell einigt. Transnet würde sich dann dafür stark machen, dass der Konzern in Bundesbesitz bleibt.

Die Gewerkschaft Transnet hat angesichts der festgefahrenen Situation bei der geplanten Bahnprivatisierung damit gedroht, das Vorhaben nicht länger zu unterstützen. Kanzlerin Merkel müsse klären, ob und wie die Pläne in dieser Legislaturperiode noch realisierbar seien. Andernfalls werde man die Verkaufspläne nicht weiter unterstützen, sagte der Vorsitzende der größten Bahngewerkschaft und Vize-Aufsichtsratschef der Deutschen Bahn, Norbert Hansen, der "Frankfurter Rundschau".

Ohne Vorzugsaktien kein Börsengang vor 2009

Er forderte die Union auf, ihren Widerstand gegen das von der SPD favorisierte Modell der stimmrechtlosen Vorzugsaktien aufzugeben. "Wenn die CDU die von der SPD beschlossene Privatisierung über Vorzugsaktien nicht akzeptiert, sehe ich wenig Chancen, dass eine Aktienausgabe noch bis 2009 machbar ist", sagte Hansen weiter. Die Gewerkschaft werde sich dann dafür stark machen, dass der Konzern in Bundesbesitz bleibe.

Eine weitere Hängepartie sei den Beschäftigten nicht mehr zuzumuten. Anderenfalls werde sich 'Transnet' dafür einsetzen, dass der Konzern in Bundesbesitz bleibe, so Hansen. Das Modell der sogenannten Volksaktie sei ein guter Kompromiss, mit dem die Bahn vor sachfremden Einflüssen großer Investoren geschützt werde.

Schutz vor großen Investoren

Hansen sagte, er erwarte eine Klärung in der kommenden Koalitionsrunde. Transnet sieht nach eigenen Angaben im SPD-Modell der stimmrechtlosen Vorzugsaktien einen guten Kompromiss. "Damit wird die Bahn vor sachfremden Einflüssen großer Investoren geschützt", erklärte Hansen. Die Sorge unter den 230.000 Beschäftigten der Bahn sei groß, dass der Konzern andernfalls zerschlagen werden könnte.

Reuters/AP / AP / Reuters