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Berlin vertraulich!: Sonnenwende bei der ARD

Jeder kennt ihn aus dem Frühstücksfernsehen: hager, groß, weißhaarig - und mit scharfen Fragen an die politische Klasse: Werner Sonne. Nun geht er in den Ruhestand. Und schwärmt noch mal von seinem Horst-Schlämmer-Interview.

Von Hans Peter Schütz

Lohnt es sich noch, künftig mit dem ARD/ZDF-Morgenmagazin den politischen Tag zu beginnen? Kaum, denn Sonne gibt es ab Juli dort nicht mehr zu sehen. Sonne? Ja. Gemeint ist der Werner Sonne. Der weißhaarige Journalist geht nach 48 Jahren hinter Schreibmaschine, Mikro und vor Fernsehkameras in den Ruhestand. Man muss ihm dafür danken, dass er jahrelang den Berliner Politik-Betrieb erträglicher gemacht hat. Etwa dann, wenn er in seinen Interviews im "Café Einstein" die hohlschwätzenden Polit-Profis mit dem Satz angemacht hat: "Jetzt haben Sie zweimal meine Frage nicht beantwortet. Sie sollten es sich überlegen, ob Sie das noch einmal tun, wenn ich sie zum dritten Mal stelle." Zu Recht hat ihm Jörg Schönenborn, Chefredakteur Fernsehen beim WDR, bescheinigt, er sei ein "erstklassiger journalistischer Handwerker", der sich "nicht mit der erstbesten Antwort zufrieden gebe".

Sonne hat seinen Job mit zarten 16 Jahren beim Kölner Stadtanzeiger begonnen, aus Bonn über Barschel und die CDU-Spendenaffäre berichtet. Das wichtigste journalistische Ereignis seiner Karriere sei die deutsche Wiedervereinigung gewesen, sagt er stern.de. Zuletzt hat er aus Berlin berichtet, arbeitete zuvor in Washington und Warschau, interviewte Willy Brandt, Gerhard Schröder, Helmut Kohl und Angela Merkel, ohne sich den Promis dabei jemals mit auf den Knien vorgetragenen Fragen zu nähern. Was war sein größter journalistischer Erfolg aus eigener Sicht? Sonnes nicht ganz ernst gemeinte Antwort: Das Interview mit Hape Kerkeling alias Horst Schlämmer anlässlich der Filmsatire "Horst Schlämmer - isch kandidiere" (2009). Sonne fragte Kerkeling, ob die HSP (Horst-Schlämmer-Partei) die Demokratie angreife. Schlämmer, mit Überbiss und Unfrisur, retourniert, er wolle "janz klar": "mehr Gereschtigkeit, Schönheits-OPs auf Kasse und die Abschaffung der Verkehrssünderkartei". Das Video des Gesprächs ist auf youtube unzählige Male geklickt worden. Nun sagt Sonne tapfer: "Irgendwann muss auch mal Schluss sein." Aber so richtig "Schluss" ist nicht. Nach sechs Romanen schreibt Sonne ein Sachbuch. Thema: 60 Jahre deutsch-israelische Sicherheitskooperation. Aber die TV-Interviews im Morgenmagazin führt er jetzt nicht mehr. Das erfüllt uns mit ein bisschen Wehmut: Da geht ein Kollege, der dutzendfach Wortblasen produzierenden Politikern verlässlich die Luft raus gelassen hat. Wie soll man nur ohne ihn das politische Klima Berlins künftig ertragen?

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FDP-Entwicklungsminister Dirk Niebel hat es geschafft, dem Bundesnachrichtendienst, kurz BND, einen neuen Namen zu verschaffen. Seit bekannt ist, dass sein Parteifreund Gerhard Schindler, Chef der Schlapphüte, Niebels Teppich mit einer Regierungsmaschine aus Kabul ausgeflogen hat, heißt der BND in Berlin nur noch "Bundes-Nachsende-Dienst". In diesem Zusammenhang muss man auch an SPD- Innenpolitiker Michael Hartmann erinnern, der Schindler bei seiner Ernennung zum BND-Präsidenten als "eine gute Wahl" bezeichnet hat, als Mann mit "hohem Verantwortungsbewusstsein". Beim Teppichhandel?

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Wie es aussieht, ist die "Affäre" Niebel auf bestem Weg, eine "Affäre" Schindler zu werden. Denn die Teppich-Story kam nur ans Licht, weil - möglicherweise aus BND-Kreisen - ein anonymes Schreiben mit wüsten Vorwürfen an Schindler gestreut wurde. Darin werden sein Umgang mit Mitarbeitern sowie Stellenbesetzungen kritisiert und eben auch der Teppichtransport. Unterzeichnet ist das Papier mit "Enttäuschte MitarbeiterInnen". Eine stern.de-Anfrage zu diesem anonymen Schreiben ließ der BND ins Leere laufen, es meldete sich niemand zurück. Wir vermuten mal: Treue Agenten versuchen zunächst einmal, die Autoren des Briefes zu enttarnen. Müsste für einen Geheimdienst doch ein Kinderspiel sein.

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Niebel selbst ist bei der Debatte über seinen Teppichhandel im FDP-Präsidium offenbar ziemlich auf den Arm genommen worden. Teilnehmer kolportieren diesen Dialog. Frage: "Wo ist denn jetzt dein unverzollter, fliegender Teppich?" Niebels Antwort: "Ist doch klar, unten in der Tiefgarage im Kofferraum meines Dienstwagens."

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SPD-Chef Sigmar Gabriel geht drei Monate in Elternzeit, um seine neugeborene Tochter Marie zu hüten - und er nimmt seine Vaterpflichten ernst. Politische Termine will er nur ausnahmsweise wahrnehmen, vor allem dann, wenn sie zu einer Zeit vereinbart wurden, als er von seinem kommenden Vaterglück noch gar nichts wusste. Das trifft zum Beispiel auf die traditionellen Sommerinterviews von ARD und ZDF zu. Für seine politische Wahrnehmung will er übers Twittern sorgen. Etwa dann, wenn Marie schlummert. Oder auch wenn er sie spazieren trägt. Wie das geht, twittern beim Babytragen? Smartphone-Fuchs Gabriel: "Das kann ich inzwischen auch mit einer Hand."

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(