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Berlin vertraulich!: Von Maulkörben und Hunden

Auf manche Freiheiten können auch Politiker nicht verzichten: Angela Merkel kauft gerne ein, wo sie will - im Supermarkt an der Ecke. Finanzminister Peer Steinbrück sagt gerne, was er denkt. Und FDP-Vorstandsmitglied Wolfgang Kubicki lästert zurzeit besonders munter über Guido Westerwelle.

Von Hans Peter Schütz

SPD-Chef Kurt Beck war ja eifrig im Sommerloch unterwegs. Politisch bemerkenswerte Töne wurden bei seiner Reise durch die deutsche Provinz allerdings nicht gehört. Selbst zum brisanten Thema Abschaffung der Wehrpflicht meldete er sich erst zu Wort, als die Medien längst darüber berichtet hatten. Ganz anders sein Stellvertreter im Parteivorsitz, Peer Steinbrück. Der Bundesfinanzminister gab ein bemerkenswert klar formuliertes Interview in der "Frankfurter Rundschau". Die SPD möge sich doch, so Steinbrück, nicht ständig als "Heulsuse" aufführen, keinen Flunsch ziehen wegen der Popularität der Kanzlerin und doch bitteschön nicht so verkniffen auf das Phänomen der Linkspartei blicken. Und dann verglich er seine Mit-Genossen auch noch mit Fußballspielern, die mit eingezogenem Kopf auf den Platz kommen und dann fürchten, dass der Ball zu ihnen kommt.

Alles rätselt seither: War das eine Kampfansage an den blässlichen SPD-Boss Beck? Überhaupt nicht, versichern Steinbrücks engste Berater. So sei er eben, einer der Wert darauf lege, "auch in der Politik authentisch zu sein". Dazu gehöre für Steinbrück, sich bei jeder Gelegenheit frei von Maulkörben zu fühlen. "Wer immer ihm jedoch Ehrgeiz auf die Kanzlerkandidatur andichtet", heißt es in Steinbrücks engster Umgebung, "übersieht, dass er genau das auf keinen Fall werden will". Wer an diesem Satz zweifelt, bekommt dann ein wirklich schlagendes Argument geliefert: "Im Übrigen würde ihm ja auch niemand in der SPD die Kanzlerkandidatur antragen".

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Dicke Schlagzeilen gab es in den vergangenen Tagen über den Umstand, dass Angela Merkel verschiedentlich beim Einkauf in einem ganz normalen Supermarkt am Bahnhof Friedrichstraße gesichtet worden ist. Zwar wurde sie dabei von drei Bodyguards scharf bewacht, aber sie schob den Wagen selbst, stellte sich wie Frau Jedermann brav an der Kasse an, zahlte aus dem eigenen Portemonnaie (was Helmut Kohl nicht gekonnt hätte, da er meist bargeldfrei unterwegs war) und trug die Tüte eigenhändig zum Dienstwagen. Es ist ja überhaupt eine knifflige Frage, wie eine Kanzlerin einkaufen geht, seit an jeder Ecke die Handy-Reporter lauern, um sie "abzuschießen" und an die Boulevard-Presse zu verscherbeln.

Zum Beispiel ihre ewig ähnlichen, nur in der Farbe wechselnden Jacketts. Das geht dann so: Sie meldet in einem bekannten Bekleidungsgeschäft nahe der Berliner Gedächtniskirche modischen Neubedarf an. Dann wird speziell für sie an einem Sonntag eine Hintertüre geöffnet. Dort warten eine Verkäuferin und eine Schneiderin, die Merkel bedienen und beraten. Das läuft, wie zu hören ist, in aller Diskretion. Nur soll es beim letzten Mal eine warnende Bemerkung der Schneiderin gegeben haben: Passform sei mit dem leichten Versetzen der Knöpfe in Zukunft nicht mehr so leicht zu bewerkstelligen. Ein Problemchen eben auch wie bei Frau Jedermann.

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Gespräche mit FDP-Politikern, in denen es nicht immer bierernst zugeht, sind selten geworden. Guido Westerwelle duldet keine Scherze, schon gar nicht zu seinen Lasten. Gerne führt er in den Gremien der Partei mit dem Kommando: "Das ist jetzt Sprachregelung in der Partei". Zu den wenigen Unbeeindruckten gehört Wolfgang Kubicki, FDP-Vorstandmitglied, Fraktionschef im schleswig-holsteinischen Landtag und begnadetes Lästermaul. Er gesteht allzu gerne, seinen Hund, einen Labrador mit dem Namen "Marlon", in "Guido" umtaufen zu wollen. "Stellen Sie sich vor: Dann könnte ich beim Gassi gehen immer mal wieder laut rufen: Platz, Guido!

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"Platz, Kubicki" würden andererseits einige in der FDP-Führung immer mal wieder grimmig gerne rufen. Vor allem bei den Parteifreunden in Baden-Württemberg ist das Nordlicht aus Kiel wenig gelitten. Auf dem jüngsten FDP-Bundesparteitag in Stuttgart gab zum Beispiel FDP-Generalsekretär Dirk Niebel, Heidelberger FDP-Bundestagsabgeordneter, den Slogan "Freiheit statt Sozialismus" als neue Kampfparole der Liberalen aus. Seither warnt Kubicki die Parteifreunde: "Ich hoffe nicht, dass die FDP Franz-Josef Strauß posthum zu ihrem vierten Ehrenvorsitzenden macht".

Zornrot werden lässt die südwestdeutschen Liberalen auch die Erklärung Kubickis, weshalb die Baden-Württembergerin Birgit Homburger auf Parteitagen nach ihrer Wiederwahl als stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende immer begeistert beklatscht wird: "Die Delegierten denken an dann immer, die Frau ist ganz neu, endlich mal ein ganz neues Gesicht. Denn die haben in den zwei Jahren seit der vorangegangenen Wahl nie wieder was von ihr gehört".

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(