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Die Morgenlage WHO-Experte befürchtet, dass das Coronavirus nicht mehr eliminiert werden kann

Sehen Sie im Video: Zum ersten Mal in 30 Jahren – das Wacken Open Air fällt aus.
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Angriffe auf Polizisten bei Demo in Pirna +++ Sohn von Melissa Etheridge stirbt mit 21 Jahren +++ Steuerschätzer veröffentlichen Prognose +++ Israel bekommt neue Regierung +++ Die Nachrichtenlage am Donnerstagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser,

möglicherweise werden wir uns darauf einstellen müssen, dass das Coronavirus einfach bleibt. Zumindest ist Michael Ryan, Nothilfekoordinator der Weltgesundheitsorganisation (WHO), skeptisch, dass der Erreger noch eliminiert werden kann: "Dieses Virus kann in der Bevölkerung heimisch werden, es kann sein, dass es nie mehr verschwindet", sagte er und verwies auf das HI-Virus, das die Immunschwächekrankheit Aids auslöst. Auch das sei nie wieder verschwunden, habe aber wegen Medikamenten und Präventionsmaßnahmen seinen Schrecken verloren. Um Sars-CoV-2 auszurotten, müsse ein hocheffektiver Impfstoff gefunden werden, so Ryan. Und da irritiert nun die Pharmafirma Sanofi: "Man werde einen künftigen Impfstoff allen anbieten, ungeachtet ihrer Nationalität", sagte Generaldirektor Paul Hudson. Der hatte kurz zuvor angedeutet, die USA sollten bei der Lieferung Vorrang haben, da sie als erste die Forschung unterstützt hätten.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Angriffe auf Polizisten bei Demo in Pirna

Bei einer Demonstration im sächsischen Pirna gegen die Corona-Auflagen sind Polizisten angegriffen worden, ein Beamter wurde verletzt, wie die Polizei mitteilte. Die Polizei war den Angaben zufolge mit einem Aufgebot von 190 Beamten angerückt, um die unerlaubte Versammlung von rund 200 Menschen zu stoppen. Etwa 30 Teilnehmer hätten daraufhin die Sicherheitskräfte attackiert. Wenig später hätten sich die Demonstranten zerstreut. Der örtliche Polizeidirektor Hendrik Schlicke appellierte an friedliche Teilnehmer von Demonstrationen gegen die Corona-Restriktionen, "sich von Gewaltbereiten zu distanzieren".

US-Präsident fordert negativen Leitzins

US-Präsident Donald Trump hat sich mit Nachdruck für einen negativen Leitzins ausgesprochen. Anstatt für Kredite zahlen zu müssen, würde die US-Regierung dann mit ihren Schulden Geld verdienen, sagte Trump im Weißen Haus. Das gelinge zum Beispiel Ländern wie Deutschland und Japan, die im internationalen Wettbewerb Konkurrenten der USA seien. "Andere Länder bekommen Geld, und ich glaube, wir sollten in genau der gleichen Situation sein", sagte er.

Sohn von Rock-Star Melissa Etheridge stirbt mit 21 Jahren

Beckett Cypher, der Sohn von US-Sängerin Melissa Etheridge und ihrer früheren Partnerin Julie Cypher, ist im Alter von 21 Jahren gestorben. Sie seien traurig, den Tod von Beckett mitzuteilen, hieß es auf der Twitterseite der Musikerin. Es werde daher an dem Tag kein Hauskonzert stattfinden. Etheridge (58, "I'm The Only One") hatte während der Corona-Pandemie in den letzten Wochen täglich Zuhause einen kleinen Songauftritt gegeben und ins Netz gestellt. Zu Becketts Todesursache gab es zunächst keine Angaben.

Etwa fünf Prozent der Spanier haben Covid-19-Antikörper

In Spanien haben sich einer Studie zufolge bisher wahrscheinlich fünf Prozent der Bevölkerung oder 2,3 Millionen Menschen mit dem neuen Coronavirus infiziert. Dies ergab die erste Runde einer Ende April gestarteten Testreihe auf Antikörper in 36.000 Haushalten mit rund 90.000 Bewohnern, wie das Gesundheitsministerium in Madrid am Mittwochabend mitteilte. Die Tests sollen helfen, das wahre Ausmaß des Corona-Ausbruchs im Land einzuschätzen. Offiziell lag die Zahl der mit dem Virus infizierten Spanier am Mittwoch bei knapp 229.000. Jedoch gilt die Zahl nicht als repräsentativ, weil die Tests größtenteils bei Erkrankten mit starken Symptomen oder Mitarbeitern des Gesundheitssektors durchgeführt wurden.

Das wird heute wichtig:

Steuerschätzer veröffentlichen Prognose

Bund, Länder und Kommunen müssen wegen der Corona-Pandemie mit deutlich weniger Steuergeld auskommen. Wie schlimm es wird, sagen um 15 Uhr die Steuerschätzer voraus. Erwartet wird, dass die Einnahmen des Staates zum ersten Mal seit der Finanzkrise 2009 wieder sinken - möglicherweise sogar noch drastischer als damals. Berichten zufolge könnten Bund, Länder und Kommunen in diesem Jahr etwa 100 Milliarden Euro weniger einnehmen als bei der vorhergehenden Schätzung im November vorhergesagt.  

Steinmeier schaut sich Corona-Reservekrankenhaus in Berlin an

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schaut sich das neue Reservekrankenhaus für den Fall einer Verschärfung der Corona-Pandemie in Berlin an (11.00 Uhr . Dieses war innerhalb eines Monats in einer leeren Halle des Berliner Messegeländes errichtet worden. Es bietet zunächst Platz für 500 Betten, 100 davon sind mit Beatmungsgeräten ausgestattet. Bei Bedarf kann die Kapazität auf bis zu 1000 Betten aufgestockt werden. Das Reservekrankenhaus soll Covid-19-Patienten aufnehmen, wenn in anderen Kliniken der Hauptstadt kein Platz mehr für sie ist.

BGH prüft Zigarettenautomaten an Supermarktkassen

Der Bundesgerichtshof (BGH) beschäftigt sich ab 11 Uhr mit dem Verkauf von Zigaretten aus Automaten an Supermarktkassen. Der BGH muss darüber entscheiden, ob dieses Angebot zulässig ist, obwohl auf den Auswahltasten der Automaten keine Warnhinweise vor Tabakkonsum angebracht sind. Hintergrund ist die Klage eines Verbrauchervereins.

Profifußball erörtert letzte Details für Saison-Fortsetzung

Bei einer Videoschalte wollen die Vertreter der 36 Profivereine auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga die letzten Details für die Saison-Fortsetzung in der 1. und 2. Bundesliga klären. Dabei wird es auch um Szenarien im Falle eines möglichen Saisonabbruchs wie die Auf- und Abstiegsregelung gehen. Geplant sind ferner eine Aufstockung des Wechselkontingents von bisher drei auf fünf Auswechslungen, die Austragung von Heimspielen in anderen Stadien sowie bei Bedarf eine Ausdehnung des Saisonendes in den Juli hinein.

Israel bekommt neue Regierung unter Netanjahu und Gantz

Israel wird nach langer Zeit wieder eine voll funktionsfähige Regierung bekommen. Das Kabinett der Einheitsregierung unter der Führung der ehemaligen Rivalen, Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Ex-Armeechef Benny Gantz, wird in Jerusalem vereidigt. Mit der Vereidigung soll die seit mehr als einem Jahr andauernde politische Krise in Israel zu Ende gehen. Zuerst wird Netanjahu der Regierung 18 Monate lang als Ministerpräsident vorstehen, dann soll er von Gantz auf dem Posten abgelöst werden.

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Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag, bleiben Sie gesund.

Ihre stern-Redaktion

fs DPA AFP

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