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Koalitionskrise: Seehofer: Niemand in der CSU will die Bundesregierung gefährden

CSU-Chef Seehofer verteidigt in einem TV-Interview seinen Kurs. In der Sache bleibt er hart. Er ist aber bemüht, den Konflikt nicht vollends eskalieren zu lassen.

Horst Seehofer Maischberger

Mal baut er Bedrohungsszenarien auf, mal nimmt er Dampf aus dem Konflikt mit der CDU: CSU-Bundesinnenminister Horst Seehofer

Getty Images

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat die Position der CSU im scharfen Asylstreit mit der CDU bekräftigt - aber zugleich Einigungsbereitschaft signalisiert. "Wir werden das vernünftig unter Aufrechterhaltung der beiderseitigen Glaubwürdigkeit zu lösen versuchen", sagte der CSU-Chef bei einem 75-minütigen Interview in der ARD-Sendung "Maischberger", die am Mittwochabend ausgestrahlt wird. "Ich kann es ihnen heute nicht garantieren, aber der feste Wille ist da." Die Lage sei aber ernst.

Seehofer sagte mit Blick auf den Asylstreit und Beratungen der Unionsparteien am Sonntag: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das auflösen." Er wies zugleich Vorwürfe einer drastischen Eskalation zurück. "Ich kenne bei mir in der Partei niemand, der die Regierung gefährden will in Berlin, der die Fraktionsgemeinschaft auflösen möchte mit der CDU oder der gar die Kanzlerin stürzen möchte."

Horst Seehofer weist Kritik aus der CDU zurück

Das Anliegen seiner Partei sei, der Bevölkerung in der Migrationspolitik sagen zu können: "Wir haben diese Sache jetzt im Griff." Seehofer wies Kritik auch aus der CDU zurück, der CSU gehe es um einen Rechtsruck: "Wir bleiben eine Volkspartei der Mitte und vertreten auch das demokratische rechte Spektrum." Er betonte: "Wir wollen die AfD nicht rechts überholen."

Es stünden nun zwei wichtige Tage beim EU-Gipfel an, sagte der Innenminister. Wenn eine europäische Lösung gelinge, was er sich wünsche und was er Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wünsche, dann sei die Frage eines nationalen Alleingangs erledigt.

Merkel hofft weiter auf EU-Gipfel

Seehofer will anordnen, dass in einem anderen EU-Land registrierte Asylbewerber an der deutschen Grenze abgewiesen werden. Zweifel an der Rechtmäßigkeit von Zurückweisungen wies er zurück. "Das Bundesinnenministerium ist das Verfassungsressort." Merkel lehnt dies ohne Abstimmung mit den EU-Partnern ab. Sie will beim EU-Gipfel eine europäische Lösung mit bilateralen Rücknahme-Vereinbarungen erreichen.

tis / DPA