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Die Morgenlage Republikaner preisen Donald Trump – sein Sohn attackiert Joe Biden

Sehen Sie im Video: Trump sichert sich Nominierung und warnt vor angeblicher Wahlmanipulation.




Die US-Republikaner haben Präsident Donald Trump offiziell die Kandidatur für die Wahl Anfang November zugesichert. Zu Beginn des auf vier Tage angesetzten Parteitages in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina erhielt Trump am Montag die nötigen Stimmen, die er für eine offizielle Nominierung braucht. Zum Auftakt der wegen der Coronavirus-Pandemie teils virtuell abgehaltenen Versammlung reiste Trump selbst an. Für jeden Tag sind Reden des Präsidenten vorgesehen - ein Bruch mit der Tradition, nach der sich der Kandidat bis zu seiner Dankesrede in der letzten Nacht des Konvents zurückhält. In seiner Rede am Montag warnte Trump vor angeblich drohenden Wahlmanipulationen durch die US-Demokraten. "Wenn ihr sie wirklich verrückt machen wollt, müsst ihr 12 weitere Jahre sagen. Denn wir haben sie 2016 erwischt, wie sie einige wirklich böse Dinge gemacht haben. Schauen wir, was passiert. Wir haben sie dabei erwischt, wie sie schlimme Dinge gemacht haben. Wir müssen sehr vorsichtig sein, weil sie es wieder versuchen mit den 80 Millionen Briefwahlunterlagen an denen sie arbeiten. Die sie an Leute senden, die nicht danach gefragt haben. Sie haben nicht danach gefragt, sie haben sie einfach bekommen." Beweise für seine Anschuldigungen blieb Trump abermals schuldig. "Der einzige Weg, wie sie uns diese Wahl nehmen können, ist, wenn dies eine manipulierte Wahl ist", sagte er. "Wir werden diese Wahl gewinnen." Der US-Präsident kritisierte abermals die Beschränkungen, mit denen Behörden und US-Bundesstaaten versuchen, die grassierende Corona-Pandemie einzudämmen. "Sie verwenden Covid, um eine Wahl zu stehlen", sagte er. Die USA sind weltweit das mit Abstand am stärksten von der Pandemie betroffene Land. In Umfragen liegt Trumps demokratische Herausforderer, der 77-jährige Joe Biden, der unter Obama Vize-Präsident war, vor Trump. Dem 74-jährigen Amtsinhaber wird vor allem der Umgang mit der Corona-Krise angelastet, in deren Folge die Wirtschaft eingebrochen ist und Millionen Amerikaner ihren Job verloren haben.
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Bundesregierung warnt vor Reisen nach Paris +++ Sturm "Laura" bedroht US-Golfküste +++ EU fordert von Moskau "unabhängige" Untersuchung von Fall Nawalny +++ Die Nachrichtenlage am Dienstag.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

die große Trump-Show hat begonnen: Zweieinhalb Monate vor der Wahl in den USA haben die Republikaner US-Präsident Donald Trump formell als ihren Kandidaten nominiert. Trump kam beim Parteitag in Charlotte (North Carolina) wie erwartet auf die notwendige Mehrheit der Delegiertenstimmen. Der Republikaner zieht damit am 3. November gegen seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden in die Wahl. Wie schon in der Woche zuvor bei den Demokraten findet auch der Parteitag der Republikaner unter den besonderen Umständen der Coronapandemie in abgespeckter Form statt.

Aber anstatt auf Vielfalt und prominente Redner zu setzen, lässt der amtierende Präsident die Familie für sich auflaufen – natürlich nicht ohne zuvor in einer unangekündigten Rede seine Warnungen vor Manipulationen durch eine Ausweitung der Briefwahl zu wiederholen. Einer seiner Söhne, Donald Trump Junior, nahm sich den Vater dann auch direkt zum Vorbild und verunglimpfte den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden – inzwischen schon fast eine Trump-Familientradition.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag

Wir haben für Sie zusammengefasst, was in der Nacht passiert ist:

Bundesregierung warnt vor Reisen in die Region Paris und an die Côte-d'Azur

Die Bundesregierung hat eine Reisewarnung für die Region rund um Paris sowie die Mittelmeerregion erlassen. Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Hauptstadtregion Île de France einschließlich Paris sowie die Region Provence-Alpes-Côte-d'Azur werde wegen hoher Infektionszahlen mit dem Coronavirus derzeit gewarnt, erklärte das Auswärtige Amt am späten Montagabend. Das Robert-Koch-Institut erklärte beide Regionen zuvor zum Risikogebiet. Das bedeutet, dass Reisende und Rückkehrer aus diesen Gebieten nach der Einreise in Deutschland einen verpflichtenden Test auf das Coronavirus machen und in Quarantäne müssen. Auch vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Französisch Guyana wird aufgrund hoher Infektionszahlen gewarnt. Von Reisen in die übrigen französischen Überseegebiete, für die Einreisebeschränkungen bestehen, wird dringend abgeraten.

Sturm "Laura" bedroht US-Golfküste – "Marco" abgeschwächt

Keine Entwarnung an der US-Küste am Golf von Mexiko: Das Horrorszenario, dass innerhalb weniger Tage zwei Hurrikans die US-Küste treffen, ist nicht eingetreten. Doch Sturm "Laura" könnte noch an Kraft gewinnen. "Marco" – am Sonntag noch als Hurrikan eingestuft - erreichte am Montagabend (Ortszeit) die US-Küste an der Mississippi-Mündung als Tropensturm, wie das Nationale Hurrikanzentrum (NHC) mitteilte. Danach bewegte er sich entlang der Küste des Bundesstaats Louisiana und sorgte für heftige Regenfälle. "Laura" zog bereits durch die Karibik. Dabei kamen neun Menschen in Haiti und vier in der Dominikanischen Republik ums Leben. Auf Kuba waren 200.000 Einwohner von Evakuierungen betroffen. Es wurde erwartet, dass "Laura" am Dienstag über dem Golf von Mexiko zu einem Hurrikan der Stärke drei werden könnte. In Louisiana werden voraussichtlich die Auswirkungen am Mittwoch zu spüren sein, also kurz nachdem die Folgen von "Marco" nachlassen dürften. "Laura" könnte am Mittwoch aufs Festland treffen. Auch Teile von Texas könnten betroffen sein. 

EU fordert von Moskau "unabhängige" Untersuchung von Fall Nawalny

Im Fall des mutmaßlich vergifteten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny fordert die EU von Russland eine "unabhängige und transparente Untersuchung". Die Europäische Union verurteile schärfstens den mutmaßlichen "Angriff auf Nawalnys Leben", erklärte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Montagabend in Brüssel. Die Berliner Klinik Charité, wo der prominente Kritiker von Russlands Präsident Wladimir Putin behandelt wird, geht nach eingehender Untersuchung von einer Vergiftung des 44-Jährigen aus. Es sei "zwingend erforderlich", dass die russischen Behörden "ohne Verzögerung" eine unabhängige Untersuchung zu dem mutmaßlichen Anschlag auf Nawalnys Leben auf den Weg brächten, verlangte Borrell. Das russische Volk sowie die internationale Gemeinschaft wollten "die Fakten hinter Herrn Nawalnys Vergiftung" erfahren. Die dafür Verantwortlichen müssten "zur Rechenschaft" gezogen werden. Zuvor hatte bereits die Bundesregierung nachdrücklich Aufklärung von Moskau gefordert. Die russischen Behörden seien "dringlich aufgerufen, diese Tat bis ins Letzte aufzuklären - und das in voller Transparenz", erklärten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Heiko Maas (SPD). "Die Verantwortlichen müssen ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden." 

"Horrorfilm" und "Anarchie" – US-Republikaner attackieren bei Parteitag Biden

Die US-Republikaner haben bei ihrem Parteitag zweieinhalb Monate vor der Präsidentschaftswahl Amtsinhaber Donald Trump gepriesen und dessen Herausforderer Joe Biden scharf attackiert. Redner warfen dem Kandidaten der oppositionellen Demokraten am Montagabend (Ortszeit) eine schwache Haltung bei der Kriminalitätsbekämpfung, eine unternehmerfeindliche Politik und Nachgiebigkeit gegenüber China vor. Bei einem Wahlsieg Bidens drohten "Anarchie" und wirtschaftlicher Niedergang. Trump dagegen sei ein Garant für innere Sicherheit, Wirtschaftswachstum und das Recht auf Waffenbesitz. Der Abgeordnete Matt Gaetz sagte in seiner Videoansprache, eine Präsidentschaft Bidens wäre wie ein "Horrorfilm": "Sie (die Demokraten) werden euch entwaffnen, die Gefängnisse leeren, euch zu Hause einsperren und (die zentralamerikanische Gang) MS-13 einladen, bei euch nebenan einzuziehen." Biden sei eine Marionette der "gefährlichen Linken", die die USA schwächen wolle.

Trumps ältester Sohn Donald junior verteidigte vor allem das Corona-Krisenmanagement seines Vaters. Der Präsident habe frühzeitig Einreisen aus China verboten, Krankenhäuser mit Beatmungsgeräten versorgt und den Privatsektor im Kampf gegen das Virus mobilisiert. Jetzt sorge er für die Schaffung von Jobs. "Er hat die großartigste Wirtschaft aufgebaut, die unser Land je gesehen hat - und Präsident Trump wird es wieder tun", sagte der Präsidentensohn. Der frühere Vizepräsident Biden dagegen wolle das Land in einen neuen Lockdown führen, sagte der 42-Jährige. "Das ist Wahnsinn." Trump Junior betonte, er halte Joe Biden für den Wunschkandidaten der chinesischen kommunistischen Partei. "Sie wissen, dass er uns wirtschaftlich und auf der Weltbühne schwächen wird", sagte Donald Trump Jr. am Montagabend (Ortszeit) beim Parteitag der Republikaner. Biden sei so schwach, dass die Geheimdienste davon ausgingen, dass die kommunistische Partei Chinas ihn bevorzuge. Donald Trump Jr. verspottete den Herausforderer seines Vaters als "Beijing Biden", auf deutsch: "Peking-Biden".

Was heute wichtig wird

Das sind die wichtigsten Themen und Termine des Tages:

Melania Trump spricht auf Parteitag der US-Republikaner

Am zweiten Tag des Nominierungsparteitags der US-Republikaner wird die Rede von Melania Trump erwartet. Die First Lady wird ihre Worte voraussichtlich vom Weißen Haus aus an die Delegierten und potenziellen Wähler richten. Mit Außenminister Mike Pompeo wird ein weiterer prominenter Redner das Wort ergreifen. Auf der Rednerliste stehen zudem die Trump-Kinder Eric und Tiffany.

Koalitionsspitzen beraten Corona, Kurzarbeitergeld und Wahlrecht

Kurzarbeitergeld, Corona-Zahlen, Wahlrecht, Sicherheitsgesetze: Die schwarz-roten Koalitionsspitzen kommen um 15 Uhr erstmals nach der Sommerpause wieder zu Beratungen im Kanzleramt zusammen. Im Zentrum der Gespräche der Partei- und Fraktionsführungen von CDU, CSU und SPD bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) steht die Bewältigung der Corona-Pandemie. In Zusammenhang mit Familienfeiern und Reiserückkehrern steigt die Zahl von Corona-Neuinfektionen wieder an.

Deutscher Fiskus in den roten Zahlen? – Bundesamt gibt Daten bekannt

Sinkende Steuereinnahmen und steigende Ausgaben: Der historische Konjunktureinbruch in der Corona-Krise hat Folgen für die Staatskasse. Ob der deutsche Fiskus im ersten Halbjahr mehr Geld ausgegeben als eingenommen hat, teilt das Statistische Bundesamt an diesem Dienstag mit. Zugleich gibt die Wiesbadener Behörde Details zur Wirtschaftsentwicklung im zweiten Quartal bekannt. Nach ersten Daten war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 10,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal eingebrochen.

Gewerkschaften legen Forderungen für öffentlichen Dienst vor

Die Gewerkschaften wollen in Berlin ihre Forderungen für die künftigen Einkommen von bis zu 2,5 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes beschließen. Damit läuten Verdi, der Beamtenbund dbb und weitere Gewerkschaften die Tarifrunde für Bund und Kommunen ein. Die Forderungen sollen um 14 Uhr bekanntgegeben werden. Bei der jüngsten Tarifrunde hatten Arbeitgeber und Gewerkschaften im April 2018 insgesamt 7,5 Prozent mehr Geld bis März 2020 vereinbart. 

Streit um Erdgas: Maas reist als Vermittler nach Athen und Ankara

Bundesaußenminister Heiko Maas will im Streit um Erdgas im östlichen Mittelmeer zwischen Griechenland und der Türkei vermitteln. Zunächst trifft der SPD-Politiker am Dienstag in Athen  den griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis. Dann reist er zu einem Gespräch mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu nach Ankara. Deutschland bemüht sich darum, dass griechische und türkische Regierung einen direkten Dialog miteinander beginnen.

Völkermord von Srebrenica: Ex-General Mladic erneut vor UN-Tribunal

Mehr als 25 Jahre nach dem Völkermord von Srebrenica muss sich erneut einer der Hauptverantwortlichen, der serbische Ex-General Ratko Mladic, den Richtern stellen. Vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag beginnt an diesem Dienstag der Berufungsprozess gegen den 77-Jährigen. In erster Instanz war Mladic 2017 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. 1995 hatten der General und seine Truppen die UN-Schutzzone Srebrenica überrannt. Mehr als 8000 bosnisch-muslimische Männer und Jungen wurden ermordet.

Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach: Prozess beginnt in Wiesbaden

Im Zusammenhang mit dem Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach beginnt um 9 Uhr vor dem Landgericht Wiesbaden ein Prozess gegen einen 39-Jährigen. Der Angeklagte soll seine leiblichen Kinder, darunter ein Säugling, und ein Stiefkind sexuell missbraucht sowie Bilder der Taten über Chatgruppen verschickt haben. Die Anklage umfasst 291 Taten zwischen Januar 2014 und Oktober 2019. Sie lautet unter anderem auf schweren sexuellen Missbrauch sowie Verbreitung von Kinderpornografie.

Löw nominiert ersten Kader nach Corona-Zwangspause

Mehr als neun Monate nach dem jüngsten Länderspiel nominiert Joachim Löw am Dienstag seinen Kader für den Neu-Start der Fußball-Nationalmannschaft nach der Corona-Zwangspause. In seinem Aufgebot für die Nations-League-Spiele gegen Spanien und die Schweiz verzichtet der Bundestrainer freiwillig auf die vier Münchner Champions-League-Sieger Manuel Neuer, Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Serge Gnabry. Auch die Leipziger Halbfinalisten Lukas Klostermann und Marcel Halstenberg bekommen Sonderurlaub.

Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag, Ihre stern-Redaktion!

dho / mis DPA AFP

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