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Deutschland demonstriert gegen Pegida: Was ist nur los mit dir, Dresden?

Am Montag gingen in Köln und Berlin wenige hundert Islam-Kritiker auf die Straße und wurden von Gegendemos gestoppt. Nur in Dresden ist Pegida ein Massenphänomen - aber warum?

Ein Kommentar von Katharina Grimm

"Sachsen bleibt deutsch", fordert der jemand auf dem Plakat. Rund 18.000 Islamfeinde gingen am Montag in Dresden auf die Straße.

"Sachsen bleibt deutsch", fordert der jemand auf dem Plakat. Rund 18.000 Islamfeinde gingen am Montag in Dresden auf die Straße.

Seit Oktober ist es allmontaglich das gleiche Bild: In Dresden kommen Menschen zusammen, um gegen die Islamisierung des Abendlandes zu demonstrieren. Und doch verändern sich die Pegida-Aufmärsche von Woche zu Woche - denn es werden immer mehr Demonstranten: 18.000 waren es am Montag. Im Rest von Deutschland gingen dagegen Menschen gegen die Werte von Pegida auf die Straße gingen.

Warum ist Dresden die Hochburg der Islamfeinde? Wieso strömen ausgerechnet dort so viele Menschen zusammen? Die Erklärungsversuche - denn mehr können es nicht sein - zeichnen ein Bild von stockkonservativen Bürgern, Heimatliebe und gekränkter Eitelkeit, die längst in arroganten Lokalpatriotismus mit rechtem Anstrich gekippt ist.

Die Ahnungslosen aus Elbflorenz

"Dresden, das ist eine Identität aus Stolz, Kränkung und Unverstandensein", sagt ein Bewohner der Stadt, der die Pegida-Bewegung seit Beginn beobachtet und lieber anonym bleiben möchte. Die Historie Dresdens, die Teilung Deutschlands und der Aufstieg rechter Gesinnung ergibt eine krude Mischung, die über Jahrhunderte gewachsen, gedreht und vermischt wurde.

Grundpfeiler ist der Stolz. Das Elbflorenz, das barocke Kleinod von August dem Starken, weiß um seine Pracht und architektonische Schönheit. Dresden ist ein Hauch von italienischer Eleganz. Und die Bewohner sind selbstbewusst und stolz auf die verschnörkelten Bauwerke, die Touristenströme aus aller Welt anziehen. Dresden ist prominent - und war doch lange provinziell.

Denn Dresden lag im "Tal der Ahnungslosen", dort, wo in der ehemaligen DDR kein Westradio- und fernsehen zu empfangen war. Die Dresdner wussten bis 1989 nicht, was sie nicht hatten. Doch das führte nicht etwa zu einer stärkeren Regimebindung oder zu mehr Zufriedenheit mit dem eigenen Leben. Ganz im Gegenteil, so fand eine Studie heraus: Menschen ohne Westmedien waren sogar unzufriedener, denn ihnen fehlte das Radio und Fernsehen vor allem als Unterhaltungsquelle. Die Dresdner waren die Ahnungslosentaler.

Der böse Westen

Ein noch stärkerer Identifikationsmoment für Dresden waren aber die Bombennächte im Zweiten Weltkrieg. "Die Perle an der Elbe, die unschuldig von den Alliierten vernichtet wurde", so lautet der Mythos, erklärt ein Dresdner. Das "moral bombing", also die Zerstörung von Wohnhäusern und somit der Zuversicht - und nicht kriegswichtiger Industrie -, klebt an Dresden. "Hier fühlt man sich immer noch als Opfer eines ungesühnten Kriegsverbrechens", so ein Dresdner.

Das mag alles schon sehr lange her sein - und dennoch haben die Feuersbrünste bis heute die Eigenwahrnehmung beeinflusst. Denn die Alliierten, der zerstörerische Westen, wurde zum Feind erklärt. Auch in der DDR blieb diese Kränkung und wurde weiter kultiviert, statt sie aufzuarbeiten. Und dieses Feindbild war nach der Wende sehr einfach von den Neonazis zu adaptieren. Böser Westen. Dann böse Ausländer. Nun böse Politik und böse Medien. Simpel - aber effektiv.

Am 13. Februar 2014 wird in Dresden der Opfer der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg gedacht und gleichzeitig für Frieden und gegen Intoleranz demonstriert.

Am 13. Februar 2014 wird in Dresden der Opfer der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg gedacht und gleichzeitig für Frieden und gegen Intoleranz demonstriert.

"Missverstanden, vergessen, bevormundet"

Ignoranz habe in Dresden eine lange Tradition, konstatiert der "Guardian". Und die "Zeit schreibt: "Nirgendwo in Deutschland ist die Ablehnung des Anderen tiefer in Politik und Kultur verankert als in diesem Bundesland. Sei es fremd, sei es links, sei es irgendwie modern." Und tatsächlich, schon zu DDR-Zeiten galt Dresden als borniert und ablehnend - und ganz Sachsen wurde nach der Wende durch schwer konservative bis rechte Politik (teilweise auch Hand in Hand) stark beeinflusst.

Und nun gibt es Pegida. Diese ultrakonservative, rechtspopulistische bis rechtsradikale Bewegung macht es den Mitläufern so einfach, denn das "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns"-Bild versteht jeder. Dresden kann sich wieder einigeln in das Opferschema und alle Gegenstimmen oder Opposition als miese Meinungsmache abschütteln. Du bist kein Freund? Dann musst du ein Feind sein. So einfach ist das.

Und für Sachsen, für Dresden - mit all dem überchristlichen Protektionismus - ist Pegida pure Euphorie, der Beginn einer großen historischen Veränderung. Für weniger würde die konservative, bürgerliche Mitte auch nicht auf die Straße gehen. "Vielen, die da abends mitlaufen, ist das Islam-Thema vollkommen egal", sagt einer, der bei Pegida-Demos dabei war. "Sie fühlen sich bevormundet, eingeengt, missverstanden, vergessen. Dagegen wollen sie protestieren." Und die Hauptschuldigen haben sie auch schon gefunden: Muslime. Dahinter folgen die "verlogene Politik" und die "Lügenpresse", wie es auf den Pegida-Kundgebungen heißt.

Der Theaterplatz und die Semperoper im Schnee: Dresden ist schön - und verhagelt sich gerade das Image.

Der Theaterplatz und die Semperoper im Schnee: Dresden ist schön - und verhagelt sich gerade das Image.

Dresden und Pegida

Aber bei all den Erklärungsversuchen, warum sich ausgerechnet Dresden zum Pegida-Massenphänomen entwickelt, darf nicht vergessen werden: Auch dort gibt es Widerstand. Am Montag gingen 5000 Gegendemonstranten auf die Straße. In Dresden und Umgebung gibt es Bürgerinitiativen, die sich für Vielfalt und Toleranz einsetzen. Und nicht alle Pegida-Anhänger kommen aus Dresden. Viele reisen aus ganz Deutschland zu den Demos an. Auch wenn die Aufmärsche seit Wochen ein anderes Gefühl entstehen lassen: Die Mehrheit der Menschen in Sachsen steht nicht auf der Seite von Pegida. Höchste Zeit für die stille Masse, das Schweigen zu brechen.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(