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Sexismus-Debatte: Brüderle büßt massiv an Popularität ein

Die Sexismus-Vorwürfe gegen FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle haben an seinem Image gekratzt. In Fragen der Popularität muss er laut "ARD-Deutschlandtrend" Verluste einstecken.

In jeder Zeitung ein Bild von ihm, in jeder Nachrichtensendung ein Beitrag zu ihm: Die deutschen Medien beschäftigen sich dieser Tage ausführlich mit Rainer Brüderle. Die Sexismus-Debatte ist mit dem FDP-Fraktionschef verbunden. Auch wenn es in der Debatte nicht mehr nur um das stern-Porträt geht, sondern um den ganz alltäglichen Sexismus. Rainer Brüderle hat infolge der Debatte bei den Bürgern erheblich an Popularität eingebüßt. Im ARD-Deutschlandtrend verlor der Spitzenkandidat der Liberalen für den Bundestagswahlkampf im Vergleich zu Anfang Januar neun Punkte und kommt nur noch auf eine Zustimmung von 28 Prozent. Er liegt aber weiter vor FDP-Chef Philipp Rösler, mit dessen Arbeit 22 Prozent der Deutschen zufrieden sind. Rösler bleibt damit das Schlusslicht der abgefragten Politiker.

Mit 51 Prozent ist eine Mehrheit der Deutschen der Ansicht, mit dem neuen Spitzen-Duo aus Rösler und Brüderle hätten sich die Wahlchancen der FDP eher verschlechtert. 32 Prozent meinen, die Chancen hätten sich verbessert. 46 Prozent glauben, dass das Führungsduo bis zur Bundestagswahl halten wird. 49 Prozent erwarten dies nicht.

FDP scheitert an der Sonntagsfrage

In der sogenannten Sonntagsfrage verliert die Union im Vergleich zur Vorwoche zwei Punkte und erreicht 40 Prozent. Die SPD bleibt bei 27 Prozent. Die FDP verharrt bei vier Prozent und würde damit nicht wieder in den Bundestag einziehen. Die Grünen können einen Punkt auf 15 Prozent zulegen. Die Linken bleiben bei sechs Prozent. Die Piraten liegen bei vier Prozent. Für die Sonntagsfrage hat das Institut Infratest dimap im Auftrag der "Tagesthemen" von Montag bis Mittwoch 1507 Wahlberechtigte befragt.

Merkel bleibt an der Spitze

An der Spitze der beliebtesten Politiker steht weiterhin Bundeskanzlerin Angela Merkel. Mit ihrer Arbeit sind 71 Prozent der Deutschen zufrieden. Dies sind sechs Punkte mehr als Anfang Januar. Es ist zudem der beste Wert für die CDU-Chefin seit September 2009. Auf dem zweiten Platz folgt Finanzminister Wolfgang Schäuble mit einer Zustimmung von 63 Prozent. Den dritten Platz teilen sich die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Verteidigungsminister Thomas de Maiziere.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück kommt nur auf eine Zustimmung von 37 Prozent und schneidet damit schlechter ab als SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier (53 Prozent), Außenminister Guido Westerwelle (46 Prozent), SPD-Chef Sigmar Gabriel (42 Prozent) sowie weiteren Spitzenpolitikern. Wenn die Deutschen den Bundeskanzler direkt wählen könnten, würden sich der Umfrage zufolge 59 Prozent für Merkel und nur 28 Prozent für Steinbrück entscheiden.

swd/Reuters / Reuters