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Im Visier des Terrors: Diese islamistischen Anschläge in Deutschland wurden vereitelt

Deutschland hat in Ansbach seinen ersten islamistischen Selbstmordanschlag erlebt. Doch in den vergangenen Jahren gab es mehrfach Terror-Pläne durch Dschihadisten. Eine Liste der vereitelten Anschläge seit dem 11. September 2001.

Youssef el Hajdib

Eine Überwachungsaufnahme aus dem Jahr 2006 zeigt Youssef el Hajdib, nachdem er eine Kofferbombe am Kölner Hauptbahnhof platziert hatte. Der Sprengsatz explodierte damals nicht.

Deutschland erlebt gerade Tage des Terrors. Doch seit den Attacken vom 11. September 2001 in den USA wurden die meisten Anschlagversuche und -planungen vereitelt oder schlugen wie im Fall der Kofferbomber von Köln fehl.

April 2002: Die Polizei nimmt Anhänger der zum Al-Kaida-Netzwerk zählenden Terrorgruppe al-Tawhid fest. Die Männer planten Angriffe auf das jüdische Gemeindezentrum in Berlin und jüdische Gaststätten in Düsseldorf. Sie erhalten mehrjährige Gefängnisstrafen.

Dezember 2004: Mitglieder der Islamistengruppe Ansar al-Islam planen, Iraks Ministerpräsidenten Ijad Allawi während eines Besuchs in Deutschland zu ermorden. Drei Iraker erhalten langjährige Haftstrafen. Der verurteilte "Chefplaner" des vereitelten Anschlags wird im September 2015 in Berlin von einem Polizisten erschossen, nachdem er dessen Kollegin mit einem Messer schwer verletzt hatte.

Juli 2006: Im Kölner Hauptbahnhof platzieren zwei Männer in Koffern versteckte Sprengsätze in Regionalzügen nach Hamm und Koblenz. Die Zeitzünder-Bomben explodieren jedoch nicht. Einer der Täter wird in Düsseldorf zu lebenslanger Haft verurteilt.

September 2007: Die islamistische Sauerland-Gruppe wird gefasst. Die vier Mitglieder erhalten wegen geplanter Terroranschläge auf Diskotheken, Flughäfen und US-Einrichtungen in Deutschland mehrjährige Haftstrafen.

April 2011: Ermittler nehmen in Düsseldorf drei mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder fest, die einen Sprengstoffanschlag in Deutschland geplant hatten. Im Dezember 2011 wird in Bochum ein viertes mutmaßliches Mitglied der "Düsseldorfer Zelle" gefasst. Die vier Männer müssen mehrere Jahre ins Gefängnis.

Dezember 2012: Im Bonner Hauptbahnhof wird eine Sporttasche mit einem Sprengsatz gefunden. Die Bundesanwaltschaft geht von einem versuchten Terroranschlag mit islamistischem Hintergrund aus.

März 2013: Die Polizei fasst vier Verdächtige aus der Bonner Islamisten-Szene, die einen Anschlag auf den Chef der rechtsextremen Splitterpartei "Pro NRW" geplant haben sollen. Einer soll die Bombe in Bonn deponiert haben. Der Prozess gegen die mutmaßlichen Terroristen in Düsseldorf dauert an.

Februar 2016: Die Polizei kommt einer mutmaßlichen Terrorzelle auf die Schliche und schlägt zeitgleich in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen zu. Die vier Verdächtigen hatten womöglich einen Anschlag in Berlin geplant.

Juni 2016: Spezialkräfte der Polizei nehmen drei mutmaßliche Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Brandenburg fest. Sie sollen einen Anschlag in der Düsseldorfer Altstadt geplant haben.


amt / DPA