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"Bunte"-Interview: Über diese Sätze in der Home-Story stolperte Albig, meinen Freund und Feind

Torsten Albigs Home-Story in der "Bunten" kostete ihn womöglich seinen Ministerpräsidenten-Job in Schleswig-Holstein. Sogar SPD-Politiker betonen die Geschichte - vielleicht, weil einigen in der Partei das Interview ganz gelegen kommt.

Noch-SPD-Ministerpräsident Torsten Albig mit seiner Lebensgefährtin Bärbel Boy (Archivbild)

Noch-SPD-Ministerpräsident Torsten Albig mit seiner Lebensgefährtin Bärbel Boy (Archivbild)

Es herrscht seltene Einigkeit zwischen Journalisten und Politikern: Fast alle sind sich sicher, dass SPD-Ministerpräsident Torsten Albig bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein vor allem scheiterte, weil er sein Privatleben zu sehr nach außen gekehrt hat. Insbesondere ein Interview mit der Illustrierten "Bunte" vom 20. April kostete den 53-Jährigen nach Ansicht von Kommentatoren aus ganz Deutschland viele Stimmen. Eine Auswahl:

Scheiterte Torsten Albig am "Bunte"-Interview?

  • "Seine übersteigerte Selbstgewissheit, die larmoyante Selbstzufriedenheit eines Amtsinhabers, (...) das kam nicht gut an bei den Menschen im Norden. Den Rest hat sich Albig mit dem Interview in der 'Bunten' und seinen unsäglichen Einblicken in sein Frauenbild gegeben", schreibt etwa der "Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag".
  • "Sein Wahlkampf war ebenfalls konturlos (...), angereichert mit rührseligem Gerede über sich: Mutter Kassiererin, Trennung der Eltern, das unbegreifliche Glück, Ministerpräsident geworden zu sein. Dann das eitle Stück in der 'Bunten', seine Bemerkungen zur gescheiterten Ehe. Ein PR-Desaster mit Ansage", fasst die "Frankfurter Rundschau" ihre Sicht der Dinge zusammen.
  • "Der SPD-Mann hat also das Kunststück fertig gebracht, im Amt unbeliebter zu werden. (...) Dazu kommt das 'Bunte'-Interview, in dem Albig erklärte, er habe sich von seiner Frau getrennt, weil er und sie sich kaum noch auf Augenhöhe ausgetauscht hätten. Worte, die bei vielen Frauen schlecht angekommen sein dürften", analysiert sogar der "Bayerische Rundfunk" aus dem fernen München.
Noch-SPD-Ministerpräsident Torsten Albig mit seiner Lebensgefährtin Bärbel Boy (Archivbild)

Noch-SPD-Ministerpräsident Torsten Albig mit seiner Lebensgefährtin Bärbel Boy (Archivbild)

Albigs Home-Story ist größtenteils harmlos

Doch worum geht es in dem "Bunte"-Artikel eigentlich? Im Ressort "Politik" des Promiblatts angesiedelt, kommt er daher wie eine Home-Story über einen Politiker, wie es sie schon dutzendfach gab: ein bisschen Freizeit, ein bisschen Familie, ein bisschen Urlaub, ein bisschen was fürs Herz; Politik nur am Rande. Meist bleiben solche Berichte ohne größere Konsequenzen, von der Entlassung des früheren Verteidigungsministers Rudolf Scharping einmal abgesehen (die Zeitschrift zeigte ihn 2002 beim Plantschen im Pool auf Mallorca mit seiner damaligen Lebensgefährtin, während in Berlin gerade über einen Bundeswehr-Auslandseinsatz diskutiert wurde).

Verwunderlich an der Albig-Story sind vor allem zwei Punkte: Zum einen gilt der Noch-Ministerpräsident eigentlich als eher introvertiert, als jemand der Privates am liebsten privat hält. Er selbst appellierte noch im Januar im Interview mit den "Kieler Nachrichten", seine neue Beziehung als "Privatangelegenheit" zu behandeln - die freiwillige Home-Story ist das komplette Gegenteil dessen.

Zum anderen ist insbesondere eine Aussage aus dem knapp zweieinhalbseitigen Artikel hängengeblieben. Von "Bunte"-Vize-Chefredakteurin Tanja May auf das Verhältnis zu seiner Noch-Ehefrau (die Scheidung hat Albig bereits angekündigt), sagte der SPD-Politiker: "Wir haben uns ja mal sehr geliebt. Aber leider haben wir beide nicht genügend auf uns aufgepasst. Irgendwann entwickelte sich mein Leben schneller als ihres. Wir hatten nur noch ganz wenige Momente, in denen wir uns auf Augenhöhe ausgetauscht haben. Ich war beruflich ständig unterwegs, meine Frau war in der Rolle als Mutter und Managerin unseres Haushaltes gefangen."

Albig ist der Sündenbock der SPD

Neben der Presse sind es in erster Linie die Politiker - selbst aus der eigenen Partei - die davon ausgehen, dass es die "Bunte"-Story und dieser eine Satz waren, die Albig in der Wählergunst sinken ließen.

So machte SPD-Generalsekretärin Katarina Barley das Interview für die Stimmenverluste mitverantwortlich: "Ich kann mir das nur so erklären, dass es in den letzten zwei, drei Wochen gar nicht mehr so sehr um politische, um Gerechtigkeitsthemen ging, sondern eher um Dinge wie das Privatleben des Ministerpräsidenten. So sehen wir auch, dass offensichtlich vor allem Frauen weniger die SPD gewählt haben", sagte sie dem Norddeutschen Rundfunk. Ins gleiche Horn bläst zum Beispiel auch Parteivize Torsten Schäfer-Gümbel. Andere SPD-Politiker verpacken ihre Kritik an dem Interview zwar dezenter, aber so wird Albig zum wohlfeilen Sündenbock für die Sozialdemokraten gemacht.

Dass bei der politischen Konkurrenz Irritationen über die Äußerungen Albigs herrschen, verwundert da weniger. Robert Habeck, bislang Albigs grüner Stellvertreter, sah das Unheil womöglich schon vor der Wahl kommen. "Es gibt ein Interview des Ministerpräsidenten, wo er seine Trennungsgeschichte von seiner Familie breitgetreten hat, das haben viele Leute nicht als besonders klug empfunden“, sagte er in einem Interview mit dem Journalisten Tilo Jung schon Tage vor dem Urnengang. Er selbst halte die "Bunte" für kein gutes Format für Politiker.

Auch FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki äußerte sich via "Bild"-Zeitung zu den Gründen für die SPD-Schlappe: "Das selbstgefällige und arrogante Verhalten des noch amtierenden Ministerpräsidenten. Insbesondere die Stillosigkeit gegenüber seiner Noch-Ehefrau." CDU-Urgestein und Ex-Landesvater Peter Harry Carstensen meinte: "Das Interview in der 'Bunten‘ hat die Stimmung zerschlagen."

Die Stimmung in der SPD

Die Stimmung in der SPD ist tatsächlich zerschlagen. Ob es aber wirklich an der Home-Story lag, können Meinungsforscher nicht belegen. Möglicherweise spielten noch weitere, ganz andere Gründe in den Absturz der SPD im hohen Norden hinein. Um das erkennen zu können, hilft auch Selbstkritik. Die übte Torsten Albig im Übrigen - in dem "Bunte"-Interview, das ihm vermeintlich zum Verhängnis wurde, sagte er zu seiner gescheiterten Ehe auch: "Das werfe insbesondere ich mir heute vor. Deshalb ist es mir so wichtig, diesen Fehler nicht zu wiederholen." Dieser Zusatz ging unter, hängengeblieben ist nur ein selbstgefälliger Ministerpräsident mit fragwürdigem Frauenbild, der sich in einem Klatschmagazin inszeniert.

Das ist der SPD möglicherweise ganz recht - so hat sie es leicht und muss die Fehler nicht in ihrem eigenen Programm suchen.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(