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Unterstützung für Oskar Lafontaine: Linke-Chef Ernst schlägt eigene Ablösung vor

Linke-Parteichef Klaus Ernst unterstützt eine Rückkehr von Oskar Lafontaine an die Parteispitze. Er sei "selbstverständlich" für eine Kandidatur des Saarländers. Lafontaine soll die Linke aus der aktuellen Krise führen.

Linke-Parteichef Klaus Ernst hat sich dafür ausgesprochen, dass Oskar Lafontaine ihn an der Parteispitze ablöst. Ernst sagte am Montag in Berlin, er sei "selbstverständlich" für eine Kandidatur des saarländischen Fraktionschefs beim Parteitag Anfang Juni in Göttingen.

Zuvor hatte der 69-jährige Lafontaine seine grundsätzliche Bereitschaft zur Rückkehr an die Parteispitze erklärt. Er will aber den Verlauf einer gemeinsamen Sitzung von geschäftsführendem Bundesvorstand und Landeschefs an diesem Dienstag abwarten.

Lafontaine spürt Gegenwind aus dem Osten

Ernst machte deutlich, dass Lafontaine nur kandidieren wird, wenn sich in dieser Sitzung eine Mehrheit für den Saarländer abzeichnet. Einziger Kandidat für den Parteivorsitz ist bisher der stellvertretende Fraktionschef Dietmar Bartsch.

Eine Kandidatur von Ernst kommt jetzt nur noch für den Fall in Frage, dass Lafontaine verzichtet. In einigen ostdeutschen Landesverbänden der Linkspartei gibt es starke Vorbehalte gegen Lafontaine. Die Landesparteitage in Mecklenburg-Vorpommern und Kommunalpolitiker aus Thüringen haben sich bereits offen für den Bartsch ausgesprochen. Der 54-jährige Reformer hatte seine Kandidatur bereits vor einem halben Jahr angekündigt und zeigte sich am Montag entschlossen, dabei zu bleiben.

Interner Streit Auslöser für Wahldesaster

Interne Querelen und Personaldiskussionen waren nach Ansicht Ernsts auch für das Ausscheiden aus dem nordrhein-westfälischen Landtag verantwortlich. "Wir hatten viel zu viel Selbstbeschäftigung", sagte er am Montag im WDR mit Blick auf die Bundespartei. "Wir hatten Leute, die aus den eigenen Reihen immer aufs eigene Tor geschossen haben. Und da kann man schlecht Wahlen gewinnen." Das müsse aufhören.

"Wir müssen uns nun sehr schnell eine gemeinsame Führung erarbeiten." Dabei gehe es nicht nur um Oskar Lafontaine. "Es geht darum, dass wir eine kooperative Führung brauchen. An der arbeite ich mit Hochdruck. Was die Bürger nicht wollen, ist Streit in einer Partei." Die Linke hatte in NRW nur 2,5 Prozent erzielt. Damit zieht die Partei nicht wieder in den Landtag ein.

dho/DPA / DPA