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Wahlkampf in Niedersachsen: Stoiber, nochmal Stoiber und Schröder

Ex-Ministerpräsident, Ex-Kanzlerkandidat, Ex-CSU-Chef: Eigentlich ist Edmund Stoiber Politrentner. Aber einmal noch gibt er den Wahlkämpfer. Für Christian Wulff in der niedersächsischen Provinz. Eine Stunde lang redet der Fast-Kanzler über drei Themen: Stoiber, Stoiber und Schröder.

Von Niels Kruse, Quakenbrück

Wer um 13.21 Uhr in Quakenbrück ankommt, ist von allen guten Geistern verlassen. Es herrscht Mittagsruhe. Kein Laden, kein Kiosk, kein Café - nichts ist offen. Auch auf den Straßen: nichts und niemand. Die wenigen Passanten gucken einander an, als wäre der jeweils andere ein heimatloser Streuner. Die beleiernde Stille endet jäh in der Langen Straße 66. Im Hotel Hagspihl brüllt bayerische Blasmusik in den Großen Saal, die Arbeiter feixen. Norddeutschen gilt derlei exotische Folklore noch immer als Zeichen gewisser Entwicklungsdefizite.

Doch heute kommt Edmund Stoiber. Der Mann, der den Laptop an die Lederhose getackert hat. Weil es Prominenz diesen Ranges nicht alle Tage in das 13.000-Einwohner-Städtchen verschlägt, darf es also ruhig mal ein Defiliermarsch sein. Der Ex-CSU-Chef, Ex-Ministerpräsident und Ex-Kanzlerkandidat hat sich für den späten Nachmittag angekündigt. Warum überhaupt Quakenbrück? Was macht der Politrentner, der von seinen Parteigenossen zum Entbürokratisieren in Brüssel entsorgt wurde, in der tiefsten niedersächsischen Provinz? Ein paar Kilometer weiter nördlich, in Cloppenburg und Vechta, dem selbsternannten Schwarzen Block, wo die Menschen schon mal zu 70 Prozent CDU wählen, da würde sich einer wie Stoiber zu Hause fühlen. Aber Quakenbrück? Christian Calderone hat auch keine Antwort. Angefragt jedenfalls hat er ihn nicht. "Es gab einen Anruf und da hieß es: der Stoiber kommt", sagt er. Sei's drum. Einen Politiker wie diesen, wenn auch einen im Unruhestand, nehmen sie hier mit Kusshand.

Quakenbrück nicht nur dazwischen geschoben

Wichtig war den rund 130 CDU-Mitgliedern in Quakenbrück dabei nur eines: Dass er eigens aus Bayern zu diesem Termin kommt. Und nicht womöglich das Artland, wie der Landstrich nördlich von Osnabrück heißt, nur als Zwischenstation besucht. "Das war in den letzten Tagen ein großes Thema", sagt Calderone. Offensichtlich wäre es wohl nicht dasselbe gewesen, wenn sein Besuch nur die Nebenwirkung anderer Amtsgeschäfte gewesen wäre. War sie aber nicht. Stoiber hat sich tatsächlich für diesen Termin in München ins Flugzeug gesetzt, ist tatsächlich nach Osnabrück geflogen und wird tatsächlich diese Rede halten. Der ansässige Autohändler stellt eine Limousine, um den Ex-Landeschef zu chauffieren. "Der ganze Aufwand für nur drei Stunden", sagt der Vorstand und grinst begeistert.

Vielleicht hätte sich Stoiber eine Stadt mit mehr Glamour gewünscht, wenn er schon eine seiner gefürchteten Reden halten soll. "Der Christian Wulff hat mich gebeten, ihn im Wahlkampf ein bisschen zu unterstützen", wird Stoiber später sagen. "Auch wenn Du kein Ministerpräsident mehr bist", so Wulff laut Stoiber über Stoiber, "du bist ein großer Politiker und wirst es für immer sein". Das bisschen Unterstützung leistet er nun hier in einem norddeutschen Nest, 744 Kilometer entfernt von seiner Heimat Wolfratshausen. Vermutlich wegen Hans-Gert Pöttering. Den kann der CSU-Ehrenvorsitzende öfters in Brüssel treffen. Pöttering sitzt dort dem Europäischen Parlament vor. Er kommt aus Quakenbrück.

Stoiber wird gebührend empfangen - mit dem Defiliermarsch

Wer auch immer den Gast aus dem fernen Süden hierher gelotst hat, der Empfang lässt nicht zu wünschen übrig: Die Leute applaudieren stehend. Sie rufen lauthals "Edmund, Edmund". Die Anlage brüllt den bayerischen Defiliermarsch in den Saal. Ganz vorne, neben dem Rednerpult, steht eine alte Dame, ein blau-weißes Fähnchen schwenkend. Sie ist Stoiber-Fan, hörbar seine Landsmännin und extra aus Osnabrück angereist. Dem Gefeierten gefällt das Brimborium sichtlich. Der Landtagsabgeordnete führt den Redner mit den Worten ein: "Wir wollen, dass die SPD klein und in der Opposition ist. Herr Stoiber, erklären Sie uns, wie wir das am besten machen."

Und er erklärt. Und braucht dafür eigentlich nur drei Beispiele: sich selbst, sich selbst und Gerhard Schröder. 13 Mal nimmt sich Stoiber als Bespiel dafür, wie man es so macht, in der ganz, ganz großen Politik. Erfahrung etwa. Wichtige Sache! Er beginnt allgemein, kommt aber schnell auf sich zu sprechen und beendet den Satz mit der Aufzählung sämtlicher Stationen seiner politischen Laufbahn, redet aber von sich in der dritten Person. Auch sein Engagement in Brüssel: Viel, viel Verantwortung. Ganz schwierige Aufgabe. Und dann auch noch unbezahlt. Sakrament! "Ich werde immer gefragt: 'Edmund, warum tust Du Dir das an'" Antwort, sinngemäß: So bin ich halt.

Wenn Stoiber mal nicht über sich spricht, dann muss Gerhard Schröder herhalten. Als Allzweck-Buhmann. "Die Politik wird als Show dargestellt", sagt er. "Natürlich, eine gewisse Lockerheit gehört dazu, aber wichtiger ist doch, was die Politik in der Sache zu sagen hat." Stoibers Gleichung ist klar: Ich, das ist die Sache, Schröder das Theater. Der Ex-Kanzlerkandidat hat seine Niederlage von vor sechs Jahren offenbar bis heute nicht verknusen können. Er arbeitet sich förmlich ab am Alt-Kanzler. Die desolate Haushaltslage in Niedersachsen, dessen Ministerpräsident Schröder mal war: Ganz klar seine Schuld. Das schlechte Verhältnis zu den USA: Schröders Schuld. Das Einwanderungsgesetz, die hohen Energiepreise, die Arbeitslosigkeit: Schröder, Schröder, Schröder.

Den ganzen Frust über die knapp vergurkte Wahl von 2002 redet sich Stoiber von der Seele, eine Stunde lang. Leider ist das alles sechs Jahre her und Schröder schon lange kein Gegner mehr für die Union. Aber das stört hier niemanden. Der Wulff wird ohnehin wiedergewählt und die gemeinsame Vergangenheitsbewältigung im größeren Kreis scheint allen hier im vollbesetzten Saal mal so richtig gut getan zu haben: Ein Mann erhebt sich und verkündet feierlich: "Edmund, wir danken Dir". Der Quakenbrücker Landtagsabgeordnete Reinhold Coenen holt sich rasch ein Autogramm des Stargasts. Der es aber leider so eilig hat, dass seine Mitarbeiter Hans-Gert Pöttering, dem Präsidenten des Europäischen Parlaments, kurzerhand das Wort abschneiden. Der Meister muss noch sein Flugzeug kriegen und beendet damit für heute den Wahlkampf, weswegen jetzt auch alle anderen nach Hause müssen. Da können sich die Hessen schon mal drauf gefasst machen. Früh Feierabend ist am 23. Januar. Dann kommt Stoiber nach Gießen und Herborn. In der Provinz darf Stoiber noch Stoiber sein.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(