HOME

CDU-Politiker gestorben: Trauer um Walther Leisler Kiep

In Erinnerung blieb Walther Leisler Kiep vor allem wegen seiner Rolle als Bundesschatzmeister während der CDU-Spendenaffäre in den 1990er-Jahren. Nun ist der Politiker im Kreis seiner Familie gestorben.

Walther Leisler Kiep hebt bei seiner Vereidigung als Finanzminister Niedersachsens 1976 die Hand zum Schwur

Wohl der Höhepunkt seiner politischen Karriere: Walther Leisler Kiep wird am 25. Februar 1976 als Landesfinanzminister in Niedersachsen vereidigt. Der CDU-Politiker ist im Alter von 90 Jahren verstorben.

Der langjährige CDU-Schatzmeister Walther Leisler Kiep ist tot. Kiep starb am Montagmorgen im Alter von 90 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit, wie sein Sohn Walther Leisler Kiep junior bestätigte. Der Politiker sei im Kreise seiner Familie in seinem Haus in Kronberg im Taunus verstorben.

Der gebürtige Hamburger amtierte von 1971 bis 1992 als Bundesschatzmeister der CDU. Von 1976 bis 1980 war Kiep außerdem Finanzminister in Niedersachsen. Im Bundestag machte er sich einen Namen als Außenpolitiker und war 1984 bis 2000 Vorsitzender der Atlantikbrücke. 

Walther Leisler Kiep - Schatzmeister der Spendenaffäre

Umstritten war Kiep wegen seiner Rolle in der CDU-Spendenaffäre. Als Schatzmeister hatte er 1991 gemeinsam mit dem CDU-Finanzberater Horst Weyrauch vom Waffenhändler Karl-Heinz Schreiber in der Schweiz eine Spende über eine Million Mark entgegen genommen. Diese wurde von der CDU nie ordnungsgemäß verbucht, 1999 wurde Leisler Kiep wegen der Angelegenheit festgenommen.
Verurteilt wurde er 2001 aber lediglich wegen einer privaten Steuerhinterziehung von 1991 zu einer Geldstrafe, außerdem 2004 wegen einer Falschaussage vor dem Parteispenden-Untersuchungsausschuss. Dabei wiederum ging es um eine 100.000-Mark-Spende Schreibers an die CDU, die einst den heutigen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in Bedrängnis gebracht hatte. Die Ermittlungen gegen Schäuble wurden aber eingestellt.

dho / DPA