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Die Morgenlage Politik streitet nach Brand in Moria: Zehn deutsche Städte wollen Flüchtlinge aufnehmen

Frauen stehen an, um Essen zu erhalten, in der Nähe des ausgebrannten Flüchtlingslagers Moria
Frauen stehen an, um Essen zu erhalten, in der Nähe des ausgebrannten Flüchtlingslagers Moria
© Socrates Baltagiannis / DPA
Bundestag debattiert über Aufnahme von Migranten +++ Rekordzahl von fast 10.000 Corona-Neuinfektionen in Frankreich +++ Trump verteidigt Verhalten und zieht Parallele zu Churchill +++ Die Nachrichtenlage am Freitagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

nach dem verheerenden Brand im griechischen Flüchtlingslager Moria mehren sich in Deutschland die Stimmen, die eine Aufnahme der Migranten aus dem Lager fordern. Jetzt gibt es erste konkrete Angebote aus zehn deutschen Städten. So erklärten sich die Stadtoberhäupter von Bielefeld, Düsseldorf, Freiburg, Gießen, Göttingen, Hannover, Köln, Krefeld, Oldenburg und Potsdam in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) zur Aufnahme von Flüchtlingen bereit. Das Bundesinnenministerium lehnt es bislang ab, Flüchtlinge aus Griechenland im deutschen Alleingang aufzunehmen. Merkel kündigte inzwischen an, dass Deutschland ebenso wie Frankreich minderjährige Flüchtlinge aus Moria aufnehmen werde. Es soll sich demnach erst einmal um 400 Kinder und Jugendliche handeln. 

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

EU-Mittelmeer-Anrainerstaaten wollen mögliche Sanktionen gegen Ankara mittragen

Die Staats- und Regierungschefs von sieben EU-Ländern wollen im Zuge des Gasstreits zwischen Ankara und Athen im östlichen Mittelmeer mögliche Sanktionen gegen die Türkei mittragen. Solange die Türkei ihre "konfrontative Haltung" nicht beende und in einen Dialog eintrete, lägen Sanktionen als Option auf dem Tisch, hieß es am Donnerstagabend in der Schlusserklärung eines Gipfeltreffens der europäischen Mittelmeer-Anrainer, darunter Griechenland und Zypern. Sollte die Türkei im Gasstreit nicht einlenken, würden Strafmaßnahmen gegen die Türkei auf einem EU-Sondergipfel zur Außenpolitik am 24. September diskutiert werden, hieß es. Ein solcher Beschluss erfordert jedoch die Zustimmung aller EU-Mitgliedstaaten. An dem Gipfeltreffen am Donnerstag auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika nahmen neben Frankreich und Griechenland auch Italien, Malta, Portugal, Spanien und Zypern teil. Eingeladen zu dem Treffen hatte der französische Präsident Emmanuel Macron, der im Gasstreit mit der Türkei die EU-Länder Griechenland und Zypern unterstützt. 

Zehn deutsche Stadtoberhäupter erklären sich zu Aufnahme von Flüchtlingen bereit

Die Stadtoberhäupter von zehn großen deutschen Kommunen haben in einem gemeinsamen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ihre Bereitschaft erklärt, Flüchtlinge aus dem großteils abgebrannten Lager Moria aufzunehmen. In dem Schreiben appellieren sie an Merkel und Seehofer, dafür den Weg zu ebnen, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Donnerstagabend berichtete.     

Der Brief wurde demnach von den Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeistern von Bielefeld, Düsseldorf, Freiburg, Gießen, Göttingen, Hannover, Köln, Krefeld, Oldenburg und Potsdam unterzeichnet. Das Bundesinnenministerium lehnt es bislang ab, Flüchtlinge aus Griechenland im deutschen Alleingang aufzunehmen. Es fordert eine gemeinsame europäische Initiative. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kündigte inzwischen an, dass Deutschland ebenso wie Frankreich minderjährige Flüchtlinge aus Moria aufnehmen werde. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus Verhandlungskreisen erfuhr, geht es um die Verteilung von rund 400 Kindern und Jugendlichen innerhalb der Europäischen Union. 

Rekordzahl von fast 10.000 Corona-Neuinfektionen in Frankreich

Vor Beratungen der französischen Regierung über eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen ist in dem Land die Rekordzahl von fast 10.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnet worden. Wie das Gesundheitsministerium in Paris am Donnerstag mitteilte, wurden seit dem Vortag 9843 neue Coronavirus-Ansteckungsfälle erfasst. Dies ist die höchste Zahl in Frankreich seit dem Beginn der Pandemie. Zudem wurden weitere 19 Todesfälle als Folge der Coronavirus-Infektion gezählt, womit die offizielle Gesamtzahl der Todesopfer im Land auf 30.813 stieg. Insgesamt rund 390.000 Infektionsfälle wurden dort bislang verzeichnet. Zuletzt wurden die Tests auf das Virus deutlich ausgeweitet. 

Verheerende Brände in Kalifornien stellen Rekorde auf

Ein seit Mitte August wütender Waldbrand in Nordkalifornien hat sich auf eine Rekordfläche von mehr als 1906 Quadratkilometer Land ausgeweitet. Das so genannte August Complex Feuer im Bezirk Mendocino County ist damit das flächenmäßig größte in der jüngeren Geschichte Kalifornien, wie die Feuerwehr am Donnerstag mitteilte. Am Donnerstag kämpften 14.000 Feuerwehrleute gegen 29 Wald- und Buschbrände an. In diesem Jahr wurde in Kalifornien eine Rekordfläche von mehr als 12.500 Quadratkilometern Land zerstört. 

Nach Angaben der Cal Fire-Behörde kamen in dieser Feuersaison zwölf Menschen ums Leben, es werden noch mehr Opfer befürchtet. Die Flammen sollen mehr als 3900 Gebäude zerstört haben. Auch in den nördlich von Kalifornien liegenden Westküstenstaaten Oregon und Washington wüten verheerende Waldbrände. 

Trump verteidigt Verhalten und zieht Parallele zu Churchill

US-Präsident Donald Trump hat eine Parallele zwischen seinen Beschwichtigungen in der Corona-Pandemie und dem Verhalten des britischen Premierministers Winston Churchill im Zweiten Weltkrieg gezogen. "Als Hitler London bombardierte, ging Churchill, ein großer Anführer, oft auf ein Dach in London und sprach", sagte Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in Freeland im US-Bundesstaat Michigan. "Und er sprach immer mit Gelassenheit. Er sagte, wir müssen Gelassenheit zeigen. Nein, wir haben es richtig gemacht, und wir haben eine Arbeit geleistet wie niemand sonst." 

Das wird heute wichtig:

Bundestag debattiert über Aufnahme von Migranten nach Brand in Moria

Der Bundestag debattiert heute auf Antrag der Linken über die Folgen des Brandes im Migrantenlager Moria auf der griechischen Insel Lesbos. Die Fraktion fordert die Bundesregierung auf, in einem ersten Schritt die rund 13.000 obdachlos gewordenen Menschen aufzunehmen, soweit diese nicht in andere aufnahmebereite Länder wollten. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Präsident Emmanuel Macron hatten sich darauf verständigt, zusammen mit anderen EU-Ländern 400 unbegleitete Minderjährige aufzunehmen. 

EU-Minister beraten Wirtschaftslage in Berlin

Die Folgen der Corona-Pandemie beschäftigen heute die Wirtschafts- und Finanzminister der Europäischen Union. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft zu einem informellen Treffen nach Berlin geladen. Thema ist unter anderem die Umsetzung des vereinbarten Konjunkturprogramms im Umfang von 750 Milliarden Euro. Zudem soll es um die Besteuerung globaler Unternehmen und eine engere Verzahnung der Finanzmärkte gehen.

Urteile im Missbrauchsprozess – Teils mehr als 14 Jahre Haft gefordert

Im ersten Prozess zum Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach will das Landgericht Mönchengladbach um 15 Uhr die Urteile verkünden. Den beiden Angeklagten aus Nordrhein-Westfalen werden schwerer sexueller Kindesmissbrauch in mehr als 100 Fällen sowie die Herstellung, Verbreitung und der Besitz kinderpornografischer Schriften vorgeworfen. Die Staatsanwältin fordert für die beiden 39-Jährigen 13 Jahre und neun Monate beziehungsweise vierzehneinhalb Jahre Haft.

So denken Menschen weltweit übers Impfen

Im Fachmagazin "The Lancet" wird eine internationale Studie zum Vertrauen in Impfstoffe vorgestellt. Forscher haben zwischen 2015 und 2019 Menschen in 149 Ländern befragt, für wie sicher, wirkungsvoll und wichtig sie Impfstoffe halten.

Trump und Biden gedenken der Terroranschläge vom 11. September

Am Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September in den USA besuchen US-Präsident Donald Trump und sein Herausforderer bei der Präsidentschaftswahl, Joe Biden, den Ort Shanksville im US-Bundesstaat Pennsylvania. Dort hatten islamistische Extremisten vor 19 Jahren das vierte Flugzeug zum Absturz gebracht, nachdem die anderen Mitglieder des Terrorkommandos bereits zwei Flugzeuge in das World Trade Center in New York und ein weiteres in das Pentagon gelenkt hatten. Vermutet wird, dass auch die vierte Maschine in ein symbolträchtiges Gebäude hätte gesteuert werden sollen - in das Weiße Haus oder das Kapitol in Washington. Weil sich damals aber der Abflug der Maschine vom New Yorker Flughafen Newark nach San Francisco um 45 Minuten verzögert hatte, befand sich das von vier Extremisten des Terrornetzwerks Al-Kaida gekaperte Flugzeug noch in der Luft, während die übrigen drei entführten Maschinen am 11. September 2001 bereits im World Trade Center und im Pentagon explodiert waren.

Mordprozess gegen 81-jährigen Rentner beginnt

Vor dem Landgericht Essen muss sich ein psychisch kranker Mann aus Gladbeck verantworten. Der 81-Jährige soll am 16. März 2020 mit einem Hammer auf seine Lebensgefährtin eingeschlagen, dann mit einem Messer auf sie eingestochen und sie schließlich auch noch gewürgt haben. Die Richter müssen prüfen, ob er unbefristet in der geschlossenen Psychiatrie untergebracht werden muss.

VW liefert erste ID.3 aus

Wenn es nach Volkswagen geht, startet mit der Auslieferung der ersten Volkswagen-Elektroautos ID.3 eine neue Ära. Zwei Handvoll Kunden werden in Wolfsburg und Dresden als erste das neue Modell übergeben bekommen.

Neue Fußball-Saison startet mit erster DFB-Pokal-Runde

Nachdem die Corona-Pandemie die Saison 19/20 völlig durcheinandergewirbelt hat, startet die neue Spielzeit mit rund einmonatiger Verspätung. Wie immer treffen die Teams zunächst im DFB-Pokal aufeinander. Den Auftakt machen am Abend um 20.45 Uhr Eintracht Braunschweig - Hertha BSC sowie TSV Havelse - FSV Mainz 05.

Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag,

Ihre stern-Redaktion!

nik / rw DPA AFP

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