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Die Morgenlage 50 statt 100 Millionen Impfdosen: Pfizer und Biontech halbieren Auslieferungsziel für dieses Jahr

Der Pharmakonzern Pfizer hat das Auslieferungsziel bei seinem Corona-Impfstoff in diesem Jahr halbieren müssen
Der Pharmakonzern Pfizer hat das Auslieferungsziel bei seinem Corona-Impfstoff in diesem Jahr nach eigenen Angaben unter anderem wegen Verzögerungen beim Ausbau der Lieferkette halbieren müssen
© Arno Burgi / DPA
Israel warnt Bürger im Ausland vor Bedrohung durch den Iran +++ Biden will Corona-Experten Fauci als "obersten medizinischen Berater" +++ Neuer U-Bahnabschnitt durch Berlins historisches Zentrum wird eröffnet +++ Die Nachrichtenlage am Freitagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

noch in diesem Jahr wollten der Pharmakonzern Pfizer und die Mainzer Firma Biontech 100 Millionen Dosen ihres Corona-Impfstoffs unter die Menschen bringen – aber es hakt im Getriebe. Studienergebnisse kamen später als erwartet, der Ausbau der Lieferkette stockt. Jetzt sahen sich die Unternehmen gezwungen, ihre Auslieferungsziele deutlich nach unten zu korrigieren. 

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag

Wir haben für Sie zusammengefasst, was in der Nacht passiert ist:

Geflüchtete: Ministerium überträgt ungenutzte Aufnahmeplätze auf 2021

Einige tausend Geflüchtete, die Deutschland im laufenden Jahr hätte aufnehmen wollen, sollen stattdessen 2021 einreisen dürfen. Das teilte das Bundesinnenministerium der Deutschen Presse-Agentur in Berlin auf Anfrage mit. Es geht um besonders hilfsbedürftige anerkannte Flüchtlinge, die über sogenannte Resettlement-Programme meist direkt aus ihrer Herkunftsregion aufgenommen werden.

Pfizer senkt Jahresziel für Impfstoff wegen Lieferkettenproblemen

Der Pharmakonzern Pfizer hat das Auslieferungsziel bei seinem Corona-Impfstoff in diesem Jahr nach eigenen Angaben unter anderem wegen Verzögerungen beim Ausbau der Lieferkette halbieren müssen. Der Ausbau dauere länger als angenommen, sagte eine Sprecherin des Unternehmens dem "Wall Street Journal" gestern. Außerdem hätten die Ergebnisse der klinischen Studie später vorgelegen als ursprünglich gedacht. Der Zeitung zufolge hielt Pfizer noch bis Mitte November intern an dem Ziel fest, bis Ende dieses Jahres 100 Millionen Impfdosen auszuliefern. Zuletzt sprach das Unternehmen allerdings schon von 50 Millionen Dosen. Für das kommende Jahr bleibe es bei der ursprünglichen Planung zur Auslieferung von mehr als einer Milliarde Impfstoff-Dosen, schrieb die Zeitung weiter.

Israel warnt Bürger im Ausland vor Bedrohung durch den Iran 

Israels Regierung hat seine Bürger im Ausland vor einer Zunahme der Bedrohung durch den Iran gewarnt. "Angesichts der jüngsten Drohungen (...) befürchten wir, dass der Iran israelische Ziele angreifen könnte", teilte das israelische Außenministerium gestern mit. Vor einer Woche war der iranische Kernphysiker Mohsen Fachrisadeh bei einem gezielten Anschlag in der Nähe von Teheran getötet worden. Der Iran beschuldigte Israel, für den Angriff verantwortlich zu sein. Nach Angaben des Außenministeriums sind mögliche Ziele israelische Staatsbürger in Afrika und in Ländern in geographischer Nähe zum Iran, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain. Aus Diplomatenkreisen hieß es, dass Israels Außenminister Gabi Aschkenasi einen geplanten Besuch in Bahrain am Wochenende wegen der iranischen Drohungen abgesagt habe.

Großbritannien will Treibhausgas-Emissionen bis 2030 um 68 Prozent reduzieren

Die britische Regierung hat eine Reduktion ihrer Treibhausgas-Emissionen um mehr als zwei Drittel bis 2030 angekündigt. "Heute übernehmen wir mit einem ehrgeizigen neuen Ziel die Führung, (...) schneller als jede andere große Volkswirtschaft", teilte Premierminister Boris Johnson gestern mit. Es sei aber eine "globale Anstrengung" notwendig, betonte Johnson und rief die Staats- und Regierungschefs der Welt auf, selbst "ambitionierte Pläne zur Reduzierung von Emissionen vorzulegen und sich Netto-Null-Ziele zu setzen". Bis 2030 wolle Großbritannien demnach seine Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zu 1990 um 68 Prozent senken und bis 2050 CO2-Neutralität erreichen. 

Biden will Corona-Experten Fauci als "obersten medizinischen Berater"

Der gewählte US-Präsident Joe Biden will den renommierten Corona-Experten Anthony Fauci zu seinem obersten medizinischen Berater machen. Biden sagte dem Nachrichtensender CNN gestern, er habe Fauci in einem Gespräch gebeten, "oberster medizinischer Berater für mich und Teil des Covid-Teams zu sein". Der Leiter des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten gehört dem Corona-Krisenstab des abgewählten Präsidenten Donald Trump an. Mit seiner großen Expertise und seinen ungeschminkten Einschätzungen zur Corona-Pandemie erwarb der 79-jährige Immunologe sich in der Öffentlichkeit große Anerkennung. Zugleich zog er sich immer wieder den Unmut des Präsidenten zu, der die Gefahr durch das Coronavirus von Anfang an kleingeredet hatte.

US-Kongress will massiven Truppenabzug aus Deutschland stoppen

Der US-Kongress will den vom amtierenden Präsidenten Donald Trump geplanten massiven Abzug amerikanischer Soldaten aus Deutschland vorerst blockieren. Das geht aus dem Entwurf für das Gesetzespaket zum US-Verteidigungshaushalt hervor, auf den sich Demokraten und Republikaner in beiden Kammern im Kongress gestern (Ortszeit) einigten. Dort heißt es, der US-Verteidigungsminister müsse in einem Bericht an den Kongress darlegen, ob ein solcher Abzug im nationalen Interesse der USA wäre. Frühestens 120 Tage danach dürfe die Zahl der in der Bundesrepublik stationierten US-Soldaten die Grenze von 34.500 unterschreiten.

Was heute wichtig wird

Das sind die wichtigsten Themen und Termine des Tages:

Neuer U-Bahnabschnitt durch Berlins historisches Zentrum wird eröffnet

Nach fast neunjähriger Bauzeit wird am Freitag (10.00 Uhr) ein neuer U-Bahnabschnitt durch das historische Zentrum Berlins eröffnet. Der Lückenschluss zwischen dem Brandenburger Tor und dem Alexanderplatz umfasst einen Tunnelneubau von 2,2 Kilometern Länge und drei neue U-Bahnhöfe - Rotes Rathaus, Museumsinsel und Unter den Linden. Die neue Linie dürfte sich auch bei Touristen großer Beliebtheit erfreuen: An ihrer Strecke liegen etwa das Reichstagsgebäude, der Berliner Dom und das Nikolaivertel. Der Neubau soll außerdem die Wohngebiete im Osten der Hauptstadt besser an den Stadtkern, das Regierungsviertel und den Hauptbahnhof anbinden. Für den Lückenschluss zwischen der U5 und der U55 war ein Budget von 525 Millionen Euro eingeplant. Die neue U5 soll laut BVG-Schätzung täglich bis zu 155.000 Fahrgäste an ihr Ziel bringen.

Ausschuss soll Immunität von Ramelow und Höcke aufheben

Für staatsanwaltschaftliche Ermittlungen soll die Abgeordneten-Immunität von Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) und AfD-Fraktionschef Björn Höcke aufgehoben werden. Über entsprechende Anträge will ab 10.00 Uhr der Justizausschuss des Landtags in Erfurt hinter verschlossenen Türen entscheiden. Mit einem Ergebnis wird am Nachmittag gerechnet. Ramelow hatte die Abgeordneten geben, dem Antrag der Staatsanwaltschaft stattzugeben, damit wegen des Vorwurfs der Beleidigung gegen ihn ermittelt werden kann. Grund ist ein Vorfall im Landtag im Juli, als der Linke-Politiker dem AfD-Abgeordneten Stefan Möller von der Regierungsbank aus den Mittelfinger gezeigt und ihn später als "widerlichen Drecksack" beschimpft hatte. Bei Höcke geht es um Ermittlungen nach zwei Anzeigen wegen des Verdachts der Volksverhetzung sowie wegen Verleumdung. 

Deutsche Top-Diplomatin Helga Schmid übernimmt OSZE-Spitze

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) wird künftig voraussichtlich von einer deutschen Top-Diplomatin geleitet. Die Bestellung der 59-jährigen Helga Schmid als OSZE-Generalsekretärin durch den Ministerrat der Organisation an diesem Freitag gilt als Formsache. Die in außenpolitischen Fragen äußerst versierte Schmid war unter anderem eine wichtige Unterhändlerin der EU beim Atomabkommen mit dem Iran. Als weltweit größte regionale Sicherheitsorganisation setzt sich die OSZE für Stabilität, Frieden und Demokratie ein. Sie hat 57 Mitgliedsstaaten. Sitz und Sekretariat sind in Wien.

DFB-Direktor Bierhoff äußert sich zur weiteren Zukunft mit Löw

Vier Tage nach dem Vertrauensvotum für Joachim Löw soll sich erstmals ein führender DFB-Vertreter öffentlich zur weiteren Zusammenarbeit mit dem Bundestrainer äußern. DFB-Direktor Oliver Bierhoff wird sich am Freitag (gegen 15.00 Uhr) nach einer Präsidiumssitzung in einer Video-Pressekonferenz den Medien stellen. Zuvor soll der langjährige Wegbegleiter von Löw den Funktionären in einer Präsidiumssitzung das jüngste 0:6 der Nationalmannschaft in Spanien erklären, das heftige Debatten über Löw ausgelöst hatte. 

Österreich beginnt breit angelegte Massentests

Im Kampf gegen das Coronavirus beginnen in Österreich in großem Stil Massentests der Bevölkerung. In den Bundesländern Wien, Tirol und Vorarlberg sind die Bürger aufgerufen, sich freiwillig testen zu lassen. Neben der Regierungsspitze appellierte auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen an die Österreicher, das Angebot zu nutzen. Die Massentests gelten als wichtiger Baustein, um nicht zuletzt symptomfreie Infizierte, die das Virus unwissentlich verbreiten, zu erkennen und in Quarantäne schicken zu können. In Wien dauert der erste von zwei geplanten Durchläufen zehn Tage.

Bundesverwaltungsgericht urteilt über Radfahrverbot nach Trunkenheitsfahrt

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entscheidet ab 10.00 Uhr über ein Radfahrverbot nach einer Trunkenheitsfahrt. Es geht um die Klage eines Manns, der mit 2,88 Promille im Blut Fahrrad fuhr. Das Amtsgericht München forderte ein medizinisch-psychologisches Gutachten von ihm zu der Frage, ob er auch künftig "ein fahrerlaubnisfreies Fahrzeug" unter Alkoholeinfluss fahren würde. Als er nach dreieinhalb Jahren immer noch kein solches Gutachten vorgelegt hatte, zog das Gericht seinen Führerschein ein und verbot ihm auch das Radfahren auf öffentlichen Straßen. Dagegen klagte der Mann.

Anwalt erwartet Urteil im Prozess gegen Journalist Can Dündar

In der Türkei wird der Prozess gegen den im Exil lebenden Journalisten Can Dündar wegen Terrorunterstützung und "militärischer oder politischer Spionage" fortgesetzt. Dündars Anwalt Abbas Yalcin sagte der Deutschen Presse-Agentur, es werde ein Urteil erwartet. Die Staatsanwaltschaft habe bis zu 35 Jahre Haft gefordert. Hintergrund des Verfahrens gegen den mittlerweile in Deutschland lebenden Dündar ist ein Zeitungsbericht aus dem Jahr 2015, in dem die Zeitung "Cumhuriyet" geheime Informationen veröffentlichte, die Waffenlieferungen der Regierung an Rebellen in Syrien belegen sollten. Damals war Dündar Chefredakteur der "Cumhuriyet". 

Taucher übergibt Enigma-Chiffriermaschine an Landesamt

Die von Tauchern aus der Ostsee geborgene Chiffriermaschine Enigma soll um 11.00 Uhr an Schleswig-Holsteins Archäologisches Landesamt übergeben werden. Ein Team von Tauchern um den Unterwasser-Archäologen Florian Huber hatte die Maschine in einem sogenannten Geisternetz in der Geltinger Bucht entdeckt. Gemeinsam mit der entsprechenden Fundmeldung will der Forschungstaucher Huber die seltene Maschine in Schleswig abgeben. Die Enigma galt im zweiten Weltkrieg als nahezu perfekte Verschlüsselungsmaschine der Nazis für Geheimnachrichten. Nur mit hohem maschinellen Aufwand gelang es schließlich, das Enigma-Prinzip zu "knacken".

US-Regierung veröffentlicht Arbeitsmarktbericht für November

Die Corona-Krise belastet den Jobmarkt der weltgrößten Volkswirtschaft USA weiter stark. Wie stark, das soll der Arbeitsmarktbericht für November zeigen, der um 14.30 Uhr MWZ veröffentlicht wird. Experten erwarten zwar, dass die Erholung nach dem historischen Einbruch zu Beginn der Pandemie anhält - allerdings spürbar an Dynamik verliert. Analysten rechnen im Schnitt mit einem Rückgang der Erwerbslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 6,8 Prozent. Zudem werden rund 545.000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft erwartet. 

Berlin-Derby eröffnet zehnten Bundesliga-Spieltag

Das Hauptstadt-Derby eröffnet den zehnten Spieltag in der Fußball-Bundesliga. Hertha BSC empfängt um 20.30 Uhr (live auf DAZN und im stern-Ticker) den 1. FC Union Berlin. Zuschauer werden auch bei diesem stets brisanten und prestigeträchtigen Duell wegen der Coronavirus-Pandemie nicht im Olympiastadion erlaubt sein. Sportlich steht der Ost-Berliner Kult-Club aus Köpenick vor dem Gastspiel in Charlottenburg ausnahmsweise deutlich besser da. Union tritt als Tabellensechster an, Hertha ist 13.. Union holte bisher 16 Punkte und ist seit acht Spielen ungeschlagen. Hertha kommt gerade mal auf die Hälfte der Zähler und schaffte daheim in dieser Saison noch keinen Ligasieg.

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Ihre stern-Redaktion

sve DPA AFP

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