Jahresrückblick 2004 Januar


Der Kopftuchstreit beginnt, der Mars wird erobert und ein "Kannibale" verurteilt.

01. Januar
Irland übernimmt von Italien für sechs Monate die Ratspräsidentschaft in der Europäischen Union (EU).

02. Januar


Die NASA-Sonde «Stardust» erreicht nach fünfjähriger Reise den Kometen Wild-2 und sammelt erstmals in der Geschichte der Raumfahrt den «Sternenstaub» eines Kometen ein.

Der Deutsche Aktienindex DAX steigt erstmals seit Juli 2002 über die Marke von 4000 Punkten - auf exakt 4019.

03. Januar
Beim Absturz einer Boeing 737 der ägyptischen Chartergesellschaft «Flash Air» über dem Roten Meer kommen alle 148 Insassen ums Leben, darunter mindestens 133 französische Urlauber.

04. Januar


Der amerikanische Landeroboter «Spirit» setzt sicher auf dem Mars auf. Am Tag darauf sendet er Farbaufnahmen in bester Qualität zur Erde.

In Georgien wird sechs Wochen nach dem Sturz von Präsident Eduard Schewardnadse der bisherige Oppositionsführer Michail Saakaschwili zum neuen Staatschef gewählt.

Zwei Jahre nach dem Sturz der Taliban verabschiedet die Große Ratsversammlung (Loja Dschirga) eine neue Verfassung für Afghanistan.

05. Januar


Der Niederländer Jaap de Hoop Scheffer tritt sein Amt als neuer NATO-Generalsekretär an.

In den USA treten neue Sicherheitsbestimmungen in Kraft: Erstmals müssen USA-Reisende auf Flughäfen ihre Fingerabdrücke abgeben.

Der Goldpreis klettert auf den höchsten Stand seit 13 Jahren. Eine Feinunze kostet 418,30 US-Dollar.

Auf der Damentoilette des Stiftskrankenhauses im bayerischen Weißenhorn wird die dreijährige Karolina schwer verletzt aufgefunden. Sie stirbt wenig später. Die Mutter und ihr Freund werden vier Tage später in Italien festgenommen. Sie sollen Karolina zu Tode geprügelt haben.

Die Ehe von Popstar Britney Spears mit ihrem Jugendfreund Jason Allen Alexander wird nach zwei Tagen annulliert.

06. Januar


Bei einem Bombenanschlag in der südafghanischen Stadt Kandahar werden mindestens 18 Menschen getötet, darunter 13 Kinder.

Die mehr als 170 Bundeswehr-Soldaten des Wiederaufbauteams im nordafghanischen Kundus werden dem Kommando der Internationalen Schutztruppe in Afghanistan (ISAF) unterstellt.

Im jahrelangen Rechtsstreit um Parallelimporte von preisgünstigen Arzneimitteln innerhalb der EU kippt der Europäische Gerichtshof ein gegen den Bayer-Konzern wegen Behinderung dieser Einfuhren verhängtes Strafgeld.

Der SPD-Vorstand beschließt die «Weimarer Leitlinien», die Spitzen-Universitäten, mehr Bildungsgerechtigkeit, mehr Kinderbetreuung und mehr Geld für Innovationen vorsehen.

07. Januar


Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) kündigt an, den Hauptsitz des Bundeskriminalamtes (BKA) von Wiesbaden nach Berlin zu verlegen und den Standort Meckenheim zu schließen. Nach massiver Kritik speckt Schily die Pläne ab.

08. Januar


Deutschlands bis dahin größtes Kindermuseum «Atlantis» wird in Duisburg eröffnet. Gezeigt wird das Leben in der Stadt vom Hausbau bis zum Verkehrsstau

Die italienische Hafenstadt Genua eröffnet mit einem Konzert von Startenor José Carreras ihr Programm als europäische Kulturhauptstadt 2004 neben dem französischen Lille.

Queen Elizabeth II. tauft im britischen Southampton die «Queen Mary 2», das mit 74 Metern Höhe, 345 Metern Länge und geschätzten Baukosten von bis zu 750 Millionen Euro bis dahin größte, längste und teuerste Passagierschiff der Welt.

09. Januar


Die US-Regierung erklärt den festgenommenen irakischen Ex- Diktator Saddam Hussein offiziell zum Kriegsgefangenen.

11. Januar
Der iranische Wächterrat, ein von der konservativen Geistlichkeit beherrschtes Kontrollgremium, untersagt führenden iranischen Reformpolitikern eine Kandidatur bei den anstehenden Parlamentswahlen.

Der erste nordrhein-westfälische Nationalpark wird in der Eifel eröffnet.

13. Januar


Bundesverteidigungsminister Peter Struck (SPD) stellt sein Konzept zur Neustrukturierung der Bundeswehr vor. Dabei kündigt er einen harten Sparkurs mit Standortschließungen und einer Reduzierung der Streitkräfte an.

15. Januar


Der Bundestag beschließt, dass der Militärische Abschirmdienst (MAD) zum Schutz deutscher Soldaten künftig auch im Ausland tätig werden darf.

19. Januar


Der norwegische Frachter «Rocknes» kentert vor Bergen mit 29 Seeleuten an Bord. 19 Besatzungsmitglieder kommen ums Leben, unter ihnen ein Deutscher.

20. Januar


Die dänische Brauereigruppe Carlsberg übernimmt und zerschlägt den zweitgrößten deutschen Braukonzern Holsten.

Die erste Staffel der umstrittenen RTL-Dschungelshow «Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!» endet mit dem Sieg von Sänger Costa Cordalis.

21. Januar
Die norwegische Prinzessin Mette-Marit bringt in Oslo ein Mädchen zur Welt, das erste gemeinsame Kind mit Kronprinz Haakon. Das Mädchen heißt Ingrid Alexandra und hat den zweiten Platz in der Thronfolge hinter ihrem Vater inne.

22. Januar


Bayern verbietet den rechtsextremen Nürnberger Skinhead-Verein «Fränkische Aktionsfront» mit rund 40 Aktivisten und Sympathisanten.

24. Januar


Nach einem Misstrauensvotum des Verwaltungsrates der Bundesagentur für Arbeit gegen den Vorstandsvorsitzenden Florian Gerster kündigt Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) die Entlassung Gersters an.

Der US-Chefwaffeninspekteur im Irak, David Kay, tritt nach monatelanger ergebnisloser Suche nach ABC-Waffen zurück. Sein Nachfolger wird der frühere UN-Waffeninspekteur Charles Duelfer.

Eine Frau aus Baden-Württemberg knackt den Jackpot und erzielt mit 20,2 Millionen Euro den bis dahin höchsten Einzelgewinn der deutschen Lottogeschichte.

25. Januar


Drei Wochen nach dem Roboter «Spirit» landet auch sein Zwilling «Opportunity» auf dem Mars. In den Wochen darauf sendet er Farbaufnahmen zur Erde und findet Hinweise auf früher existierendes Wasser auf dem Roten Planeten.

26. Januar
Mit einem Festakt wird in Berlin das Touro College, die erste jüdisch-amerikanische Universität Deutschlands, eröffnet.

Pakistan räumt die Beteiligung von Wissenschaftlern an der Weitergabe von Atomtechnologie an Iran oder Libyen ein. Der frühere Chefentwickler des pakistanischen Atomwaffenprogramms, Abdul Qadeer Khan, wird später begnadigt.

27. Januar


Die SPD wird wegen der Wuppertaler Spendenaffäre zur Zahlung von rund 768 000 Euro Strafe verpflichtet. Es ist die höchste Summe, die bislang gegen die SPD wegen eines Verstoßes gegen das Parteiengesetz verhängt wurde.

29. Januar


Der Bundestag lehnt eine spezielle Opferrente für Verfolgte des SED-Regimes ab, die in der DDR zu Unrecht im Gefängnis saßen.

Der größte Gefangenenaustausch im Nahostkonflikt seit zwei Jahrzehnten wird unter deutscher Vermittlung abgeschlossen: Israel und libanesische Hisbollah-Milizen tauschen Gefangene und Tote aus.

Das britisch-türkische Konsortium Alba/Beko übernimmt für knapp 80 Millionen Euro die Kernsparte Fernsehgeräte der insolventen Grundig AG. Die Zerschlagung des Traditionskonzerns ist besiegelt.

30. Januar


Der Bundestag setzt einen Beirat für «nachhaltige Entwicklung» ein, der langfristige Reformen auf ihre Auswirkungen für nachfolgende Generationen überprüfen soll.

Der als «Kannibale von Rotenburg» bekannt gewordene Armin M., der einen Berliner Ingenieur mit dessen Einwilligung getötet und zum Teil gegessen hat, wird wegen Totschlags zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt.

31. Januar


Die ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten sprechen sich in ihrer «Schkopauer Erklärung» für eine weitere Förderung der neuen Bundesländer aus.


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