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Die Morgenlage: US-Vizepräsident Pence will trotz Corona-Kontakt nicht in Quarantäne

In Deutschland vielerorts Lockerungen in Corona-Krise ++ Reproduktionszahl erneut über eins ++ Zahlen zu Gewalt an Kindern werden vorgestellt ++ Gesellschaft für deutsche Sprache gibt beliebteste Babynamen bekannt ++ Die Nachrichtenlage am Montagmorgen.

Positiver Corona-Test im Umfeld: Mike Pence geht nicht in Quarantäne – trotz Kontakt mit infizierter Person

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

das Virus macht auch vor den höchsten Kreisen nicht halt: Eine Pressesprecherin des Weißen Hauses hat sich mit Corona infiziert. Für Vizepräsident und Corona-Beauftragten Mike Pence scheint das kein Grund zur Sorge zu sein: Er will sich nicht Quarantäne begeben. 

Indes lockern immer mehr Länder die zum Teil extrem strengen Regeln zur Eindämmung der Pandemie. Wie sich das auf eine weitere Ausbreitung des Virus auswirkt, wird man allerdings wohl erst in ein paar Tagen sehen. 

Die Schlagzeilen zum Start in die neue Woche:

Pence geht trotz Corona-Kontakt nicht in Quarantäne

US-Vizepräsident Mike Pence will sich trotz der Bestätigung einer Coronavirus-Infektion bei seiner Pressesprecherin Medienberichten zufolge nicht vorsorglich in Quarantäne begeben. Er werde am Montag im Weißen Haus an seinem Arbeitsplatz sein, teilte sein Büro am Sonntag (Ortszeit) laut dem Sender CNN mit. Tägliche Coronavirus-Test seien bei ihm negativ ausgefallen. Auch Präsident Trump sei seitdem negativ auf das Virus getestet worden und bei bester Gesundheit, betonte ein Sprecher. Die Corona-Tests im Weißen Haus würden nun täglich und nicht nur wöchentlich vorgenommen.

Am Freitag war bekanntgeworden, dass Pence' Sprecherin Katie Miller positiv auf Corona getestet worden war. Drei ranghohe Mitglieder der von Pence geleiteten Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses erklärten daraufhin US-Medien zufolge, dass sie sich vorsichtshalber zuhause isolieren würden, darunter der Immunologe und Trump-Berater Anthony Fauci. Bisher sind in den USA der Universität Johns Hopkins zufolge gut 1,3 Millionen Corona-Ansteckungen nachgewiesen worden. Das entsprach etwa jeder dritten bekannten Infektion mit dem neuartigen Erreger Sars-CoV-2 weltweit, während der Anteil der Vereinigten Staaten an der Weltbevölkerung bei ungefähr fünf Prozent liegt. Knapp 80 000 Menschen starben in den USA.

In Deutschland vielerorts Lockerungen in Corona-Krise

In weiten Teilen Deutschlands wird der Alltag in der Corona-Pandemie von heute an wieder etwas leichter. In mehreren Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen oder Bayern werden die Auflagen zur Eindämmung des Virus weiter gelockert. Auch große Geschäfte dürfen wieder öffnen, Beschränkungen etwa für gastronomische Betriebe oder im Sport werden gelockert, weitere Schüler kehren an die Schulen zurück. Gleichzeitig geht die Diskussion um die Zunahme von Demonstrationen gegen die Maßnahmen weiter.

Auch andere Länder machen sich locker(er)

Nicht nur in Deutschland, auch andernorts werden strenge Corona-Regeln langsam gelockert. In Frankreich etwa dürfen Menschen ab heute wieder ohne Passierschein und triftigen Grund vor die Tür gehen, Sport oder Spaziergänge sind nicht mehr örtlich und zeitlich begrenzt. Nach einer Ausgangssperre übers Wochenende in 24 türkischen Städten und Provinzen dürfen auch dort die Einwohner ihre Häuser wieder verlassen.

Mit Spanien und Belgien lockern am Montag zudem zwei der am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder Europas ihre strikten Ausgangssperren. Wegen sinkender Infektions- und Todeszahlen wollen die beiden Staaten nach fast zwei Monaten einen Schritt in Richtung Normalität wagen. In Spanien darf die Hälfte der 47 Millionen Einwohner in einer ersten Phase der Lockerung unter strikten Abstandsvorkehrungen wieder auf die Straße. In Belgien werden die Geschäfte wiedereröffnet. Restaurants, Bars und Cafés bleiben jedoch weiterhin geschlossen.

Reproduktionszahl in Deutschland erneut über eins

Die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland hat sich möglicherweise den zweiten Tag in Folge beschleunigt. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab in seinem Bericht für Sonntag die sogenannte Reproduktionszahl mit einem Wert über der kritischen Marke eins an. Bereits am Samstag hatte die Schätzung bei über eins gelegen. 

Das RKI schätzte die jüngste Reproduktionszahl auf 1,13; am Samstag hatte sie 1,10 betragen. Noch am Freitag hatten die Experten den Wert auf 0,83 geschätzt. Die Reproduktionszahl gibt an, wieviele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung im Schnitt mit dem Erreger ansteckt. 

Bericht: Gezielte Angriffe auf Krankenhäuser und Schulen in Syrien

Syrische und verbündete russische Truppen haben laut einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International gezielt Krankenhäuser und Schulen in Syrien angegriffen. Zwischen Mai 2019 und Februar 2020 hätten die beiden Streitkräfte im Nordwesten des Bürgerkriegslandes mindestens 18 solcher Angriffe verübt. In dem veröffentlichten Amnesty-Bericht ist von Angriffen auf fünf Kliniken die Rede, die anschließend hätten schließen müssen. Der 40 Seiten lange Bericht stützt sich auf Interviews mit mehr als 70 Menschen, darunter Augenzeugen, Vertriebene, Ärzte und UN-Mitarbeiter.

Das wird heute wichtig:

Corona-Pandemie: Parteien beraten in Berlin

In Berlin beraten die Gremien mehrerer Bundesparteien zum Thema Corona. Um 9 Uhr schaltet sich die CDU-Spitze zusammen. Bei der Videokonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel und dem weiteren engsten Führungszirkel der CDU dürfte auch der jüngste Anstieg der Ansteckungsrate eine Rolle spielen. 

Merkel will sich bei Gesundheitsamt für Corona-Arbeit bedanken

Das Gesundheitsamt im Harz erwartet am Montag ein besonderes Dankeschön. Am Nachmittag (14 Uhr) will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Vertretern der Behörde telefonieren, um sich für deren Arbeit in der Corona-Pandemie zu bedanken. Damit wolle sie stellvertretend Dank an alle Beschäftigten der Gesundheitsbehörden ausdrücken, hieß es. Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff und Landrat Martin Skiebe (beide CDU) wollen sich zuschalten. 

Zahlen zu Gewalt an Kindern werden vorgestellt

Wie oft werden Kinder als Opfer von Gewalt erfasst? Zu diesem Thema wird um 10.00 die Polizeiliche Kriminalstatistik in Berlin vorgestellt. Dazu werden unter anderem der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch, und der Bundesbeauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes Wilhelm-Rörig, erwartet. Präsentiert werden die Zahlen aus dem Jahr 2019. Rörig sagte dem "Spiegel", Missbrauchsabbildungen im Internet seien ein begehrtes Gut für Pädokriminelle - "das dürfen wir nicht zulassen".

EU und Großbritannien verhandeln wieder über Handelsabkommen

Nach zwei ergebnislosen Verhandlungsrunden versuchen Großbritannien und die Europäische Union ab heute erneut, auf dem Weg zu einem Handelsabkommen nach dem Brexit voranzukommen. Die dritte Runde soll sich in täglichen Videokonferenzen über die ganze Woche bis Freitag erstrecken. Die bisherigen Verhandlungen haben aus Sicht beider Seiten kaum Fortschritte erbracht. Bundesaußenminister Heiko Maas warnte vor dem wachsenden Risiko eines harten Bruchs.

Gesellschaft für deutsche Sprache gibt beliebteste Babynamen bekannt

Welche Vornamen haben Eltern ihren Neugeborenen 2019 am häufigsten gegeben? Die neue Rangliste der beliebtesten Babynamen soll um 10 Uhr in Wiesbaden bekanntgegeben werden. Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat dafür wieder umfassendes Material von Standesämtern ausgewertet.

Vornamen für Jungen und Mädchen: Diese Babynamen liegen 2018 voll im Trend

Auf der gemeinsamen Top-Ten-Liste von Erst- und Zweitnamen hatten 2018 Marie und Paul vorne gelegen. Auf den weiteren Plätzen folgten Sophie und Maria sowie Alexander und Maximilian.

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Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag, bleiben Sie gesund.

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mik / DPA / AFP