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Bildungsministerin in Brandenburg Britta Ernst ist Scholz' Ehefrau – aber keine First Lady

Britta Ernst und Olaf Scholz bei einer Wahlkampfveranstaltung in Brandenburg
Die Bildungsministerin von Brandenburg und Olaf Scholz sind seit den 80er-Jahren ein Paar   
© Sean Gallup / Getty Images
Olaf Scholz' Ehefrau Britta Ernst will mit aus der Zeit gefallenen Klischees brechen und spricht nur selten über den Kanzler. Sie will sich vor allem auf ihre Arbeit als Bildungsministerin von Brandenburg konzentrieren. 

Als Olaf Scholz vor zehn Jahren zum Ersten Bürgermeister der Stadt Hamburg gewählt wird, muss sich nicht nur die abgewählte schwarz-grüne Regierung neu sortieren. Die Wahl zur Hamburger Bürgerschaft ist auch ein einschneidender Moment in der politischen Laufbahn einer erfahrenen Abgeordneten: Scholz' Ehefrau Britta Ernst. Die erfolgreiche Parlamentarierin musste ihren Sitz im Hamburger Senat nach 14 Jahren erfolgreicher Arbeit zurückziehen. Die protokollarische Rolle der First Lady kommt für Ernst aber nicht in Frage. "In keinem Bereich ist es richtig, dass Veränderungen bei einem Partner mit einem Verzicht des anderen begleitet werden", sagte sie damals.

Britta Ernst ist seit vielen Jahrzehnten eine erfolgreiche Landespolitikerin und hat seither sowohl in Schleswig-Holstein als auch in Brandenburg im Regierungskabinett gedient. Als reine Kanzlergattin will sie daher auch zukünftig nicht gelten. Wenn sie auf die neue Rolle ihres Mannes angesprochen wird, wird sie sehr schmallippig. Die Bildungsministerin von Brandenburg hat sich nie zu den Ambitionen ihres Mannes auf das Kanzleramt geäußert. Auch Fragen zu ihrem Privatleben blockt sie stets höflich, aber bestimmt ab. Die 60-Jährige will so verhindern, dass ihre Tätigkeit als Landesministerin in irgendeine Verbindung mit der politisch herausgehobenen Stellung ihres Mannes gebracht wird.

In den sozialen Netzwerken zeigt sie hin und wieder, dass sie gern ihre neue Heimatstadt Potsdam und Umgebung erkundet, zu Fuß und mit dem Rad. Dann postet die Sozialdemokratin Landschafts- und Naturfotos, etwa einen Spaziergang an einem grauen November-Sonntag im Park Babelsberg und am Griebnitzsee. Oder auch gelegentliche Besuche in der Elbphilharmonie in Hamburg, wo bis 2018 die gemeinsame Heimat des Ehepaars war.

Regierungsverantwortung in Brandenburg und Schleswig-Holstein

Die gebürtige Hamburgerin kam 2017 überraschend als Ministerin für Bildung, Jugend und Sport nach Brandenburg, nachdem sich ihr Vorgänger Günter Baaske aus privaten Gründen zurückgezogen hatte. Zuvor war sie von 2014 an Bildungsministerin in Schleswig-Holstein, bis sie nach der Landtagswahl 2017 aus dem Kabinett ausschied, weil ihr Ressort in der Regierung von Daniel Günther (CDU) an die Christdemokraten fiel.

Norddeutsch zurückhaltend, pragmatisch und unaufgeregt, so zeigt sich Ernst als Bildungsministerin von Brandenburg und aktuelle Präsidentin der Kultusministerkonferenz. Dabei hat sie als Bildungsministerin in der Corona-Pandemie häufig einen schweren Stand bei der Opposition im Landtag und den Verbänden, die ihr immer wieder Missmanagement bei den Maßnahmen im Kampf gegen das Infektionsgeschehen an den Schulen vorwerfen. Ernst sagt nichts zu Rücktrittsforderungen wie zuletzt am Montag vom Landeselternrat - sondern wiederholt nur unermüdlich die aktuell getroffenen Maßnahmen an den Schulen wie Corona-Tests und Tragen von Masken.

Neue Heimat Potsdam

Britta Scholz und Olaf Scholz kämpfen seit vielen Jahren Seite an Seite. Kennengelernt haben sich die beiden in ihren Hamburger Studententagen in den 1980er-Jahren. Während Scholz seine ersten Schritte in der Hamburger Landespolitik macht, studierte die gelernte Kauffrau der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft Sozialökonomie zu Ende. Ihre Hochzeit folgte 1998.

Genau wie ihr Ehemann trat Ernst bereits im Jungendalter in die SPD ein. Seit 1978 arbeitete sie als persönliche Referentin für Senatoren und als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Hamburger Baubehörde, bevor sie sich immer mehr dem Schul- und Bildungsbereich zuwendet. 1997 gewann sie erstmals einen Sitz in der Hamburger Bürgerschaft.

Seit dem Frühjahr 2018 gab es für das kinderlose Ehepaar Ernst und Scholz dann in Potsdam eine neue Basis, als Scholz vom Amt als Erster Bürgermeister in Hamburg nach Berlin wechselte um Bundesfinanzminister zu werden. Das Ehepaar zog in der brandenburgischen Landeshauptstadt zunächst in die gediegene Berliner Vorstadt und dann an den im Renaissance-Stil wieder errichteten Alten Markt, in direkter Nachbarschaft zum Museum Barberini und dem Landtagsschloss.

Olaf Scholz

Britta Ernst kann auf Unterstützung ihres Mannes bauen

Scholz hatte in der Gesprächsreihe "Brigitte live" mal einen Einblick in sein Gefühlsleben gegeben: "Ich glaube, dass ich ein ganz anderer Mensch wäre, wenn ich nicht mit Britta Ernst verheiratet wäre." Seine Frau sei es auch gewesen, die ihn irgendwann sanft zum Abnehmen und damit zum Joggen gedrängt habe. Auf seiner Homepage schreibt er, seine Frau bedeute für ihn "alles". Und im "Spiegel" sagte er: "Das Wichtigste im Leben ist die Liebe."

Olaf Scholz unterstützt seine Frau in ihrer starken Haltung. Auf die Frage, ob seine Frau im Falle seines Wahlsieges weiter arbeiten würde, reagierte er im Bundestagswahlkampf empört. Seine Frau sei eine großartige Politikerin, sagte er etwa in der Gesprächsreihe "Brigitte live". Und bei anderer Gelegenheit nannte er die Frage, die aus seiner Sicht dem Mann einer Kanzlerin nicht gestellt werde, "völlig aus der Zeit gefallen".

Quellen: T-Online,Bunte, DPA


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