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1. Bundesliga: Bundesliga-Vorschau - Fünf Fragen an den 2. Spieltag

Wussten Sie, dass sich Menschen, die lange und viel sitzen, einem großen Gesundheitsrisiko aussetzen? Besonders gefährdet sollen Ersatzspieler in der Bundesliga sein. Mit diesem Thema starten wir in unsere ersten fünf Fragen an das Fußball-Wochenende.

Der Mensch verfügt über fünf Finger, fünf Sinne, der Islam fußt auf fünf Säulen, das Christentum glaubt an die fünf Wundmale und wir an die obligatorischen fünf Fragen. Und bei denen geht es unter anderem um Ballacks Gesundheit, Poldis Bewegungspensum und Neuers Oberstübchen.

Weiß Ballack um die gesundheitlichen Risiken des Bankdrückens?

Ob sich Michael Ballack mittlerweile ärgert, das großzügige DFB-Angebot eines Abschieds-Länderspiels gegen Brasilien so schnöde ausgeschlagen zu haben? Schließlich hätte er hier noch einmal in der Startelf spielen können. Eine Chance, die er nach derzeitigem Stand bei Bayer Leverkusen nicht mehr so häufig bekommen wird - wohl auch nicht gegen Bremen.

Bayer plant dafür Ballack-Einsätze auf einem ganz anderen Feld. "Wir haben gerade eine Vereinbarung mit Bayer Vital geschlossen. Es wird bald eine öffentliche Kampagne mit Michael geben", erklärte Bayer-Boss Wolfgang Holzhäuser kürzlich dem Express. Die Homepage des Unternehmenszweigs der Bayer AG verlinkt auch auf Infoseiten zu Krankheiten aller Art - zum Beispiel zu Seiten für Hämorrhoiden- und Thrombosegeplagte.

Eigentlich logisch, dass man sich für Ballack als Werbeträger entschieden hat. Denn jemand, der wie er viel im Sitzen arbeitet, gehört bei beiden Erkrankungen zur Risikogruppe. Hoffentlich hat sich Ballack die Ratgeber schon einmal genau durchgelesen, um sich effektiv vor den gesundheitlichen Folgen des Bankdrückerdaseins schützen zu können. Wenn nicht, zitieren wir für ihn die Kernstelle von antithrombose.de: „Stehen Sie hin und wieder auf, um sich die Beine zu vertreten. Machen Sie während des Sitzens Fuß- und Beingymnastik zur Aktivierung der Muskelpumpe." Regelmäßige Bewegung schützt übrigens auch vor Hämorrhoiden.

Apropos...

Nimmt Poldi gegen Schalke wieder die Playstation-Haltung ein?

Lukas Podolski verbringt seine Freizeit auch gerne im Sitzen. "Ich spiele selbst oft mit meinen Freunden an der Konsole", erklärte er laut bundesliga.de, nachdem er zum bereits dritten Mal zum Cover-Boy der FIFA-Reihe von EA Sports wurde. Offenbar überträgt er die entspannte Sofahaltung aber mittlerweile auch auf das Spielfeld. Denn sein Auftritt beim Saisonauftakt des 1. FC Köln gegen Wolfsburg ging schon fast in Richtung Sitzstreik.

„Wirkte über weite Phasen der Partie sichtbar lustlos", heißt es deshalb auch in Podolskis Einzelkritik bei sportal.de angesichts von kaum gewonnenen Zweikämpfen, mageren 33 Ballkontakten und gerade mal 8,9 zurückgelegten Kilometern - laut Impire-Datenbank die magerste Laufleistung aller Bundesliga-Feldspieler. Hat Poldi in der Vorbereitung vielleicht mehr vor der Konsole gesessen als sich in vernünftige Liga-Form zu bringen?

Jedenfalls hatte er genug Gelegenheit, das Spiel eingehend zu testen und zum Fazit zu kommen: "Die Spielszenen sowie die Darstellung der Spieler sind sehr realistisch." Das würde unter dem Eindruck des desaströsen, plan- und konzeptlosen Kölner Auftritts gegen Wolfsburg für das Ende September erscheinende Spiel zwei Dinge bedeuten: Nie Poldi und den 1. FC Köln auswählen. Spiegelt das Spiel nämlich tatsächlich die Realität wider, versprechen beide keinen großen Daddel-Erfolg. Aber vielleicht präsentieren sich die Geißböcke gegen Schalke ja anders und lassen die Zweifel an Stale Solbakken kleiner werden. Laut Kölnischer Rundschau unkte ein Fan bereits: "Der Soldo hat sich 'ne Glatze schneiden lassen".

Auch in Hoffenheim sorgte ein Mann mit lichtem Haupthaar für Wirbel...

Offenbart Hoffenheim wieder Wissenslücken?

Der Ärger nach dem Freistoß-Tor von Hannovers Jan Schlaudraff war groß in Hoffenheim. Dabei war doch alles den Regeln entsprechend abgelaufen, das Tor demnach korrekt. Nach einem Freistoßpfiff ist ein weiterer Pfiff zur Ausführung nämlich nicht zwingend vorgesehen. Fordert die ausführende Mannschaft nicht, dass sich die Mauer des Gegners korrekt platziert, gilt der Ball als freigegeben.

Und da sich kein Hoffenheimer vor den Ball gestellt hatte, um den sofortigen Schuss zu verhindern, konnte Schlaudraff ungestört abziehen. Thierry Henry war so ein Kunststück für Arsenal vor Jahren schon mehrfach erfolgreich in der Premier League gelungen. Die Kraichgauer schimpften, dabei hatten sie sich das Gegentor selbst zuzuschreiben.

Vielleicht hätte die TSG vor der Saison statt Knowledge Musona für den Sturm lieber „knowledge" in Sachen Regelkunde einkaufen sollen. Vor dem Spiel gegen Dortmund sollten Holger Stanislawski und seine Jungs das DFB-Regelbuch noch einmal eingehend studieren. Was bei Freistößen zu beachten ist, weiß man in Hoffenheim jetzt, aber es gibt ja noch mehr zu beachten...

Von etwas anderen Regeln weiß auch Manuel Neuer ein Liedchen zu singen...

Kann Neuer sich von den Nebengeräuschen frei machen?

Eines vorweg: Mit einer schweren Gehirnerschütterung und teilweiser Amnesie ist nicht zu spaßen. Glücklicherweise ist Leverkusens Fabian Giefer bereits auf dem Wege der Besserung und wird die verlorene Erinnerung bald komplett zurückbekommen. Sein Kollege Manuel Neuer wäre aber sicher nicht so ganz böse, wenn er seine letzten Wochen auch zumindest temporär ausradieren könnte.

Dann bräuchte er sich im Spiel nicht dauernd den Kopf zu zermartern, wie er denn im Falle eines Sieges zu jubeln habe, um mit den Zehn-Ultra-Geboten konform zu gehen. Die Grübelei scheint zu Lasten der Konzentration zu gehen und so kommt es zu einem bösen Patzer wie im Liga Total-Cup gegen den HSV und zu einem unmotivierten Hinauslaufen mit anschließendem Fehlgriff wie gegen Gladbach, der die Auftaktniederlage der Bayern einleitete. "Vielleicht beeindruckt ihn diese ganze Situation schon", unkte Felix Magath, der Trainer des nächsten Gegners Wolfsburg via bild.de.

Neuer selbst will davon öffentlich nichts wissen. Laut AZ beantwortete er die Frage, wie weit ihn der Patzer zurückwerfe trocken mit zwei Worten: "Drei Punkte." Jean Marie Pfaff, einer seiner Vorgänger im Bayern-Tor, ist sich sicher: "Das Leben geht weiter, als Großer musst Du da durch. Neuer wird reifen, jetzt wird er ein Großer." Pfaff muss es wissen. Bei seinem Bundesliga-Debüt vor 30 Jahren rutschte ihm ein Einwurf von Uwe Reinders durch die Finger ins eigene Tor. Hohn und Spott waren ihm sicher. Doch er ließ die Kritiker mit Weltklasse-Paraden verstummen und war in der Folge sechs lange Jahre nicht aus dem Bayern-Tor wegzudenken.

Nicht wegzudenken war auch Mainz 05 am Anfang letzter Saison aus der Spitzengruppe...

Hat Tuchel mit Mainz an Steigungen trainiert?

Durch das etwas überraschende 2:0 gegen Leverkusen mischt Mainz 05 auch in dieser Saison zu Beginn ganz oben mit. Saisonübergreifend bringen es die Rheinhessen damit bereits auf vier Siege und sechs ungeschlagene Spiele in Serie. Eine bessere Bilanz kann keine andere Mannschaft der Liga derzeit vorweisen.

Mit Gipfelstürmen kennt sich Mainz also aus. Dieses Knowhow sollte auch in Freiburg wichtig sein. "Der Platz fällt von der rechten oberen Eckfahne zur linken unteren gefühlte zehn Meter. Darauf gilt es sich einzustellen", erklärte Trainer Thomas Tuchel laut allgemeine-zeitung.de die örtlichen Besonderheiten im Stadion.

Okay, von der Nord- zur Südseite beträgt das Gefälle laut bild.de zwar nur 98 cm, aber auch diese kleine Steigung erwies sich bei den letzten beiden Auswärtsfahrten als tödlich für Mainz. Zweimal gab es eine 0:1-Niederlage. Auch diesmal?

Malte Asmus

sportal.de / sportal

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